Diese Illustrationen bringen bewegende Themen besser rüber als jedes Foto

Rassismus, Krankheit oder Mutterschaft: Ein US-amerikanisches Blog verarbeitet emotionale Themen in bunten Illustrationen.

© Illustrated Impact


Auf den ersten Blick sieht es einfach nur aus wie eine coole Zeichnung, vielleicht eine Werbung für ein Event: bunte, starke Farben, eine Frau im Superman-Cape, umgeben von Sternen und Raketen. „Supermom“ steht in großen Lettern daneben geschrieben. Dann fällt der Blick auf die Beschreibung neben der Illustration und es wird klar, dass es hier um etwas anderes geht. Das Bild bezieht sich auf die Geschichte der US-Amerikanerin Malerie Burdon und ihrer Mutter, die an Krebs erkrankt ist, zwei Jahre lang gekämpft und ihn schließlich besiegt hat. „That’s why my Mom is Super Woman“, schreibt Malorie.

🌸"My Mom's tumors may be gone now, but I'll never forget all the love, awakening, and growth my family all went through during the past two years. 🙌My Dad has been the one taking care of her through all of this. It is amazing to see the amount of pure love he has for her and to see him standing right by her side, even when he was hurting over the possibility of losing his wife of over 30 years. I learned first-hand to enjoy each day you have, and to make sure your loved ones know how much they mean to you. ✨Getting a second chance to create more memories with my Mom is like winning the Lottery, and it's something I'll never take for granted. Even though the situation was terrifying, she went through each day with a positive attitude, put others' happiness before her own, and even maintained her Faith even when it seemed impossible. 💕That's why my Mom is Super Woman." -Malorie Burden (@badluckburdenblog) #illoimpactfamily #familymonth —- 🖍Illustration by the talented Anna Santaguida (@annerbananers @banannabones) —- 🔬Malorie supports the MD Anderson Cancer Center (@mdandersoncancercenter). The University of Texas MD Anderson Cancer Center is one of the world’s most respected centers devoted exclusively to cancer patient care, research, education and prevention. Their mission is to eliminate cancer in Texas, the nation, and the world. Link to learn more 🔝

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Malories Story ist eine von vielen Geschichten, die der US-amerikanische Blog Illustrated Impact erzählt. Hinter der Website stecken die US-Amerikanerinnen und Illustratorinnen Susanne Lamb, Lorraine Nam and Laura Korzon. Mithilfe von bunten Illustrationen arbeiten sie gesellschaftliche Themen – auch die schweren – auf ansprechende Weise auf. Krankheit, soziale Ungerechtigkeiten, modernes Familienleben. Begleitet werden die aussagekräftigen Zeichnung von einem kurzen Bericht, Interview oder Kommentar, wie auch bei Malorie.

Und das funktioniert: Wenn ein Bild von Illustrated Impact im Instagram-Feed auftaucht, bleibt man kurz hängen. Die Illustrationen sind charmant und farbenfroh. Wie schwer es ist, Freude in etwas Problematisches zu bekommen, wissen auch die Macherinnen des Blogs: „Es gibt online so viele Informationsquellen. Selbst eine fesselnde Illustration muss einen weiten Weg zurücklegen, um die Aufmerksamkeit von jemandem zu erlangen – und dann hoffentlich ein Thema zu stärken, das Unterstützung gebrauchen kann”.

Ending this tropical day with a beautiful leafy moment from @lasegoviana 🌴 #illoimpactfamily #familymonth #motherhood 💚🌿

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Projekt nach US-Wahl gestartet

Gestartet haben Susanne, Lorraine and Laura ihr Projekt nach den US-Wahlen vergangenen November. Wie so viele US-Amerikaner*innen hinterließ der Wahlausgang bei ihnen ein Gefühl der Verwirrung und Nervosität. Sie sahen sich mit der Frage konfrontiert: Wie wird es mit unserem Land weitergehen? Im Dezember begannen sie deshalb auf ihrer Website in einer Reihe von täglichen Porträts, Organisationen vorzustellen, die das Leben der US-Amerikaner*innen verbessern wollen. „Insbesondere solche, die sich von den politischen Verschiebungen betroffen sahen”, erklären die drei. So findet sich auf dem Blog zum Beispiel ein kurzer Artikel über das Center for Constitutional Rights, das sich für die Sicherung der Rechte in den USA einsetzt, neben einer Kurzvorstellung der führenden LTGB Organisation Immigration Equality.

[Außerdem auf ze.tt: Rassismus in den USA fängt bei der Wahrnehmung schwarzer Kinder an]

Aus der Idee entwickelte sich ein fortlaufendes Konzept: Jeden Monat nimmt sich Illustrated Impact einem anderen Thema an, das in ihren Augen noch nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt. Der Juni etwa stand unter dem Motto Pride Month, für das Mai-Motiv Family Month inspirierte sie der Muttertag. „Wir wollen immer eine Thematik aussuchen, die sich dringlich anfühlt und so aufarbeiten, dass jeder einen Zugang dazu findet.”

Illustrationen können Themen manchmal besser auffangen als Fotos

Die Zeichnungen dienen dabei als ein guter Einstieg in komplexere Thematiken. Sie können die wichtigsten Informationen klar zusammenfassen, oft besser als es eine Fotoaufnahme je könnte. „Kunst kann ein viel umfassenderes Narrativ für ein großes Thema bieten”, erklärt Susanne. So sei es viel einfacher und auch schöner, beispielsweise Organisationen anhand von Illustrationen vorzustellen. Gestelle Fotos könnten den Umfang dessen, was eine Wohltätigkeitsorganisation macht, kaum repräsentieren.

Konnten sie schon spüren, dass die Illustrationen einen Impact hinterlassen, sie etwas bewegt haben? „Viele Leute haben uns erzählt, dass sie unsere Dezember-Liste genutzt haben, um für Organisationen zu spenden”, berichten die Blog-Betreiberinnen. Vor allem hätten sie selbst aber in den vergangenen Monaten schon ganz viel über die unterschiedlichsten Materien gelernt: Immigration, Heilung nach einer Fehlgeburt, Grillen züchten, ein College starten. Für die nächsten Monate hoffen sie, noch weiter zu wachsen. Genügend Themen dürfte es geben.

My body, my right! 🌸 Illustration by @sarahgreenstudio #womenshistorymonth #womensmonth

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