TV-Duell: Trump will Wahlergebnis möglicherweise nicht anerkennen

Die dritte und letzte TV-Debatte wird an der Favoritenstellung Hillary Clintons im US-Wahlkampf nichts ändern. Trump schockierte mit Aussagen darüber, wie er mit einer Niederlage umgehen würde.

© Chip Somodevilla/Getty Images

Hillary Clinton und Donald Trump während des letzten TV-Duells in der vergangenen Nacht in Las Vegas. © Chip Somodevilla/Getty Images

Wer hat die Debatte gewonnen?

Laut erster Umfragen nach Ende des TV-Duells hat Hillary Clinton die dritte Debatte gewonnen. 52 Prozent der Befragten in einer CNN-Umfrage fanden sie überzeugender als Donald Trump, der auf 39 Prozent kam. Auch in einer YouGov-Umfrage unter 1500 Zuschauer*innen der Debatte siegte Clinton. Was erstaunlich ist: Selbst auf der Website breitbart.com, die von Trumps Wahlkampfmanager betrieben wird und die als Sprachrohr seiner Kampagne gilt, stimmten die meisten Teilnehmer*innen einer Umfrage für Clinton. Ob die Abstimmung von Trump-Gegner*innen gekapert wurde, ist nicht bekannt.

Was war der wichtigste Moment?

Trump sagte in der Debatte, er würde erst am Wahltag (8. November) entscheiden, ob er das Wahlergebnis anerkennen würde. In den vergangenen Tagen hatte er wiederholt behauptet, die Wahl sei möglicherweise gefälscht. Clinton erwiderte, Trump würde die amerikanische Demokratie schlecht reden, seine Aussagen seien entsetzlich. Viele Zeitungen und Politiker*innen in den USA werfen Trump vor, mit seinen Behauptungen das Vertrauen in die Politik nachhaltig zu beschädigen.

Worum ging es sonst noch?

Im dritten TV-Duell kamen Themen wie Wirtschaftswachstum, Grenzsicherheit und Zuwanderung zur Sprache. Auch über moralische Fragen wie Abtreibung und die in den USA so polarisierende Frage nach strengeren Waffengesetzen diskutierten Clinton und Trump, ohne dabei von ihren bekannten Standpunkten abzuweichen (die Debatte im Live Blog von ZEIT ONLINE).

Interessanter war die Auseinandersetzung über Clintons gut bezahlten Vorträge an der Wallstreet, die Wikileaks veröffentlicht hatte. Die US-Regierung vermutet, dass die russische Regierung mit einem Hackerangriff an die Dokumente gelangte und sie an Wikileaks weitergab, um so Einfluss auf den US-Wahlkampf zu nehmen. Clinton gelang es im TV-Duell, Trumps enges Verhältnis zum russischen Präsidenten dafür zu nutzen, ihn als Marionette Putins darzustellen. Für den Inhalt der veröffentlichten Wikileaks-Dokumente musste sie sich hingegen kaum verteidigen.

Die Diskussion ging so weit, dass Trump seine Freundschaft mit Putin leugnen musste: „Wir sind keine besten Freunde“. Der Guardian hat diese Aussage überprüft. Trump hat mehrfach behauptet, mit Putin gesprochen und ihn getroffen zu haben. Ob das jedoch stimmt, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen.

Ging es diesmal sachlicher zu?

Ja, die Debatte verlief diesmal etwas besonnener als die ersten zwei Duelle. Dennoch schaffte es Trump, seine Gegnerin noch häufiger zu unterbrechen.

Trump nannte Clinton außerdem eine „nasty woman“ – zur Erheiterung vieler Twitter-Nutzer. Clintons Kampagnenteam oder ihre Unterstützer*innen richteten die URL nastywomengetshitdone.com ein, die auf ihre Website verlinkt.

Sind Trump und Clinton froh, dass der Wahlkampf bald überstanden ist?

Vermutlich ja.

Und sonst noch?

Das Internet hatte mal wieder Spaß.