Diese Themen solltest du bei der Arbeit lieber nicht ansprechen

Es gibt viele Themen, über die man in der Kaffeeküche oder beim gemeinsamen Mittagessen mit Kolleg*innen sprechen kann. Manche sollte man aber – zumindest zu Beginn – besser aussparen. Wir verraten euch, welche.

"Hey, na Bock auf ein Date?" "Hmm, nee." Pexels II CC0

Wir verbringen viel Zeit in der Arbeit. Oft mehr als mit Familie und Freund*innen. Ob Raucherecke, Kopierraum, Kaffeeküche oder Kantine: Überall trifft man auf Kolleg*innen. Das ist nett, das versüßt den Arbeitstag, da kommt man schon mal ins Erzählen und die Grenzen zwischen Beruflichem und Privatem verschmelzen – und schnell verheddert man sich in Gespräche, die man eher mit den besten Freund*innen führen würde. Denn zwischen kollegialem Smalltalk und unterhaltsamem Flurfunk gibt es Gesprächsthemen, die man besser nicht in aller Breite im Büro ansprechen sollte. Zum Beispiel diese hier:

Der letzte Party-Absturz

Am Wochenende zehn Gin Tonic runtergezischt, halbnackt auf der Box getanzt und auf dem Heimweg den Döner vom Taxi-Rücksitz geleckt? Gute Story. Aber eher nichts für die Ohren der Kolleg*innen am Montagmorgen. Wilde Geschichten von Sauftouren, Partyrausch und durchgemachten Nächten sollte man nicht vor versammelter Mannschaft zum Besten geben. Dann lieber bei den Kolleg*innen als Langweiler*in gelten. Für das berufliche Image im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit ist das weitaus besser.

Politik

Du denkst: Boah, der Schulz geht ja gar nicht, CDU-Wähler ist für mich ein Schimpfwort, oder welcher Arsch wählt bitte AfD? Klar, in unserem demokratischen Land herrscht Meinungsfreiheit. Aber die sollte man am Arbeitsplatz lieber für sich behalten. Welcher politischen Gesinnung die Kolleg*innen sind, spielt für eure Zusammenarbeit im Team schließlich keine Rolle.

Religionsfragen

Zwischen Jesuskreuz-Goldkette und Kopftuch gibt es eine Menge Spielraum für religiöse Ansichten und philosophische Ausschweifungen. Aber Glaubensfragen gehören nicht zwischen Meetings und Telefonklingeln. Verkneift euch Sätze wie: Mit Jesus kann ich echt nichts anfangen, aber Allah ist halt auch so’n Spinner (wirklich so gehört). Ob und an wen oder was jemand glaubt , ist seine*ihre Sache und nicht Teil des Bürolebens.

Sex und Co.

Das letzte Tinder-Date hatte es nicht drauf, du stehst auf die härtere Gangart und der Knackhintern aus dem Marketing ist auch ziemlich heiß? Mag sein, aber sexuelle Vorlieben, Bettgeschichten und Intimitäten sollten lieber in den eigenen vier Wänden, statt im Bürogebäude besprochen werden. Ach so, und ob die Kollegin aus dem Vertrieb was mit dem Marketing-Hintern hat, geht dich auch nichts an.

Krankheiten

Der komische Ausschlag, das Ziehen in der Lendenwirbelsäule, der geschwollene Zeh: Ja, das nervt und tut weh – interessiert aber niemanden. Am Arbeitsplatz sind solche Jammer-Themen so überflüssig wie die Wehwehchen selbst. Sie sind auch kein besonders aufbauendes Smalltalk-Thema und wer ständig was hat, gilt möglicherweise irgendwann als weniger leistungsfähig und einsatzbereit.

Der*die Chef*in

Ja, zugegeben, Chef*innen sind die perfekten Opfer: Alle kennen ihn*sie, alle haben eine Geschichte auf Lager, Witzigkeit kennt keine Grenzen und man muss den Ärger ja auch mal rauslassen. Der Kolleg*innenkreis auf der einen, die Chef*innenetage auf der anderen Seite, das stärkt das Gemeinschaftsgefühl – bis der*die Chef*in plötzlich in der Türe steht. Dann steht man eben doch ganz alleine da. Im Zweifel sogar ohne Job. Also besser schweigen und schleimen als lästern und dann weinen.

Die Kolleg*innen

Die unfähige Kollegin aus der Buchhaltung, das chronische Räuspern vom Schreibtisch gegenüber, der Klugscheißer in den Projektmeetings: Büros liefern jede Menge Steilvorlagen für tagesfüllende Lästereien. Aber egal wie dämlich, lustig oder nervig deine Kolleg*innen sind – behalt deine Meinung über sie besser für dich. Loyalität und Professionalität bringen dir mehr Sympathie ein, als ein paar Lacher in der Kaffeeküche.

Übers Gehalt sprechen

Und, was verdienst du so? Mit dem Gehalt ist es wie beim Muskeln vergleichen: Eine*r steht immer etwas mickriger da. Das fühlt sich im Zweifelsfall für beide Seiten doof an. Für die Person, die weniger bekommt und für die, welche mehr auf dem Gehaltszettel hat. Oft verbietet sogar der Arbeitsvertrag, dass man über das Gehalt sprechen darf. Aber auch ohne die Klausel: Wer das Thema Geld ausspart, fördert ein gutes Betriebsklima, weil Neid und Wetteifern gar nicht erst aufkommen. Auch tabu: Sich über sein lasches Gehalt beschweren oder mit der Lohnerhöhung prahlen. Kommt beides nicht gut an.

[Außerdem auf ze.tt: Arbeitsplatzphobie: Wenn der Job einen zum Zittern bringt]

Weil wir so viel Zeit im Büro verbringen, verbindet uns mit Kolleg*innen oft mehr, als nur der gemeinsame Arbeitsplatz. Gerade wenn das Team jung ist, kommt schnell dieser gemeinsame Spirit auf. Das ist gut für die Stimmung und die Produktivität. Und ohne Reden geht sowieso nichts. Dennoch sind es meist die unverfänglicheren, banaleren Themen die Kaffeeküchenlaune erzeugen, peinliche Schweigemomente im Fahrstuhl auflösen oder müde Einstiege ins Meeting erfrischen. Und manchmal trifft man im Job auch auf Menschen, die zu echten Freund*innen werden. Und dann dürfen auch Themen auf den Tisch, die eigentlich im Büro nichts verloren haben.