Diese Dragon-Ball-Z-Satire macht süchtig

Vergesst das neue Dragon Ball Super. Hier kommt Dragon Ball Z Abridged.

© Screenshot YouTube/TeamFourStar

Vegeta: On his way to get kicked in the dick. © Screenshot YouTube/TeamFourStar

Jetzt mal ehrlich: Son-Goku, der Super-Saiyajin mit der Super-Stärke, ist echt ein super beschissener Vater. Wenn er die Wahl hat, entweder irgendwo zu trainieren oder Zeit mit seiner Familie zu verbringen, erhöht er lieber sein Power-Level um ein paar tausend Punkte als sich ausnahmsweise mal um die Erziehung seines Sohns zu kümmern.

Als Jugendlicher sind einem solche Dinge bei Dragon Ball Z vielleicht nicht aufgefallen. Man hat schließlich stundenlang nur gehofft, dass Piccolo und Android-17 endlich ihren Stare-Contest beenden und verdammt nochmal anfangen zu kämpfen. Die familiären Probleme haben da keinen interessiert. Aber dafür gibt es ja, Kame sei Dank, das “Team Four Star”

Seit über sieben Jahren produzieren die Anime- und Gamer-Geeks “DragonBall Z Abridged” für YouTube: In bislang über 50 Folgen haben sie Original-Bildmaterial der Serie verkürzt zusammengeschnitten (daher “abridged”) und auf Englisch neu vertont. Heraus gekommen ist eine Anime-Satire im “Lord of the Weed”-Stil – und damit ein wahres Fest für alle, die mit dem Text bis hier etwas anfangen konnten.

Die meisten Episoden verzeichnen rund fünf Millionen Klicks, besonders populäre über neun Millionen. Hinzu kommen noch einige Sonderproduktionen, die sich den Dragonball-Filmen widmen. Einer der beliebtesten ist sicherlich “Dragon Ball Z Abridged: The Return of Cooler’s Revenge The Reckoning”, in der Vegeta sich mehrmals beschwert: “Why does he keep kicking me in the dick?”

Ja, vielleicht klingt das für einige ein bisschen infantil, und vielleicht glauben andere, man sollte die Begeisterung für das RTL2-Nachmittagsprogramm irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden abgelegt haben. Aber es ist einfach zu schön, wenn Krillin mal wieder gegen einen Felsen geschleudert wird und der “Krillin Owned Count” auf 20 steigt. Oder wenn Piccolo Son-Gohan Richtung Felsen schmeißt und man daraufhin nur ein lautes Flatsch-Geräusch hört. Da mischt sich Geek-Nostalgie mit Geek-Humor, der nicht immer platt ist, sondern oft sehr intelligent die Logikfehler und Plotholes der Serie durch den Kakao zieht (Warum zum Beispiel hat Gotts Diener Popo nicht einfach seinen fliegenden Teleport-Teppich benutzt, um Son-Goku schnell zum Fight gegen Nappa und Vegeta zu beamen?).

Es ist eine wunderbar-unterhaltsame Reise zurück in die Welt von Kamehame, Kaioken und Genkidama. Und sie macht extrem süchtig, süchtiger als die offizielle Neuauflage „Dragon Ball Super“. Wenn also Eure Freunde oder Mitbewohner mal wieder “Germany’s Next Topmodell” oder Bundesliga gucken, gönnt Euch “Dragonball Z Abridged”. Denn egal wie alt man ist: Animes sind immer noch cool.