Du kannst jetzt online in da Vincis rätselhaften Notizbüchern blättern

Das Genie fertigte schon vor fast 500 Jahren Skizzen für U-Boote und Notizen zu Seemonstern an. Und du so?

Der Vitruvianische Mensch. | Quelle: Wikipedia /gemeinfrei

Leonardo da Vinci (1452 bis 1519) war ein italienischer Gelehrter mit einer Menge Fähigkeiten: Er war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Er war so hell in der Birne, dass er bis heute als einer der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten gilt. Seit bald 500 Jahren.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die beiden Gemälde Mona Lisa und Das letzte Abendmahl und natürlich die Körperskizze des Vitruvianischen Menschen.

Die Originale dieser drei Werke waren bisher nur hinter Glas oder gar nicht zu sehen. Die Mona Lisa hängt im Louvre in Paris, Das letzte Abendmahl im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie in Mailand und der Vitruvianische Mensch liegt in der Accademia di Belle Arti in Florenz, wird aber kaum der Öffentlichkeit gezeigt.

Der Codex Arundel ist online

Die Nationalbibliothek des Vereinigten Königreichs in London, the British Library, hat nun eines von da Vincis Notizbüchern komplett digitalisiert. Das 283-seitige Buch namens Codex Arundel, benannt nach dem Lord Arundel, der es im 17. Jahrhundert kaufte, stammt Schätzungen zufolge hauptsächlich aus den Jahren zwischen 1480 und 1518 und enthält Abhandlungen zu zahlreichen Themengebieten: technische Zeichnungen zu diversen mechanischen Geräten, Skizzen für ein U-Boot, Notizen zu einem Seemonster, Musikinstrumente, Vogelflug, Optik, Astronomie, Mathematik, Physik und vieles mehr.

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Da Vinci machte seine Notizen üblicherweise auf losen Blättern. Wer diese nach seinem Tod zu einem Codex zusammenband, ist nicht bekannt. Die digitale Version des Originals ist ab sofort für alle online, gratis und in Hochauflösung abrufbar.

Wer Lust hat, einen Blick in den Codex zu werfen, wird allerdings merken: Er ist in da Vincis typischer Spiegelschrift geschrieben. Ob er von rechts nach links schrieb, weil er Linkshänder war und so die Tinte nicht verschmierte, oder weil er es Nachahmer*innen schwerer machen wollte, seine Ideen zu klauen, ist ebenfalls nicht bekannt. Außerdem ist da Vincis Klaue so oder so nicht gerade die schönste. Faszinierend ist es allemal.