Diese Dinge könnte Trumps Chefstratege ihm ins Ohr flüstern

Hinter Donald Trumps Wahlkampagne stand vor allem Stephen Bannon. Er wird jetzt Trumps Chefstratege, gilt als Rassist und Antisemit. Ihm wird ein starker Einfluss auf Trump nachgesagt. Was kann er jetzt anrichten?

Stephen Bannon

Bannon und Trump, eine explosive Mischung. © Joe Raedle/ Getty Images

Stephen Bannon war an der Wall Street, produzierte Hollywood-Serien und konservative Dokumentarfilme. Er ist CEO des Online Magazins Breitbart, dem Sprachrohr der „alternative right“-Bewegung nun nach Europa expandiert. Er gilt als Hardliner, als Rassist, Faschist und Antisemit.

Schon früh hat Bannon Trumps Potenzial als Präsidentschaftskandidat erkannt und leitete Trumps Wahlkampagne. In einem Portrait von Bloomberg wird Bannon so beschrieben: Er suche sich Menschen, die für ihn als erstes durch eine Tür gehen, um – metaphorisch gesprochen – die geschossenen Pfeile abzufangen. Trump scheint für Bannon die perfekte Person zu sein, um seine Ideen und Ideologien durchzusetzen.

In Trumps erster Rede nach dem Wahlsieg sagte Trump über Bannon, er hatte nie auch nur eine schlechte Sekunde mit ihm. Nun wird Bannon ganz offiziell zum Trump-Flüsterer: als Chefstratege in Trumps Regierungsteam. Was könnte er ihm alles ins Ohr flüstern?

„Ausländer sind eine Gefahr für unsere weiße Identität!“

„White Supremacy“, also die Überlegenheit der weißen Rasse, ist ein Grundpfeiler in der Breitbart-Ideologie. Menschen, die von ihr überzeugt sind, sind der äußersten Rechten zuzurechnen. Sie gehen davon aus, dass die weiße Rasse durch multikulturelle Einflüsse gefährdet ist. Wer so denkt, möchte zum Beispiel illegal im Land lebende Mexikaner ausweisen und das Silicon Valley vor zu vielen asiatischstämmigen Amerikanern schützen.

„Vergiss die alteingesessenen Republikaner!“

Bannon sind die Republikaner nicht rechts genug. Laut eigener Aussage war er ein großer Reagan-Fan, fand aber, dass die Bush-Administration zu viele Fehler machte. Nach Dailywire hasst er das Establishment der GOP, weil es noch immer dem demokratischem System der „checks and balances“ anhängt. Bannon sagte bereits 2012, es bräuchte einen Kampf um die Seele des konservativen Amerikas. Laut Daily Beast träumt er von einer global vereinten Ultra-Rechten.

„Lass mich das mit den Medien regeln!“

Den exklusivsten Zugang – und damit die Macht, allen Geschichten einen passenden Rahmen zu geben, wird wohl Breitbart erhalten. Aber Bannon weiß auch: Seine Ziele erreicht er nicht, wenn seine Geschichten nicht in der Mainstream-Presse landen. Deshalb hat Bannon  in der Vergangenheit extrem aufwendige Recherchen finanziert, die beispielsweise die finanziellen Verstrickungen der Clintons mit der Wall Street oder internationalen Machthabern aufdeckten. Das ist sehr gerissen: Sind solche Storys lückenlos recherchiert, sind liberale Medien natürlich bereit, sie zu drucken – auch, wenn Sie damit die Präsidentschaftskandidatin nachhaltig schwächen.

„Honey Badger don’t give a shit!“

Sei skrupellos. Das ist das Motto, unter dem Bannons Reporter bei Breitbart arbeiten sollen. Kritik soll sie befeuern. Eine Attitüde, die Bannon sicher auch gern am Präsidenten der Vereinigten Staaten sieht.

„Be an angry white man!“

Das Stereotyp der „angry white man“ beschreibt den Gegenentwurf zum liberalen, um Gleichberechtigung bemühten Teil der Gesellschaft. Wütende, weiße Männer konnte Trump mehrheitlich mobilisieren, indem er selbst einer ist. Sie legitimieren einen bevorstehenden Rechtsruck.

„Weiße Kinder sollen nicht mit jüdischen Schülern unterrichtet werden!“

Mary Louise Piccard, Bannons Exfrau, sagte 2007 vor Gericht aus, dass Bannon einen Schulwechsel für seine Kinder wollte – zu viele jüdische Kinder würden die Schule besuchen. Bannon bestreitet diesen Vorwurf. Beobachter vermuten allerdings nicht, dass Bannon antisemitische oder anti-israelische Ziele verfolgen wird – es sei denn, sie stehen seinen persönlichen Interessen im Weg.

Wie Bannon Trump beeinflusst

Dieser Clip analysiert Gespräche aus gemeinsamen Radioauftritten von Trump und Bannon. Er gibt einen Einblick in die Art, wie Bannon mit Trump redet. Durch Schmeicheleien ermutigt er ihn zu extremeren Positionen. An einer Stelle sind sich die beiden uneinig: Trump hält es für einen Fehler, Menschen mit Migrationshintergrund in den USA auszubilden und sie dann wieder aus dem Land zu lassen – ihre Fähigkeiten kämen ihrer Heimat zugute, nicht der USA. Bannon argumentiert im Sinne der „White Supremacy“: Eine Gesellschaft sei mehr als ihre Wirtschaft, diese Menschen seien eine Gefahr für das soziale Miteinander.