Diese 4 Dinge könnt ihr tun, um eure Stimmung sofort zu verbessern

Selbst die unerschütterlichste Frohnatur kennt Tage, an denen einfach nichts so läuft, wie es soll. Was dann?

Gute Laune kannst du dir selbst verschaffen – und es ist ganz leicht. Foto: Pexels | CC0 Lizenz

Es gibt Tage, an denen einen die metaphorische dunkle Wolke zu verfolgen scheint und sich einfach nicht abschütteln lassen will.

Tipps zur Aufheiterung wie eine Tasse Lieblingstee, Yoga oder ein Disney-Film sind gut gemeint — aber wenn wir ehrlich sind, dann klappt das bei so richtig mieser Laune auch nicht wirklich.

Was euch tatsächlich helfen kann, ist Wissenschaft. Neurologie, genau gesagt. Mit ein wenig Wissen über euer Gehirn und wie es funktioniert, könnt ihr es nämlich recht erfolgreich austricksen. Schlechte Stimmung, adieu!

Der Neurowissenschaftler und Autor Alex Korb weiß genau, was in eurem Gehirn passiert, wenn ihr nicht gut drauf seid. Und er weiß auch, was ihr dagegen unternehmen könnt.

Das Gehirn hat seine ganz eigenen Methoden, um zu bewirken, dass ihr euch wieder besser fühlt. Empfindet ihr beispielsweise Schuld oder Scham, könnte das daran liegen, dass euer Gehirn unwirksamerweise versucht, euer Belohnungszentrum zu aktivieren. Ja, ihr habt richtig gelesen.

Euer Gehirn ist gern beschäftigt — das könnt ihr ausnutzen

Gegenüber „Big think“ erklärte Korb: „Trotz ihrer Unterschiedlichkeit aktivieren Stolz, Scham- und Schuldgefühle alle dieselben neuronalen Schaltkreise, inklusive des dorsomedialen präfrontalen Cortex, der Amygdala, der Inselrinde und des Nucleus accumbens.“ Das erklärt, warum es einen angenehmen Aspekt haben kann, uns selbst Schuld aufzuladen: Wir tun etwas Tapferes, Gutes und aktivieren damit das Belohnungszentrum unseres Gehirns.

Ähnlich verhält es sich übrigens mit dem Grübeln. Wenn ihr euch Sorgen macht und anscheinend einfach nicht damit aufhören könnt, über etwas nachzugrübeln, stimuliere das den medialen präfrontalen Cortex, so Korb.

Die Aktivität in der Amygdala wird reduziert, wodurch euer limbisches System, das unter anderem eure Emotionen verarbeitet, im grünen Bereich bleibt. Korbs Theorie dazu ist, dass, obwohl Grübeln allgemein als nicht besonders sinnvoll angesehen wird und meistens zu nichts führt, es euer Gehirn in unangenehmen Situationen vorzieht zu grübeln anstatt gar nichts zu tun.

Genau hier könnt ihr ansetzen und diese destruktive Schleife ins Positive umkehren:

1. Fragt euch: „Wofür bin ich dankbar?“

Ein sehr positiver Aspekt von Dankbarkeit ist, dass er den Serotoninspiegel erhöht. Der Neurotransmitter spielt eine wichtige Rolle für unsere Stimmung. Während sich ein Serotoninmangel als Depression bemerkbar macht, führt eine erhöhte Ausschüttung des Botenstoffs zu Glücksgefühlen.

Wenn ihr also an etwas denkt, für das ihr besonders dankbar seid, zwingt euch das automatisch dazu, euch auf die positiven Aspekte eures Lebens zu konzentrieren. Diese einfache Übung erhöht die Serotoninproduktion im Gehirn.

Gerade wenn die Stimmung so richtig schlecht ist, fällt es schwer, etwas ausfindig zu machen, wofür man dankbar ist. Das muss euch aber auch gar nicht gelingen, allein der Versuch wirkt.

In seinem Buch „The Upward Spiral“ bespricht Korb eine Studie, die zeigte, dass die reine Überlegung einen Effekt auf die Dichte der Neuronen sowohl im ventromedialen als auch im lateralen Cortex hat. Diese Veränderung der Dichte legt nahe: Je höher die emotionale Intelligenz ist, desto effizienter werden die Neuronen in diesen Bereichen. „Mit einer höheren emotionalen Intelligenz ist es einfacher, dankbar zu sein“, sagt Korb.

2. Versucht, das schlechte Gefühl, das euch belastet, genau zu bestimmen

Ihr seid immer noch mies drauf? Dann versucht, den Grund dafür zu benennen. Seid ihr wütend, gestresst, traurig, fühlt ihr euch alleine? Die Neurowissenschaft beweist, dass schon das bloße Benennen eines dunklen Gefühls dazu beitragen kann, dass es sich in Luft auflöst.

Probiert, das Gefühl mit möglichst wenigen Worten, dafür aber symbolisch und mit indirekten Metaphern zu beschreiben. Zeichnet euch ein konkretes Bild davon. Damit aktiviert ihr euren präfrontalen Cortex, der wiederum das negative Gefühl in eurem limbischen System reduziert.

Korb zieht eine Studie heran, um den Prozess zu verdeutlichen: „Die Teilnehmer der Studie sollten sich Fotos von Menschen ansehen, die mit ihrem Gesichtsausdruck eine deutlich erkennbare Emotion zeigten. Wie erwartet aktivierte die Amygdala der Teilnehmer sofort das Gefühl in ihnen, das ihnen gezeigt wurde.

Als sie aber dazu aufgefordert wurden, das Gefühl zu benennen, schaltete sich der präfrontale Cortex ein und reduzierte sofort die emotionale Reaktionsfähigkeit der Amygdala. Mit anderen Worten: Sich die Gefühle bewusst zu machen, verringerte ihren Einfluss auf die Teilnehmer.“

3. Trefft eine bewusste Entscheidung, die euer Problem lösen könnte

Wenn ihr euch um etwas Sorgen macht oder Angst vor etwas habt, dann trefft eine Entscheidung, die euch helfen könnte, das Problem zu lösen. Wichtig dabei ist, dass es keineswegs die perfekte und einzig richtige Lösung sein muss — eine gute ist absolut ausreichend. Wenn ihr euch das bewusst macht, nehmt ihr euch selbst den Erfolgsdruck, der hinderlich sein kann.

Korb erklärt: „Aktiv Entscheidungen zu treffen, bewirkt Veränderungen im Kreislauf der Aufmerksamkeit und erhöht den Dopaminhaushalt.“ Auch Dopamin ist ein Neurotransmitter. Das Hormon gehört zu den wichtigsten Botenstoffen im Nervensystem und ist auch als Belohnungs- und Glückshormon bekannt.

Entscheidungen zu treffen bedeutet gleichermaßen, Chancen zu schaffen und sich Ziele zu setzen. Alle drei Aktivitäten gehören zum selben neuronalen Schaltkreis, die den präfrontalen Cortex positiv beschäftigen und so Angst und Sorgen reduzieren. Lösungen zu finden, beruhigt außerdem euer limbisches System.

4. Sucht Körperkontakt

Nur um das gleich klarzustellen: Ihr solltet nur Leute anfassen, die auch wirklich angefasst werden wollen. Habt ihr jemanden gefunden, ist das prima für euch. „Umarmungen, vor allem lange, setzen einen Neurotransmitter frei, das Hormon Oxytocin, das die Aktivität der Amygdala hemmt“, erklärt Korb.

Auch kleinere Berührungen, wie ein Schulterklopfen oder ein Handschlag, können helfen. Eine Studie zeigte, dass Probanden, die während eines Experiments von ihrem Partner an der Hand gehalten wurden, weniger Angst empfanden. Bei dem Test bekamen die Studienteilnehmer in unregelmäßigen Abständen leichte und ungefährliche Elektroschocks verpasst.

Wer während des Experiments von seinem Partner berührt wurde, dessen Gehirn reduzierte die Aktivität im anterioren cingulären Cortex und im dorsolateralen präfrontalen Cortex, die beide beteiligt sind bei der Entstehung von Schmerz und Angst.

Wenn ihr also einen so schlechten Tag hattet, dass ihn auch eine Tasse Tee nicht mehr retten kann — versucht’s doch mal mit der Hilfe der Wissenschaft.

Von  auf Business Insider.


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