„Die Türkei braucht eine sexuelle Revolution“ – Diese Fotografin bricht mit ihren Bildern Tabus

Eylül Aslan stellt sich mit ihrer Kunst gegen soziale Normen in der Türkei. Ihre Fotos brechen Tabus und fordern ein, was es in der türkischen Gesellschaft bislang nicht gegeben hat: eine sexuelle Revolution.

Eylül hatte niemals das Ziel, Fotografin zu werden und wurde es doch. In ihrer Jugend entdeckte sie die Fotografie als Hobby, fand Motive in ihrem privaten Umfeld. Als sie dem Vorschlag ihrer Cousine folgte, ihre Fotos ins Netz zu stellen, wurde sie innerhalb kürzester Zeit an die Oberfläche der türkischen Fotokunstszene gespült.

Der Grund dafür ist, dass Eylül Aslans mit ihren Bildern geltende Tabus bricht. So erforscht erforscht Eylül in ihren Fotos unter anderem die Weiblichkeit. Allein das ist in der Türkei schon politisch. Ihre Fotos bilden ab, worüber in der Türkei nicht offen gesprochen wird: Sexualität, Menstruation und weibliche Lust. Ihren größten Fokus legt sie dabei auf die Fruchtbarkeit der Frau.

„Frau sein heißt, zu realisieren, dass wir Leben auf die Welt bringen können“

Ihre Inspiration zieht Eylül Aslan oft aus der Beklemmung, die sie empfindet, wenn sie in der Türkei durch die Straßen läuft. In Berlin fühlt sie sich dagegen frei. Dieses Ungleichgewicht zeigt ihr, was in ihrer Heimat nicht stimmt: „Wenn ich im Berghain bin, zeigt mir das, wie verschlossen die Gesellschaft in der Türkei ist. Wenn ich mir vorstelle, dass eine Freundin oder mein Vater im Berghain sind, wären sie wohl komplett geschockt“, sagt Eylül Aslan.

Ihre Fotos entstammen vor allem Geschichten, die sie in ihrem Leben erlebt hat: „Die Geschichte hinter jedem Foto ist klar. Es sind immer persönliche Erfahrungen, die ich gemacht habe.“ In der Türkei wird ihre Kunst als Pornografie abgetan. Davon lässt sie sich aber nicht abhalten und macht weiter mit ihren Fotos auf die Verschlossenheit der türkischen Gesellschaft aufmerksam.