Dieser Film zeigt, was Brüste für Frauen bedeuten

Der Dokumentarfilm Tits zeigt, dass Brüste eigentlich nichts weiter als ein Körperteil sind, aber andererseits mit Bedeutung überladen werden. 

Es ist Zeit, über Brüste zu sprechen. © Tits Screenshot/Vimeo

Tits steht in großen Lettern über dem Videovorschaubild. Die Ansage ist klar, es geht um Brüste und das ganz offensiv. Der Teaser für den Dokumentarfilm der US-Amerikaner*innen Tristan Bell und Lily Levin zeigt bereits alles und nichts: Frauen, aber auch Männer, die dabei sind, ihre Shirts auszuziehen und gleichzeitig über ihre Brüste sprechen.

Ein Jahr ist es her, dass Tristan und Lily die Idee hatten, einen Film über Brüste zu drehen. Als sie bei sich selbst feststellten, dass sie in der Öffentlichkeit ihre Stimmen senkten, sobald sie davon sprachen, wurde ihnen klar, dass Brüste immer noch ein Tabuthema sind – über das dringend geredet werden muss. „Wir wollen uns die Brustfetischisierung in unserer Gesellschaft näher anschauen und die Brüste als multifunktionelle Organe betrachten, nicht als sexuelle. Wir wollen diese Themen durch persönliche Erfahrungen kennenlernen und beleuchten, was es wirklich heißt, Titten zu haben“, schreiben die beiden auf ihrer Website. Deshalb entschieden sie sich, die Thematik nicht nur durch die Augen der Betrachter*innen aufzurollen, sondern auch diejenigen zu Wort kommen zu lassen, die Brüste haben.

Klein, groß, eine, zwei

Innerhalb des vergangenen Jahres trafen sie elf Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten über ihre Brüste, von großen, kleinen, jungen, alten Brüsten, von Brustkrebs, Brustverkleinerung, Transgender, Sexualität, Geschlechterklischees und kulturellen Unterschieden. Die Dokumentation erzählt, wie es ist, als Frau mit großen Brüsten automatisch als aufreizend wahrgenommen zu werden oder nach einer Krankheit nur noch eine Brust zu haben. Wie sich Brüste im Alter anfühlen und welche Bedeutung sie für Dragqueens haben. Im Film selbst sind die Protagonist*innen nur vom Hals bis zur Hüfte zu sehen, der Oberkörper ist nackt. So wollen die Produzent*innen den Fokus ganz auf die Brüste lenken.

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Den Film haben Tristan und Lily ganz ohne Budget produziert. Für die Nachbearbeitung und Verbreitung sammelten sie Geld über Crowdfunding. Jetzt arbeiten sie daran, die Doku fertigzustellen und bei Festivals einzureichen. „Wir wollen den Film einem größeren Publikum zeigen und damit Body Positivity und Body Awareness feiern – für die mit und die ohne Brüste.“ Der Film soll voraussichtlich im Januar 2018 online gehen.