Diese schlechten Angewohnheiten kosten euch richtig viel Geld

Wir sollten aufhören, unser Geld durch schlechte Gewohnheiten aus dem Fenster zu werfen. Denn sie kosten uns jeden Tag bares Geld.

© Flickr/Romain Toornier

Rechnungen zu spät bezahlen wird teuer. © Flickr/Romain Toornier

Wenn ihr eure Ausgaben besser im Griff haben und euch ein kleines Vermögen schaffen wollt, könnt ihr zum Beispiel damit anfangen, endlich die folgenden schlechten Angewohnheiten und Verhaltensweisen abzulegen.

An fremden Geldautomaten Geld abheben

© Justin Sullivan/Getty
© Justin Sullivan/Getty

Aus Bequemlichkeit benutzen viele Menschen den Geldautomaten, der am nächsten ist — einfach nur, weil sie keine Lust haben, einen Automaten ihrer Bank zu suchen. Dabei wissen sie meist, dass das einfach nur teuer ist: Mit mehr als vier Euro können Abhebungen am falschen Bankautomat zu Buche schlagen.

Macht euch also am besten damit vertraut, bei welchen Banken — außer der eigenen — ihr mit eurer EC-Karte kostenlos Bargeld abheben könnt: Oft sind mehrere Banken in Verbänden wie Cash Group oder Cashpool zusammengeschlossen und erlauben auch Kunden der anderen Mitgliedsbanken kostenlose Geldabhebungen. Wenn eure Bank nicht zu einer dieser Gruppen gehört und die Abdeckung mit Geldautomaten in anderen Städten daher potenziell schlecht ist, solltet ihr daüber nachdenken, die Bank zu wechseln.

Sich jeden Tag eine Kaffee, oder einen Snack, oder das Mittagessen kaufen …

© Shutterstock
© Shutterstock

Geld auszugeben fällt uns oft leicht, vor allem, wenn es um kleine Beträge geht. Dabei können auch die sich ganz schnell läppern.

Wer täglich auf seinem Weg zur Arbeit an einem Starbucks oder Bäcker vorbeikommt und es schafft, einmal nicht dort hineinzugehen, spart ganz schnell fünf Euro. Und wer das an zwei Tagen pro Woche schafft, hat schon zehn Euro gespart. Dieses Geld könnt ihr stattdessen anlegen, um euer Sparziel schneller zu erreichen oder um schon einmal für die Rente vorzusorgen. Auch kleine Beträge helfen da weiter, vor allem, wenn ihr sie regelmäßig einzahlt.

Natürlich sollt ihr aber nicht für immer auf euren Starbucks-Kaffee, euer belegtes Brötchen oder das Stück Kuchen verzichten. Aber schon, wenn ihr euch das nicht mehr jeden Tag gönnt, kommt ihr eurem Ziel, euer Vermögen zu vergrößern, auf einfache Weise ein ganzes Stück näher.

Geld, das ihr als Altersvorsorge angelegt habt, schon vorher ausgeben

© Strelka Institute for Media, Architecture and Design/flickr.

Falls ihr beispielsweie selbst über einen Fonds für eure Rente vorsorgt, solltet ihr der Versuchung widerstehen, aus dieser Anlage Geld abzuziehen, falls ihr es vorher für irgendeine Anschaffung braucht. Ersparnisse, die für das Alter gedacht sind, sollten auch erst dann angefasst werden.

Das Gleiche gilt für euren Riestervertrag: Wenn ihr diesen vorzeitig auflöst, habt ihr nicht nur kein Geld im Alter, sondern bekommt aufgrund diverser Gebühren auch deutlich weniger raus, als ihr eingezahlt habt.

Die eigenen Ausgaben nicht verfolgen

© Getty Images
© Getty Images

Oft gibt man an einem Tag mehr aus, als vorher gedacht. Und wenn man dann versucht, diese Ausgaben im Kopf zu behalten, klappt das meist nur so mittelmäßig.

Wenn euch das öfter passiert oder ihr zu Impulskäufen neigt, solltet ihr eure Ausgaben ab sofort aufschreiben und analysieren — entweder auf dem Papier, in einem Haushaltsbuch, am Computer oder mit einer App. Dann werdet ihr mit Sicherheit Dinge finden, für die ihr Geld ausgebt, von denen ihr aber gar nichts mehr wusstet oder die ihr völlig unnötig findet.

Sobald ihr unnötige wiederkehrende Ausgaben identifiziert und abgestellt habt, solltet ihr aber noch nicht aufhören. Macht stattdessen etwas mit dem Geld, das ihr jetzt mehr zur Verfügung habt: Zahlt es auf euer Sparkonto ein oder investiert es an der Börse. Dann kann es sich dort vermehren und wächst mit der Zeit vielleicht sogar zu einem richtigen Vermögen an.

Versicherungen zu spät abschließen

© Flickr /Graeme MacLean .

Löst euch von dem Gedanken, dass euch schon nichts Schlimmes passieren wird, und plant stattdessen für den Ernstfall vor — und zwar so früh wie möglich. Je eher ihr beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, desto günstiger ist diese für euch.

Informiert euch darüber, welche Versicherungen man auf jeden Fall abschließen sollte und welche totaler Blödsinn sind. Sprecht, falls notwendig, mit einem Versicherungsmakler oder Finanzexperten, dem ihr vertraut und von dem ihr sicher sein könnt, dass er euch keine unnötigen Versicherungspolicen andrehen will.

Kredite mit hohen Zinsen nicht bevorzugt abzahlen oder umschulden

© Saul Bromberger/Stanford Graduate School of Business/Facebook

Schulden sind nicht gleich Schulden. Denn wenn ihr mehrere Kredite habt, werdet ihr hier sicher auf die einen höhere Zinsen bezahlen als auf die anderen.

Um eure Kredite möglichst kostengünstig zu tilgen, empfehlen Experten, sich zuerst um die Kredite mit den höchsten Zinsen zu kümmern. Erstellt dafür eine Liste, die alle eure Verbindlichkeiten mit ihrer Höhe und den zu zahlenden Zinsen enthält. Dann priorisiert den Kredit mit der höchsten Zinsrate, indem ihr alles verfügbare Geld nutzt, um diesen per Sondertilgung schneller abzuzahlen. Ist das geschafft, macht ihr auf diese Weise mit dem nächsten Kredit in der Liste weiter.

Eine andere Möglichkeit, Kredite mit zu hohen Zinsen schnell loszuwerden, ist eine Umschuldung. Dabei nehmt ihr einen neuen Kredit mit einem günstigeren Zinssatz auf und benutzt das durch den neuen Kredit erhaltene Kapital, um den alten Kredit mit den schlechten Konditionen schnell abzuzahlen. Beachtet dabei aber, dass möglicherweise eine Strafzahlung fällig wird, wenn ihr den alten Kredit vor dem Ende der Laufzeit vollständig tilgen wollt.

Unerwartete Ausgaben als einmalig ansehen

© Enrique Marcarian/Reuters
© Enrique Marcarian/Reuters

Unerwartete Ausgaben kommen meist dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann — sei es in Form eines Strafzettels oder eines Gastgeschenks für eine unerwartete Einladung.

Auch wenn es verführerisch ist, diese Ausgaben einfach als einmalig oder unregelmäßig abzutun, sollte man auf sie vorbereitet sein. Ist man es nicht und muss deshalb sein Konto überziehen, geht das nur noch mehr ins Geld.

Wenn ihr euren Haushaltsplan erstellt, solltet ihr also einen ausreichenden Puffer mit einkalkulieren. Das gilt für wiederkehrende Ausgaben, wie beispielsweise Kfz-Versicherung oder Geburtstagsgeschenk, genauso wie für überraschende Ausgaben, wie zum Beispiel Strafzettel oder unerwartete gesundheitliche Ausgaben.

Rechnungen zu spät bezahlen

<a href="ttps://www.flickr.com/photos/romainphotographer/7455979658/" target="_blank">Flickr/Romain Toornier.</a>
© h

Wer seine Rechnungen nicht fristgerecht bezahlt, riskiert mehr als nur einen Versäumniszuschlag. Kommt das wiederholt vor, leidet auch eure Bonitätsbewertung. Das kann zur Folge haben, dass die Bank euch in Zukunft keine Kredite mehr gibt oder ihr höhere Zinsen zahlen müsst, oder auch dass ihr aufgrund einer negativen Schufa-Auskunft beispielsweise die Mietwohnung nicht bekommt, die ihr gerne haben wolltet.

Damit ihr nie eine Rechnung vergesst, solltet ihr für wiederkehrende Beträge Daueraufträge einrichten oder dem Empfänger eine Einzugsermächtigung erteilen. Für andere Beträge solltet ihr euch einen Kalendereintrag setzen und beispielsweise jede Woche an einem festgelegten Tag überprüfen, welche Rechnungen aktuell noch offen sind und diese begleichen.

Bestehende Verträge nicht überprüfen

© Shutterstock
© Shutterstock

Viele Menschen haben veraltete Telefon-, Strom- oder Gasverträge und zahlen dadurch viel mehr, als sie müssten. Vergleicht daher einmal pro Jahr die Konditionen anderer Anbieter und wechselt, wenn sich dadurch für euch Kostenersparnisse ergeben.

Bei Telefonverträgen könnt ihr euren Anbieter auch einfach anrufen und nach günstigeren Konditionen für Bestandskunden fragen. Oft sind die Unternehmen nämlich durchaus bereit, euch mit dem Preis etwas entgegenzukommen, wenn sie euch dadurch als Kunden behalten können.

Günstige Produkte einkaufen, um kurzfristig Geld zu sparen

© Spencer Platt/Getty Images
© Spencer Platt/Getty Images

Es ist verlockend, möglichst günstige Produkte einzukaufen, um Geld zu sparen. Aber diese günstigen Produkte haben meist auch eine schlechtere Qualität als ihre teureren Äquivalente. Auf lange Sicht kosten sie euch so oft sogar mehr als die teureren Produkte, weil sie schneller kaputt gehen und ihr sie öfter ersetzen müsst. Achtet beim Einkauf also besser auf Qualität und kauft weniger und dafür qualitativ hochwertigere Produkte.

Alles ausgeben, was ihr verdient

© Getty Images
© Getty Images

Wenn ihr zum ersten Mal ein festes und regelmäßiges Gehalt bekommt, fühlt sich das unglaublich gut an. Wahrscheinlich habt ihr dann auf einmal mehr Geld zur Verfügung, als jemals zuvor in eurem Leben. Das kann dazu verführen, dass ihr mehr ausgebt, als ihr euch eigentlich leisten könnt — vor allem, da ihr jung seid und die Rente noch zu weit weg ist, um sich darüber Gedanken zu machen.

Ihr solltet euch aber dennoch schon früh Gedanken über eure Altersvorsorge machen. Experten raten, ab dem ersten Gehalt zehn Prozent des Einkommens für eure Zukunft zur Seite zu legen. Mit dem restlichen Gehalt solltet ihr euch zuerst darum kümmern, dass euer aktuelles Leben gesichert ist und Miete, Rechnungen und Versicherungen bezahlen. Was dann noch übrig ist, könnt ihr sparen oder ausgeben — ganz wie ihr wollt.

Kein Sparziel festlegen

© Flickr/Leo Hidalgo .

Auf eine eigene Drei-Zimmer-Wohnung zu sparen fühlt sich viel besser an, als einfach nur Geld für die Zukunft zur Seite zu legen. Damit ihr beim Sparen dran bleibt, solltet ihr euch daher größere Sparziele setzen, die ihr erreichen wollt. Ihr werdet sehen: Wenn ihr auf ein Eigenheim, ein neues Auto oder auch nur den nächsten Urlaub spart, seid ihr gleich viel motivierter und das Sparen fällt euch viel leichter.

Wenn ihr festgelegt habt, worauf ihr sparen wollt, solltet ihr in Erfahrung bringen, wie viel euch euer Ziel kosten wird. Dann könnt ihr berechnen, wie viel Geld ihr über welchen Zeitraum zurücklegen müsst, damit ihr euer Ziel erreicht. Dabei solltet ihr euch nicht zu viel abverlangen — fangt ruhig mit kleinen Sparbeträgen an. Wenn euer Urlaub in Thailand 1.000 Euro kosten soll und ihr ihn in genau einem Jahr antreten wollt, dann müsst ihr etwas weniger als 3 Euro pro Tag zurücklegen. Das schafft ihr ganz einfach, indem ihr etwas weniger ausgebt und zum Beispiel auf den bereits erwähnten Starbucks-Kaffee verzichtet.

Von Kathleen Elkins und Carolin Ludwig auf Business Insider Deutschland.


Mehr von Business Insider Deutschland: