Diese Kneipe auf Malle hat keinen Bock auf Neonazis und lässt sie das spüren

Während eines Auftritts der Sängerin Mia Julia Brückner im Bierkönig entrollten ein paar Rechte eine Reichskriegsflagge. Ganz schlechte Idee.

Der Bierkönig an der Platja de Palma ist vor allem bei deutschen Partytourist*innen beliebt. © Screenshot / Facebook / René Schröder

Schlagerfans in der wohl berühmtesten Saufkneipe Mallorcas gelang am Wochenende ein starkes Zeichen gegen Rechts.

Beim Auftritt der Schlagersängerin Mia Julia Brückner im Bierkönig am Freitagabend fiel eine Gruppe rechter Skinheads auf, die eine Reichskriegsflagge entrollte und vor der Balustrade hin und her schwang. Die Flagge wird von Neonazis als Erkennungszeichen verwendet. Dazu grölten sie „Ausländer raus“.

Dass es etwas sehr – nennen wir es beim Namen – hirnverbrannt ist, solche Parolen ausgerechnet als Deutsche in Spanien zu grölen, dachte die Gruppe offenbar nicht. Jedenfalls kippte die Stimmung im Laden daraufhin innerhalb weniger Sekunden. Und plötzlich stand es: der ganze Bierkönig gegen ein paar Neonazis.

Das Livevideo, in dem die Szene zu sehen ist, wurde von einem Facebooknutzer aufgenommen und zeigt deutlich, was Sängerin und die Feiernden in der Kultkneipe von diesem Aufritt hielten. Brückner etwa unterbrach ihren Auftritt direkt, um den Rechten die Meinung zu sagen. „Nehmt die Scheissflagge da runter, sofort“, polterte sie von der Bühne mit Blick nach oben. „Das geht gar nicht, ohne Scheiß.“ Sie seien peinlich, sie habe keine Angst vor ihnen, ihre ganze Jugend im Dorf habe sie sich „mit solchen Spinnern“ rumschlagen müssen. „Geht raus“, sagte Brückner und forderte das Securitypersonal auf, die Störenfriede aus dem Laden zu geleiten.

Die Gruppe Neonazis – laut der Bild seien Teile der gewaltbereiten Hammerskins aus der Pfalz darunter gewesen – machte keine Anstalten, sich aus dem Laden zu bewegen und zeigte sich zunächst müßig und unbeeindruckt. Überall in der Kneipe erhoben sich aber währenddessen die Mittelfinger gegen sie, es waren laute Sprechchöre entstanden, die „Nazis raus“ forderten. Auch der DJ rief die Gruppe letztlich dazu auf, ihre „armseligen kleinen Körper raus aus dem Bierkönig“ zu bewegen. „Ihr habt doch langsam verstanden, dass euch hier keiner will, oder?“

[Außerdem auf ze.tt: Dieses Lächeln ist so viel stärker als rechter Hass]

Den Neonazis wurde das dann wohl doch zu viel. Nach ein paar Minuten verließen sie dann langsam die Kneipe – während gefühlt der ganze Laden inbrünstig „Jeder Nazi ist ein Hurensohn“ sang.

Bierkönig: 1, Neonazis: 0.

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