Du hast Kopfschmerzen und Google sagt, du hast Krebs. Das soll sich ändern

Rückenschmerzen? Querschnittlähmung! Arm taub? Schlaganfall! Selbstdiagnosen über Google können dir den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Der kalifornische Konzern will das jetzt ändern.

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Nach Krankheiten googeln ist keine gute Idee. © Photocase

Du hast Bauchschmerzen. Jetzt willst du natürlich herausfinden, was mit dir los ist. Du googelst „Bauchschmerzen“. Der erste Treffer sagt dir: Du hast auf jeden Fall ein Zwölffingerdarmgeschwür. Du denkst:

„Oh mein Gooooott, ich muss sofort ins Krankenhaus!“

Du suchst weiter und es wird nicht besser: Wenn du Pech hast, wirst du Magenblutungen bekommen und überhaupt ist alles ganz schlimm – das sagen dir weitere 20 Minuten in diversen Foren. Aber hast du nicht gestern einen seit sechs Wochen abgelaufenen Joghurt aus dem WG-Kühlschrank gegessen? Und jetzt wunderst du dich, dass dein Magen damit nicht klar kommt?

Google verbessert das Such-System

Es ist keine Überraschung: Die Suchergebnisse, die Google bei einer Selbstdiagnose ausspuckt, sind in den meisten Fällen weniger zutreffend. Aber sie können eben auch Angst machen. Und das kann gefährlich werden, wenn man dann etwa zu falschen Medikamenten greift. Das Unternehmen weiß das – und will, vorerst ausschließlich in den USA, etwas daran ändern, teilt es in einer Pressemitteilung mit.

„Durch Gesundheits-Inhalte im Web zu navigieren ist schwierig. Menschen werden von angezeigten Ursachen beängstigt. Das führt unnötigerweise zu Stress“, sagt Veronica Pinchin, Produkt-Managerin bei Google.

Etwa ein Prozent aller Google-Suchanfragen weltweit beziehen sich auf Krankheiten und Symptome – das sind mehrere Millionen. In Deutschland wird am häufigsten nach Schilddrüsenvergrößerung und Diabetes gesucht, wie eine Studie des Versicherungsunternehmens Central zeigt.

Die zehn am häufigsten ergoogelten Krankheiten in Deutschland. @ Central
Die zehn am häufigsten ergoogelten Krankheiten in Deutschland. @ Central

In den kommenden Tagen rollt Google daher eine verbessertes Such- und Ergebnis-System aus. Wenn man dann nach Kopfschmerzen googelt, wird einem zunächst eine Liste von passenden Krankheiten angezeigt – in diesem Fall also zum Beispiel „Kopfschmerzen“, „Migräne“, „Spannungskopfschmerz“, „Cluster-Kopfschmerz“ oder „Erkältung“.

Schwere Krankheiten wie „Krebs“ werden im ersten Schritt nicht angezeigt. Für einzelne Symptome werden direkt Informationen über mögliche Selbstbehandlung gegeben – oder wann es wirklich ratsam ist, einen Arzt aufzusuchen. Passende Fachärzte bekommt man dann vorgeschlagen.

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„Auf diese Weise wollen wir gesundheitliche Zusammenhänge schnell auf den Punkt bringen und es Nutzer*innen erleichtern, im Internet etwas über ihre tatsächliche Krankheit herauszufinden“, sagt Pinchin.

In der kommenden Zeit möchte Google mehr Symptome aufnehmen und das Feature in weiteren Ländern ausrollen. Wann auch Nutzer*innen in Deutschland endlich angstfrei nach ihren Krankheiten googeln können, ist noch nicht bekannt.