Die Party vor Trumps Amtseinführung war ein Trauerspiel im Vergleich zu Obamas

In wenigen Stunden wird Trump ins Amt begrüßt. Noch nie hatte ein US-Präsident so wenig Rückenwind von seinem eigenen Volk. Das machte sich auch bei der Feier am Abend vor der Vereidigungszeremonie bemerkbar.

Bald ist er offiziell der Präsident der Vereinigten Staaten. Grund zum feiern hatten in den USA aber wenige. Nur 10.000 Menschen kamen zum offiziellen Amtsantrittskonzert am Vorabend. Zum Vergleich: Bei Obamas Einstand 2009 waren es 400.000.

Auch musikalisch liegen Welten zwischen den beiden Partys: Während bei Trump die Bands 3 Doors Down, die Youtube-Band The Piano Guys und der Country-Sänger Toby Keith auftraten, waren es bei Obama echte Größen: Beyoncé, Bruce Springsteen, U2, James Taylor, John Legend, Shakira, Stevie Wonder, Mary J Blige, Jon Bon Jovi, Garth Brooks, Sheryl Crow und weitere.

Zahlreiche geladene Hollywood-Promis sowie 60 demokratische Kongressabgeordnete lehnten auch die Einladung zur heutigen Vereidigungszeremonie ab. Auch ein weniger prominenter Gast verweigert sich des Besuchs: die Schwester der 16-jährigen Sängerin Jackie Evancho, die die Nationalhymne singen wird. Die 18-jährige Transgender-Frau bereite sich auf ihre Geschlechtsumwandlung vor. Für ihren Auftritt für Trump erntete ihre Schwester Kritik.

Trump ließ sich die Stimmung nicht verderben

Trump gab sich zufrieden mit der Anzahl seiner Gäste: „So viele Leute sind heute nach Washington geströmt. Tausende und abertausende, und so sind wir hier alle zusammen.“

Irrwitzig der Moment, als Trump erzählte, wie er und sein Team „auf die Idee gekommen“ seien, die Feier am Lincoln Memorial zu veranstalten. „Ich weiß nicht, ob das jemals zuvor gemacht wurde. Und wenn, dann nur selten“, fügt er hinzu. Dass es durchaus nicht das erste Mal war, scheint er weder selbst verfolgt zu haben noch hat sich ein Mensch in seinem Team erbarmt, es ihm zu sagen.

In seiner Rede bezeichnete Trump seine Wahl als Ausdruck einer Bewegung, die man noch nie in der Welt gesehen habe. „Wir waren alle müde zu sehen, was in den letzten Jahren passiert ist. Wir wollen Veränderung, echte Veränderung.“

Er versprach, das Land zu vereinen und, wie immer, Amerika wieder großartig zu machen.