Die Mutter der getöteten Frau aus Charlottesville wird den Kampf ihrer Tochter fortsetzen

„Wenn ich sie aufgeben muss, werden wir dafür sorgen, dass es was zählt.“ Susan Bro appellierte an die Menschen in den USA, nicht länger wegzusehen.

Susan Bro bei der Gedenkfeier für ihre Tochter Heather Heyer. © Gettyimages

Heather Heyer starb am vergangenen Samstag in Charlottesville, als ein mutmaßlicher Neonazi sein Auto mit Vollgas in eine Menschenmenge steuerte. Die 32-Jährige war dort, um gegen Fremdenhass und Rassismus zu demonstrieren. Der Verdächtige, James Alex Fields, der hinter dem Steuer des Dodge Challengers saß, ist wegen Mordes und mehrfacher Körperverletzung angeklagt.

Heathers Mutter, Susan Bro, sprach bei der Trauerfeier am Mittwochvormittag öffentlich von ihrem schmerzhaften Verlust. Bro nutzte den Moment, um die Menschen in den USA mit einem emotionalen und starken Appell wachzurütteln.

Viele Besucher*innen der Trauerfeier trugen Lila. © Gettyimages

Zu der Feier waren Hunderte Menschen gekommen, sie fand im Theater von Charlottesville statt. Viele der Anwesenden trugen Lila, Heathers Lieblingsfarbe.

„Das ist nur der Anfang ihres Vermächtnisses“

„Wenn ihr nicht empört seid, dann schaut ihr nicht hin“, zitierte Bro einen Facebook-Post ihrer Tochter zu Beginn ihrer Rede. Der Spruch wurde mittlerweile tausendfach über das soziale Netzwerk geteilt, einige druckten ihn sich auf T-Shirts. „Sie schaute hin. Sie machte, dass viele von uns hinschauen.“

Bro entschied sich gegen eine kleine private Trauerfeier, weil es nicht ihrer Tochter entspreche. Heather habe sicher gewollt, dass die Welt zusieht.

Sie haben versucht, mein Kind zu töten, um sie ruhig zu stellen“, sagte Bro. „Aber wisst ihr was? Ihr habt sie gerade größer gemacht.“

Im Saal standen die Leute nun auf, applaudierten. Viele Menschen würden sie derzeit fragen, was sie tun könnten, um sie zu unterstützen.“Hier kommt, was ich möchte, das jetzt passiert: Ich lese Seiten und Seiten darüber, wie Heather die Welt berührte. Ich möchte, dass sich das verbreitet. Ich möchte nicht, dass das stirbt.“ Das sei nur der Beginn Heathers Vermächtnisses.

Dem Guardian sagte Bro, dass sie stolz ist, für was ihre Tochter stand – und dass sie trotz der Schmerzen tun wird, was es braucht, um Heathers Idee weiter zu transportieren. „Und wenn das bedeutet, dass ich mich vor anderen Menschen entblößen muss, werde ich es tun, in einer Art, die nicht in mehr Vergeltung oder mehr Wut resultieren wird.“ Es gehe nicht darum, etwas auszugleichen. „Es geht darum, den Geist von Fairness, Gleichheit und Gerechtigkeit voranzubringen.“

Heather hatte sich schon immer stark gegen Rassismus engagiert, politisch und auch privat. Heather arbeitete in einer Anwaltskanzlei. Einmal hätten Mitarbeiter*innen sie weinend an ihrem Schreibtisch gefunden, wie die New York Times schreibt. Sie hatte sich von ihrem damaligen Freund getrennt – weil dieser sie fragte, warum sie für einen schwarzen Mann arbeite.

An dem Ort, an dem Heyer starb, legen Menschen Blumen nieder. © Gettyimages

„Erinnert euch in eurem Herzen daran: Wenn ihr nicht empört seid, dann schaut ihr nicht hin. Ich möchte, dass ihr hinschaut“, sagte Bro bei der Trauerfeier. „Findet heraus, was falsch läuft, ignoriert es nicht, schaut nicht in die andere Richtung. Schaut es euch genau an und fragt euch, was ihr tun könnt, um es zu ändern.“

So könnten die Menschen dem Tod ihres Kindes einen Sinn geben. „Ich hätte lieber meine Tochter zurück. Aber wenn ich sie aufgeben muss, meine Güte, dann werden wir dafür sorgen, dass es was zählt.“