Die schwere Wahl zwischen virtuellen Penisduellen und Dick Pics

Endlich kann jede*r mal in den Genuss des Dick-Pic-Machens kommen. Oder sich ein Turnier mit anderen Penissen liefern. Das hat die Welt gebraucht. Oder?

Screenshot: Jess Joho/Youtube

Auf die Plätze ... fertig ... penetrieren! Screenshot: Jess Joho/Youtube

Das Indie-Games-Festival Amaze war dieses Jahr ziemlich penislastig. Neben vielen Vorträgen und Workshops (ohne Penisse) wurden auf der Spielemesse in Berlin zwischen 20. und 23. April wieder die neuesten Games-Experimente vorgestellt. Unter anderem auch ein Penissimulator und ein Dick Pic-Simulator. Penisse wollen offensichtlich auch mal im Rampenlicht der Gaming-Bühne stehen (haha, stehen). So sehen das zumindest die Macher von „Genital Jousting“ und „Cobra Club“.

Genital Jousting

Beim genitalen Turnierkampf schlüpfen vier bis acht Spieler*innen in die Rollen von körperlosen, bunten Penissen. Ziel ist es, sich so schnell wie möglich gegenseitig zu penetrieren. Gelingt das, ertönt eine roboterhaftes „Penetration“. Jedes. einzelne. Mal. Viel mehr zu tun gibt es nicht beim Kampf der Glieder. Außer, dass man sich an die leicht abtörnenden Schmatzgeräusche gewöhnen muss, die die unzähligen Penisse bei ihrer Fortbewegung (beim Kriechen?) machen. Einige der Dödel tragen sogar Puppenkostüme. Dem Amaze-Publikum hat es gefallen und zeichnete das Spiel mit dem „Amaze Audience Award“ aus.

Cobra Club

Cobra Club ist angeblich der weltweit einzige Dick Pic Simulator. Und nach kurzer Internetrecherche stimmt das wohl auch. Wer schon mal ein Bild seines Lümmels geschossen und verschickt hat, weiß worum es geht. Cobra Club macht genau das, nur auf virtueller Basis. Ein nackter Mann mit Smartphone in der Hand steht vor seinem Badezimmerspiegel und betrachtet sich. Nach Auswahl der Hautfarbe, des Penis-Erektionsgrads, des Lichts und der Farbe der Badezimmer-Deko, können die Spieler*innen ein Foto des männlichen Geschlechtsteils machen und anschließend einer Fake-Regierungswebsite schicken. Auf diese Weise kann jeder  – auch lümmellose Menschen  – den Prozess, der hinter einem Dick Pic steckt, nachvollziehen lernen. Das Spiel „ist nicht nur eine Hommage des schwulen Entwicklers (und diesjährigen Amaze-Keynote-Speakers) Robert Yang an die Kunst des Penis-Selfies, sondern auch ein Kommentar auf Totalüberwachung und Privatsphäre“, schreibt der Standard.