Die Top 5 der Schlussmach-Ausreden – darum wurdest du wirklich abserviert

Wir alle haben bei einer Trennung wahrscheinlich schon mal eine dieser Ausreden selbst benutzt oder gehört. Aber was steckt wirklich dahinter?

Schlussmach-Ausreden

Genug Ausreden! Du durchschaust die sowieso © Nadine Platzek/ Photocase

Ob nach einer kurzen, leidenschaftlichen Affäre oder langer, fester Beziehung – Schluss machen ist immer unangenehm und tut weh. Grundsätzlich scheuen wir uns davor, andere Menschen zu verletzen. Wir wissen schließlich meistens selbst genau, wie schmerzhaft sich Verlassen werden anfühlt. Daher ist es durchaus irgendwie verständlich, wenn jemand in dieser Situation zu gängigen, vermeintlich schonenden Floskeln greift.

„Die Kündigung der Liebe ist immer von großer Angst begleitet, Angst vor Riesenknatsch. Man hofft, mit der Wortwahl die Explosion eindämmen zu können“, erklärt der Paartherapeut, Autor und Psychologe Klaus Heer.

Nur: Okay ist es deshalb noch lange nicht. Du hast was Besseres verdient – nämlich die Wahrheit. Ich habe den Paartherapeuten gefragt, welcher Kern sich in den meisten Fällen in den gängigsten Ausreden verbirgt.

Die Top 5 der Schlussmach-Ausreden und ihre Bedeutung:

Lemonade Beyonce
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1. „Es liegt nicht an dir, es liegt an mir.“

Variationen: „Du verdienst etwas Besseres als mich“; „Du bist zu gut für mich“; „Wer immer dich mal abbekommt, kann sich unfassbar glücklich schätzen“

Was du denkst: Oh Gott, es liegt an mir! Es liegt auf jeden Fall an mir. Woran denn sonst? Was zur Hölle stimmt nur nicht mit mir?

Was es laut Experten wirklich bedeutet: „Sei mir nicht böse und mach mir keine unnötigen Probleme, wenn ich dich jetzt sitzen lasse. Ich habe meine Gründe. Aber mit dir darüber zu reden, halte ich für sinnlos.“ Autsch.

2. „Wir sollten mal eine Pause machen.“

Variationen: „Ich brauche ein bisschen Abstand“; „Wir wollen einfach nicht das Gleiche“, „Vielleicht sollten wir auch mit anderen ausgehen“

Was du denkst: Huch! Das kommt jetzt überraschend. Na ja, okay. Sehen wir uns mal ein, zwei Wochen nicht – dann wird er/ sie schon merken, dass er/ sie auf Dauer nicht ohne mich kann, kommt wieder zu Verstand und alles wird wieder gut und schön.

Was es laut Experten wirklich bedeutet: „Eine Kündigung heißt bei mir Pause, eine Trennung nenne ich Timeout. Und ich will dir nicht mehr weh tun als nötig.“ Hier fehle es an Mut, sich selbst treu zu sein. Und zu seiner Entscheidung des Schlussmachens zu stehen.

3. „Ich bin halt beziehungsunfähig.“

Variationen: „Ich kann mich momentan einfach nicht festlegen“; „Ich bin gerade dabei, mich in dich zu verlieben und das macht mir Angst“, „Das wird mir hier grad echt zu ernst“

Was du denkst: Oh. OH! Der*die Arme ist so sehr verletzt worden, dass er*sie Angst vor seinen*ihren Gefühlen hat. Aber meine Liebe ist stark und gut und wenn ich nur Geduld habe, wird alles gut.

Was es laut Experten wirklich bedeutet: „Mit dir bin ich überfordert.“ Viele Menschen würden heutzutage nicht mehr damit rechnen, dass Beziehungen irgendwann extrem anspruchsvoll werden könnten. Und dass Liebe früher oder später jeden an seine Grenzen führe.

[Außerdem auf ze.tt: Beziehungsunfähig? Schöne Ausrede.]

4. „Ich muss mich auf die Karriere und mein Leben konzentrieren.“

Variationen: „Ich brauche einfach Luft zum atmen“; „Ich brauche echt mehr Zeit für mich“

Was du denkst: Das verstehe ich, das verstehe ich total. Man soll ja seine Träume verwirklichen und so. Ich war bestimmt zu anhänglich. Ja, das wird es sein.

Was es laut Experten wirklich bedeutet: „Ich schaffe das nicht länger.“ Auch hier spielt Überforderung eine Rolle. Und die Unlust, sich damit und mit dem*der Partner*in auseinanderzusetzen.

5. „Ich mag dich, aber ich bin nicht in dich verliebt.“

Variationen: „Wir funktionieren einfach besser als Freunde“; „Der Funke springt irgendwie nicht über“

Was du denkst: Aha. Hätte ich jetzt nicht gedacht. Bei mir ist alles voller Funken. Und das Feuerwerk bei dir kann ja noch kommen.

Was es wirklich bedeutet: „Du bist nicht mein Typ. Und du warst es nie.“ In vielen Fällen wird hiermit eine halbgare Bequemlichkeits-Beziehung aufgelöst. Unter all den Floskeln dürfte das wohl noch die ehrlichste sein.

Natürlich muss man immer den Einzelfall betrachten. Doch in vielen Fällen spielt bei derartigen Ausreden der Grund, den*die andere*n nicht verletzen zu wollen, nur vordergründig die größte Rolle: „Man schont ihn*sie möglichst. Noch dringender schont man dabei aber natürlich sich selbst“, erklärt Klaus Heer.

Und darum kannst du – allem Herzschmerz zum Trotz – letztlich doch froh sein, dass deine Beziehung mit dieser Person vorbei ist.