Diese Illustrationen zeigen, was der Kapitalismus aus uns macht

John Holcroft macht bitterböse Grafiken über unser Verständnis von Arbeit, Konsum, Miteinander – und welchen Einfluss das auf uns Menschen hat.

Irgendwann kommt dieser Moment, an dem man abkotzt. Er kommt sicher nicht bei allen gleich intensiv, nicht bei allen zum gleichen Zeitpunkt, aber er kommt. Arbeit, Geldverdienen, Funktionieren – oft ist das alles überhaupt kein Spaß und hat mit wahrer Erfüllung wenig zu tun.

Das Erwachen in der harten Realität, aus den Träumen unserer jungen Jahre, aus diesen Wünschen und Visionen, das kann uns ziemlich treffen. John Holcroft scheint das nur allzu gut zu wissen. Aus den Momenten der Ent-Täuschung, aus Wut und Unverständnis, sammelt er Inspiration für seine gesellschaftskritischen Illustrationen.

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Seine Grafiken behandeln viele Lebensbereiche, doch seine übergeordneten Themen sind unser System der Arbeit und des Konsums. Aus einem Arzt wird etwa ein Heilungsautomat, der nur bei Münzeinwurf funktioniert. Zwei Hände ziehen Arbeitskräfte statt Brennhölzern aus einer Streichholzschachtel. Das Eigenheim wird zum Geldschredder. Und Rentner*innen müssen sich ihre Geldpakete am Ende eines langen Fließbandes abholen: fein rationiert am Ende der wirtschaftlichen Nahrungskette. John stellte uns einige seiner Grafiken für eine Galerie zur Verfügung.

In allen Illustrationen – so abstrakt sie auch sind – steckt eine ordentliche Portion Wahrheit. Das macht Johns Arbeiten so beklemmend. Denn tatsächlich ist es doch so: Wir alle wissen, dass da so einiges falsch läuft, aber wie wir da ausbrechen können, das wissen wir nicht.

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