Die #welcomechallenge sollte die nächste Ice Bucket Challenge werden

Im letzten Sommer haben wir uns freiwillig dabei gefilmt, wie wir uns einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf geschüttet haben. Jetzt gibt es eine neue Challenge, die sich hoffentlich durchsetzt.

© Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Freiwillige Helfer versorgen Flüchtlinge in Berlin mit Wasser © Tobias Schwarz/AFP/Getty Images

Für alle, die im letzten Sommer offline waren: Die Ice Bucket Challenge war eine Facebook-Spendenaktion, bei der wir über Social Media von unseren Facebook-Freunden dazu herausgefordert wurden, uns einen Eimer Eiswasser über den Kopf zu schütten. Die Aktion verbreitete sich damals rasant in den sozialen Medien – auch wenn nicht alle mitmachen wollten.

Warum wir das gemacht haben

Die lustige Social-Media-Aktion hatte einen ernsten Hintergrund: Die Ice Bucket Challenge sollte Aufmerksamkeit für die unheilbare Nervenkrankheit „Amyotrophe Lateralsklerose“ (ALS) schaffen. Wer sich Eiswasser über den Kopf schüttete, sollte für einen Moment die Lähmung nachempfinden, mit der ein ALS-Erkrankter leben muss. Die Teilnehmer der Challenge waren dazu aufgerufen, an die ALS Association zu spenden.

Was die Aktion der Forschung gebracht hat

Wie die Tagesschau schreibt, wurden durch die Ice Bucket Challenge insgesamt 220 Millionen US-Dollar gesammelt. Die Hälfte des Geldes ging an die ALS Association.

Wir haben bei der Charité in Berlin nachgefragt, wie die dortige ALS-Ambulanz von der Ice Bucket Challenge profitiert hat. In Deutschland wurden circa 3,5 Millionen Euro eingesammelt, schrieb uns das Büro von Prof. Thomas Meyer, der sich als Facharzt für Neurologie auf dieses Thema spezialisierte. Die Spender unterstützten die ALS-Ambulanz der Charité insgesamt mit 1,6 Millionen Euro. Durch die Spendeneinnahmen stellte die Charité eine neue Ärztin und mehrere Koordinatorinnen ein. Für die Betroffenen selbst hat die Aktion zu mehr Akzeptanz im privaten Umfeld und im Berufsleben geführt.

Was kam nach der Ice Bucket Challenge?

Nach dem Erfolg der Ice Bucket Challenge wollten einige Trittbrettfahrer an den viralen Erfolg anknüpfen. Eine amerikanische Tierschutzorganisation forderte Social Media-Nutzer dazu auf, ein Selfie von sich und ihrem Haustier zu veröffentlichen, wie die NZZ schreibt.

Der Journalist Ayman al Aloul startete die Rubble Bucket Challenge. Dabei sollten Teilnehmer ein Video von sich veröffentlichen, wie sie sich einen Eimer Sand über den Kopf schütten. Ziel der Aktion war, die Aufmerksamkeit auf die Situation der Menschen im Gazastreifen zu richten. Die Aktion wurde auch durch die Hashtags #dustbucketchallenge und #remainsbucket bekannt. Ein so großer Erfolg wie die Ice Bucket Challenge wurde sie aber nicht.

Und das soll bitte die nächste Ice Bucket Challenge werden!

Der Regisseur Michael Simon de Normier hat vor einigen Tagen den Aufruf zur #welcomechallenge gestartet. Er half bereits den Flüchtlingen am Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin. In Kurzvideos sollen Menschen darüber sprechen, was sie bisher unternommen haben, um Flüchtlingen zu helfen. Sie dürfen, genau wie bei der Ice Bucket Challenge, ebenfalls eine Person aus ihrem Bekanntenkreis nominieren. Hier geht es zur Facebook-Seite der Welcome Challenge.

Wir von ze.tt fänden es gut, wenn sich die Welcome Challenge genauso erfolgreich verbreitet wie die Ice Bucket Challenge im vergangenen Jahr.

Was meint ihr, wird sich die #welcomechallenge durchsetzen?