Dieses Schulprojekt hat die beste Verwendung für Patronenhülsen gefunden

Mit ihren Füllern wollen Schüler*innen der Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg ein Zeichen für den Frieden setzen. Teile der Einnahmen spenden sie außerdem für gute Zwecke.

Schöne Schrift statt Schüsse. © Pacato

Wer diesen Stift in den Händen hält, hat womöglich ein Leben gerettet. Denn die Füller von Pacato sind aus Patronenhülsen gemacht. Die meisten kommen von Schießständen. „Da können wir garantieren, dass kein Mensch oder Tier damit verletzt wurde“, sagt Moritz Grothe, der Teil von Pacato ist.

„Wir haben aber auch schon direkt beim Hersteller bestellt, weil wir einmal so viele Aufträge hatten.“ Das gibt den Jugendlichen sogar ein Gefühl der Genugtuung: „Wir sehen es so: Wir kaufen der Waffenindustrie etwas weg, was sie dann nicht mehr benutzen können“, sagt sein Mitschüler Daniel Mahaleh.

Das ist das Team von Pacato. Foto: Pacato

Die Idee kam den Jugendlichen im Rahmen eines Projekts, bei dem alle Schüler*innen eines Jahrgangs der Johanneums-Schule in Hamburg ein Unternehmen gründen sollten. Dafür haben sie im Juni den ersten Platz beim JUNIOR Bundeswettbewerb für Jungunternehmen belegt.

Wir wollen aus etwas, vor dem man eigentlich Angst hat und was ein Zeichen für Gewalt ist, etwas Gutes machen. Etwas, womit man seine Gedanken aufschreiben kann – und für den Frieden einstehen kann.“

Einen Teil der Einnahmen spenden die Jugendlichen für gute Zwecke: Im April überwiesen sie nach eigenen Angaben 1.700 Euro an die Unicef Aktion Kinder im Krieg.

Nicht alle in ihrer Umgebung seien allerdings Fans der upgecycelten Füller. „Wir haben Skeptiker, die sagen: Ich will gar nichts mit Patronen zutun haben“, sagt Moritz. Das könne er verstehen, wenn man die Idee hinter der Marke nicht kennt. „Wenn man aber weiß, dass wir spenden und für uns der soziale Aspekt ganz oben steht, verstehe ich die Kritik nicht mehr. Wobei ich jeden akzeptiere, der sagt, er will generell nichts mit Waffen zu tun haben.“

540 Patronen haben die jungen Unternehmer*innen bereits selbst zu Füllern umgebaut und verkauft. Und sie wollen weitermachen, auch wenn das Schulprojekt nur für ein Jahr läuft.