Diese technischen Innovationen könnten dir in Zukunft helfen, weniger Lebensmittel zu verschwenden

Der tägliche Blick in den schimmeligen WG-Kühlschrank ekelt dich an? ze.tt erklärt, welche technischen Innovationen uns zukünftig dabei helfen können, weniger Lebensmittel zu verschwenden.

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Diese Zitrone hat ihre besten Tage hinter sich. Foto: öda/Photocase.de

Unachtsamer Umgang mit Lebensmitteln kostet uns Gewissensbisse, Geld und Energie – je mehr Lebensmittel verderben, desto mehr kaufen wir ein, desto niedriger wird der Kontostand. Gleichzeitig wird unser ökologischer Fußabdruck größer. Nach einer Studie der Universität Stuttgart produzieren private Haushalte den größten Anteil des gesamten Lebensmittelmülls. Jeder Deutsche wirft jährlich circa 82 Kilogramm Lebensmittel in die Tonne – das entspricht zwei vollen Einkaufswagen.

Wege, um dieses Problem anzugehen, gibt es viele. Ein bewussteres Konsumverhalten ist bei allen Grundvoraussetzung. Technische Hilfsmittel können uns jedoch zusätzlich unterstützen. Die Tech-Branche hat diese Marktlücke entdeckt und zieht nun auch in den Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung.

Die Briten sind bei diesem Trend ganz vorne mit dabei, berichtet der Guardian. In der Stadt Swadlincote in Derbshire sollen erstmals 2016 sogenannte Smart Fridges und farbige Aufkleber, die auf knappe Mindesthaltbarkeitsdaten aufmerksam machen, für mehr Umweltbewusstsein sorgen: Der Supermarkt Sainsbury’s investierte rund 1,1 Millionen Euro in die Kampagne „Waste Less, Save More„. Ein Jahr lang werden Sechs Familien in Swadlincote dabei begleitet, wie sie verschiedene technische Instrumente nutzen, um ihren Lebensmittelmüll zu verringern. Diese Analyse und weitere Maßnahmen haben das Ziel, die Lebensmittelverschwendung in privaten Haushalten zu halbieren und pro Haushalt rund 410 Euro jährlich einzusparen.

Auch die Deutschen könnten mächtig sparen: Lebensmittel im Wert von 235 Euro werfen die Deutschen jährlich weg. Am häufigsten sind es Obst und Gemüse. Diese technischen Hilfsmittel könnten die Deutschen beim Reduzieren ihrer Lebensmittelverschwendung unterstützen:

Der schlaue Kühlschrank


Dieser Kühlschrank sagt uns, was in ihm steht, wenn wir ahnungslos durch den Supermarkt gehen. Das ermöglicht den Nutzer*innen jederzeit Mindesthaltbarkeitsdaten und Menge der Produkte, die sie noch zu Hause haben, zu checken. Er hört zu jeder Zeit von jedem Ort aus auf verschiedene Befehle: Per Smartphone kann der*die Besitzer*in zum Beispiel die Temperatur anpassen, wenn der Kühlschrank mit mehr Milchprodukten oder eher Gemüse gefüllt ist.

Die App, die Menschen mit Left-overs verbindet

Ein von OLIO (@olio_ex) gepostetes Foto am


Der Kühlschrank ist noch voll und morgen geht es auf die Malediven? Die britische App „Olio“ vernetzt Menschen in der Nachbarschaft, um überschüssige Lebensmittel zu teilen. So landen Lebensmittelreste nicht im Müll, sondern bestenfalls im Kühlschrank des Nachbarn. In Deutschland sorgt die Plattform „foodsharing“ für nachbarschaftliches Lebensmittelteilen.

Essen, das im Restaurant übrig bleibt

Noch eine (britische) App soll uns in Zukunft beim Lebensmittelretten helfen: „Too Good to Go“ meldet ihren Usern, in welchen gastronomischen Betrieben in ihrem Umfeld Lebensmittelreste vom Buffet o.ä. übrig geblieben sind. Diese können dann zu einem Spendenpreis abgeholt werden. Die App zweier britischer Unternehmer startete Ende 2015 und ist mittlerweile in Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Frankreich, Schweiz und Deutschland aktiv. In Deutschland meldeten sich schon 120 Restaurants an, vor allem in Berlin und Hamburg.

Reste-Info übers Smartphone


Die italienische App „Last Minute Sotto Casa“ verbindet Lebensmittelmärkte mit Menschen, die bereit sind, nicht mehr marktkonforme Lebensmittel zu einem geringem Preis abzunehmen. Durch eine Meldung erfahren die Nutzer der App, welche Lebensmittel in welchem Geschäft zur Abholung bereit stehen. Ähnlich funktioniert auch die Website von foodsharing, auf welcher Betriebe eingetragen sind, die sich dazu bereit erklären, „schlechte“ Lebensmittel kostenlos nach Feierabend abzugeben. Die Lebensmittelretter*innen müssen bei dieser App jedoch offiziell angemeldet sein und erstmal eine sogenannte Probeabholung und einen Test absolvieren.


Ihr kennt noch weitere technische Hilfsmittel, mit denen ihr eure Lebensmittelverschwendung in den Griff bekommt? Schreibt mir gerne: tasnim.roedder@ze.tt