Diese Familienfotos sind irritierender als deine

Im Gedächtnis können Realität und Nostalgie leicht verschwimmen. Diese Fotos einer polnischen Künstlerin zeigen die Spurensuche nach dem Echten und dem Falschen in der Erinnerung.

Es gibt Kindheitsbilder, die dir nicht aus dem Kopf gehen – auch wenn du dich gar nicht selbst an die Situation erinnerst. Und es gibt diese Kindheitserinnerungen, von denen du nicht weißt: Habe ich das selbst erlebt oder reime ich es mir aus Erzählungen zusammen?

Mit diesem Verschwimmen von Fakten und Fiktion beschäftigt sich die polnische Künstlerin und Fotografin Weronika Gesicka. „Fotos beweisen, dass etwas existierte oder passiert ist. Sie sind Spuren der Vergangenheit“, sagt sie. In ihrer Serie „Trace“ baut sie verstörende, irritierende Details in fremde Vintage-Bilder ein und fügt den Fotos dadurch eigene Geschichten hinzu.

Dazu nimmt Gesicka Fotografien aus Bilddatenbanken, die unbekannte Menschen zeigen. „Die Menschen sind dort oft mit sehr einfachen und verallgemeinernden Worten wie Frau, Kind oder Familie beschrieben. Ihre Spuren sind offen für Interpretation oder müssen erst entschlüsselt werden.“