Comedian John Oliver will Trump mit TV-Spots Fakten einimpfen

Dass der US-Präsident Probleme mit Fakten hat, ist nichts Neues. Der britische Comedian John Oliver hat einen Weg gefunden, Trump die Wahrheit näherzubringen.

Der Comedian John Oliver will Donald Trump mit dessen eigenen Waffen schlagen. © Getty Images (Frederick M. Brown/Andrew Harrer)

Für einen US-Präsidenten hat Donald Trump erstaunlich große Wissenslücken und argumentiert auf Basis von Fehlinformationen. Nur ein Beispiel: Trump behauptete, dass tausende Muslime den Terroranschlag am 11. September 2001 gefeiert hätten – was nicht stimmt. Das alleine ist schlimm genug für einen Präsidenten der Vereinigten Staaten. Schlimmer ist jedoch, dass ihm so viele Leute glauben.

Warum ist das so? Und was lässt sich dagegen tun? Diesen Fragen hat sich der britische Comedian John Oliver in seiner Show Last Week Tonight gestellt. Er möchte Trump mehr Fakten und weniger Fiktion einimpfen und meint, eine Lösung gefunden zu haben. Er schaltet einfach Anzeigen in Trumps Lieblingsfernsehsendungen. So hofft er, „einige nützliche Fakten in seinen Medienspeiseplan zu schmuggeln.“

In einem Einspieler zeigte Oliver die erste dieser Werbungen, die am Montagmorgen in drei Fernsehsendern in der Umgebung von Washington, D.C., zu sehen waren. Darin erzählt ein alter, grauhaariger Cowboy zunächst von seinem Katheter. So weit, so normal für einen Werbespot in den Morningshows. Doch dann erklärt der Cowboy plötzlich was die nuclear triad ist. Die Frage danach hatte Trump in einem Interview mit CNN nicht beantworten können. Nuclear triad bezeichnet ein Atomwaffenarsenal, das in der Luft, zu Boden und im Wasser Atomwaffen abfeuern kann – die USA verfügt über ein solches. Es soll gewährleisten, dass ein Land nach einem Erstangriff mit Atomwaffen zurückschlagen kann.

Doch wird Oliver Trump mit diesem Trick tatsächlich erreichen? Die Chancen stehen nicht schlecht. Oliver zeigt im Verlauf der Sendung, woher der Präsident viele seine Informationen bezieht: nämlich aus dem morgendlichen Kabelfernsehen. Das hat sich offenbar auch seit seiner Wahl zum Präsidenten nicht geändert, wie ein Einspieler aus der Air Force One zeigt. Trump spricht darin in dem Flugzeug mit der Presse. Es ist zu hören, wie im Hintergrund ein Fernseher läuft. Der eingestellte Sender: Fox News.

Beweise für Trumps morgendliche Fernsehroutine finden sich in vielen seiner Tweets, die zum Teil denselben Wortlaut haben, wie die der Fernsehsendungen. Wenn Fox News die Whistleblowerin Chelsea Manning einen „undankbaren Verräter“ nennt, kann man sich sicher sein, dass Trump dies wenig später auch tut. Manning hatte Obama übrigens nie einen „schwachen Führer“ genannt, diese Fehlinformation hatte Trump ebenfalls von Fox News übernommen.

Dass so viele Leute Trump glauben, obwohl er offensichtlich die Unwahrheit sagt, liegt einfach daran, dass sie dieselben Sendungen sehen wie er. Vielleicht gelingt es Oliver mit seinen Werbespots, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: dem Präsidenten und seinen verblendeten Anhänger*innen etwas Wahrheit und Fakten einzuflößen.

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