Dieser Mann erklärt staatenlosen Landstrich einfach so zu seinem Königreich

Bir Tawil ist einer von zwei Flecken auf der Erde, die Niemandsland sind – bis jetzt. Ein Inder krönte sich nun selbst zum König dieses Gebiets. 

Meins! © Facebook Suyash Dexit

Suyash Dixit ist niemand, der vor kühnen Taten zurückschreckt. Wie sein Facebook-Profil zeigt, springt er mit Fallschirmen aus Flugzeugen oder gleitet auf Segelbooten übers Meer. Sein neuester Coup: Er hat ein Königreich gegründet.

Auf Facebook erklärt er, nun König von Bir Tawil zu sein, einem Stück Land zwischen Ägypten und dem Sudan. Das Gebiet ist gut zweimal so groß wie Berlin und tatsächlich offiziell Niemandsland. Weder Ägypten noch der Sudan beanspruchen es für sich.

Besonders viel gibt es dort allerdings auch nicht zu tun: Es liegt in einer Wüste, keine Straßen führen hin und ist unbewohnt. Von Zeit zu Zeit nutzen die Stämme der Ababda und Bisharin Teile von Bir Tawil, um ihre Tiere dort weiden zu lassen. Neben dem Marie-Byrd-Land in der Antarktis ist Bir Tawil damit das einzige staatenlose Landstück der Erde.

Bir Tawil hat eine Fläche von ungefähr 2.000 Quadratkilometern. © Screenshot Google Maps

Schwierige Einreise

Suyash näherte sich seinem Königreich von Ägypten aus. Es sei kein einfaches Unterfangen gewesen, wie er auf Facebook ausführt. Der Landstrich befindet sich in militärischem Sperrgebiet. Um dorthin zu reisen, muss eine Erlaubnis der Behörden vorliegen. Sie besagt unter anderem, dass man als Reisender am selben Tag zurückkehren muss.

Mit seinem Fahrer machte er sich früh morgens um vier Uhr von Abu Simbel auf den Weg und erreichte nach sechs Stunden Fahrt Bir Tawil. Er stieß eine Flagge in den Boden und erklärte das Land zu seinem Königreich, das er Kingdom of Dixit nennt.

Posted by Suyash Dixit on Dienstag, 7. November 2017

Was ist mit denen, die vor ihm da waren?

Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken. Suyash ist nicht der erste Mensch, der den trostlosen Flecken Land für sich beansprucht. Schon vor ihm machten sich Menschen auf den Weg, um König*innen für einen Tag zu sein. So etwa der US-Amerikaner Jeremiah Heaton. Seine Tochter hatte ihn gefragt, ob sie einmal in ihrem Leben Prinzessin eines echten Landes sein könnte. Als fürsorglicher (und wohl auch etwas durchgeknallter) Vater fuhr Jeremiah ebenfalls nach Bir Tawil, rammte eine Fahne in den Boden und ließ sich fotografieren. Seiner Tochter sagte er, sie sei nun Prinzessin vom Kingdom for a PrincessOffiziell anerkannt hat noch kein Land der Erde einen von Suyashs Vorgänger*innen.

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Dieser ist sich durchaus bewusst, dass er nicht der*die Erste ist, der*die auf dem Landstrich König*in spielt – und vor allem nicht der*die Letzte. Wie in der Geschichte des Imperialismus üblich, prophezeit er im Falle von Besitzstreitigkeiten Krieg. Wer auch immer diesen Fleck Erde von ihm zurückhaben wolle, müsse kämpfen – „bei einer Tasse Kaffe bei Starbucks“, wie er schreibt.