Diese 12 Wörter solltet ihr im Vorstellungsgespräch vermeiden

Jeder von uns versucht, sich in einem Bewerbungsgespräch so gut wie möglich zu präsentieren. Und das ist auch in Ordnung. Nur sollte man es mit den Superlativen und Klischees nicht übertreiben.

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Manche Dinge sollten wir besser nicht sagen. © inkje / photocase.de

Bewerbungsunterlagen und Profile auf Karriere-Netzwerken wie Xing sind aber oft mit Formulierungen aufgefüllt, die kaum jemand in einem Gespräch tatsächlich benutzen würde.

Jeff Haden von „Inc.“ hat eine Liste mit Wörtern und Wortgruppen zusammengestellt, die großartig sind, wenn andere euch beschreiben. Ihr selbst solltet sie aber besser nicht in den Mund nehmen, wenn ihr von euch und euren Erfolgen erzählt — egal ob im Lebenslauf, im Vorstellungsgespräch oder auf der eigenen Webseite. Wir haben die wichtigsten Wörter zusammengestellt.

„Innovativ“

Die meisten Unternehmen behaupten, innovativ zu sein. Die meisten Menschen behaupten, innovativ zu sein. Kurz: Einfach jeder behauptet, innovativ zu sein.

Dabei ist es völlig in Ordnung, nicht innovativ zu sein. Innovation ist keine Grundvoraussetzung für Erfolg. Es reicht völlig aus, wenn ihr statt „neu“ einfach nur „besser“ seid.

Solltet ihr aber tatsächlich innovativ sein, dann posaunt es nicht durch die Gegend, sondern beweist es. Beschreibt die Produkte, die ihr entwickelt habt oder die Veränderungen, die ihr angestoßen habt.

„Umfangreiche Berufserfahrung“

Wenn ihr sagt, ihr habt „umfangreiche“ oder „langjährige Berufserfahrung“ bedeutet das nichts. Denn egal, wie lange ihr in einem Beruf gearbeitet habt: Es besteht immer noch die Möglichkeit, dass ihr schlecht in eurem Job seid. Es gibt Menschen, die haben fünf Jahre Gastronomieerfahrung, können aber keine Saftschorle einschenken (erst das Wasser, dann der Saft, sonst schäumt es über).

Beschreibt lieber, wie ihr arbeitet und was ihr könnt. Welche Erfahrungen habt ihr tatsächlich gesammelt? Nennt Beispiele!

„Ergebnisorientiert“

Wirklich? Ihr konzentriert euch also auf das, wofür ihr bezahlt werdet? Dieses Wort könnt ihr getrost weglassen.

„Verantwortlich“

Wer sagt, dass er für etwas verantwortlich war, der benutzt eine passive Sprache. Im Grunde ist das auch nur eine andere Art, zu sagen: „Ich habe … gemacht“.

Schreibt nicht einfach: „Ich war verantwortlich für Social-Media-Marketing“. Beschreibt genau, was ihr getan habt, zum Beispiel: „Ich habe die Zugriffe durch den gezielten Einsatz von Social Media um 40 Prozent ausweiten können.“

Denkt daran: Erfolge sind immer beeindruckender als bloße Verantwortlichkeiten.

„Weltweiter Anbieter“

Die meisten Unternehmen sind in der Lage, ihre Produkte weltweit anzubieten. Bei denen, die es nicht können, ist es in der Regel offensichtlich.

Benutzt den Begriff nur, wenn es für euer Unternehmen unüblich ist, sonst seht ihr wie ein kleiner Krämer aus, der gerne Global Player wäre.

„Kreativ“

Es gibt Worte, die hat man einfach schon viel zu oft gelesen oder gehört. „Kreativ“ ist eines davon.

Weitere Beispiele sind „effektiv“ und „Teamplayer“. Gut möglich, dass euch solche Worte beschreiben, aber durch ihren inflationären Einsatz haben sie einfach sämtliche Bedeutung verloren.

Nennt stattdessen auch hier lieber Beispiele, wie ihr ein Problem oder eine Aufgabe auf kreative Weise und mit Erfolg gelöst habt.

„Erfolgsbilanz“

Wir alle haben eine Erfolgsbilanz. Sie ist manchmal besser, manchmal schlechter, aber wir alle haben eine.

Im Grunde ist eine Erfolgsbilanz nichts Schlechtes, ihr solltet jedoch nicht einfach eine Liste von Dingen, die ihr getan habt, runterschreiben. Besser ist, ihr lasst Unwichtiges weg und beschreibt Wichtiges kurz und treffend.

„Dynamisch“

Hier gibt es zwei Interpretationswege:

A) Ihr seid ein hyperaktiver Goldhamster auf Crack, der alles anpackt

oder

B) Ihr seid in der Lage, euch an verschiedene Situationen anzupassen. Kurz: Ihr erledigt, wofür ihr bezahlt werdet.

In beiden Fällen: Vermeidet das Wort.

„Guru“

Menschen, die versuchen, besonders clever zu erscheinen, erreichen meist genau das Gegenteil. Bitte bezeichnet euch nicht als „Guru“, „Meister“, „Kenner“ oder gar „Nerd“.

Es ist beeindruckend, wenn andere so etwas über euch sagen, aber nicht, wenn ihr es selbst behauptet. Oder um es mit „The Offspring“ zu sagen: „Friends say he’s trying too hard and he’s not quite hip. But in his own mind he’s the, he’s the dopest trip“.

„Einzigartig“

Fingerabdrücke sind einzigartig. Schneeflocken sind einzigartig. Ihr seid einzigartig. Doch eure Arbeit, euer Job und eure Branche sind es sehr wahrscheinlich nicht. Das ist ok, denn Kunden oder Personalern ist Einzigartigkeit egal, solange ihr die Besten seid.

Zeigt stattdessen, was ihr könnt. Zeigt, dass ihr in dem, was ihr tut, die Besten seid. Die anderen werden dann schon erkennen, wie einzigartig ihr seid.

„Mehrfacher Gründer“

Es gibt Menschen, die gründen eine erfolgreiche Firma nach der anderen. Diese Personen dürfen sich dann auch gerne als „mehrfache Gründer“ bezeichnen.

Bei vielen sieht es aber anders aus: Sie gründen ein Unternehmen, das mittelmäßig läuft oder sogar scheitert, dann noch eins, bei dem es genauso läuft, dann noch eins und noch eins…

Wenn ihr gegründet habt, seid stolz darauf, aber bitte nennt euch nicht „mehrfacher Gründer“ oder — noch schlimmer — „Serial Entrepreneur“. Begnügt euch damit, einfach nur Gründer zu sein.

„Stratege“

Strategen treffen ihre Entscheidungen auf Grundlage des großen Ganzen. Sie betrachten nicht einzelne Fachgebiete oder Probleme, sondern sind in der Lage, die Gesamtsituation zu erfassen und eine neue, größere Vision zu erschaffen. Sie geben neue Ziele vor.

Doch die wenigsten von uns sind Strategen. Ganz im Gegenteil: Die meisten Menschen, die sich als Strategen sehen, sind Spezialisten oder Berater. Sie nutzen ihr Wissen, um anderen zu helfen, ihnen einen Mehrwert zu bieten. Das ist es auch, was sich Partner und Kunden wünschen. Sie wollen keine Strategen, sie wollen Menschen, die ihnen bei ihren Problemen helfen.

Von Marco Janoschka auf Business Insider Deutschland.