Ein 17-Jähriger beweist: Kunst ist, was im Museum zu sehen ist

Nicht alles, was im Museum herumliegt, ist auch wirklich Kunst. In San Francisco sind Museumsbesucher auf den Streich eines 17-Jährigen reingefallen. Vor ihm hatten Andere bereits ähnliche Ideen.

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"Ist das Kunst?" – "Weiß nicht." – Knips. © IndiaToday/Twitter

Wenn Duchamp ein Pissoir auf den Boden legen kann und dafür Millionen einkassiert, dann geht jawohl auch eine Brille als Kunst durch. Das vermuteten zumindest zahlreiche Besucher im Museum of Modern Art in San Francisco – und versuchten den Sinn hinter einer Brille zu finden, die auf dem Boden lag.

Der 17-Jähriger TJ Khayatan und seine Schulfreunde hatten sich den Prank ausgedacht, berichtet Buzzfeed. „Als wir ankamen, waren wir noch beeindruckt von der Kunst und den Malereien“, sagt er im Interview. „Aber dann stolperten wir über ein ausgestopftes Tier auf einer grauen Decke und fragten uns, ob das wirklich für die umstehenden Leute beeindruckend war.“  

Also kreierten sie einfach selbst ein kleines Kunstwerk. Es dauerte nicht lang, bis andere Besucher*innen das Objekt bestaunten, fotografierten und wahrscheinlich rätselten: Was, zur Hölle, soll das?

Dieser subversive Kunstgriff ist nicht der Erste dieser Art. Im April tauchte ein Skateboard auf dem Boden einer Galerie auf und löste ähnliche Reaktionen aus.

Auch ein fallengelassener Handschuh kann schon mal Verunsicherung im Museum auslösen.

Auch andersherum kann es zu Verwechslungen kommen, wenn echte Kunstwerke für Abfall gehalten werden. Vor allem Putzkräften scheint dieser Fehler häufiger zu unterlaufen. Sie beförderten in den vergangenen Jahren so manches Werk unbeabsichtigt in den Müll. So wie diese Skulptur. Oder diese Installation, die wie Überbleibsel einer Partynacht aussahen. Oder diese als Kunst verkleidete Mülltüte. Da kann man ja auch mal durcheinander kommen!

Bloß nicht die Blöße geben, scheint für viele Besucher*innen die oberste Regel im Museum zu sein. Also staunen sie lieber, schweigen, schießen Fotos – und schlendern unauffällig weiter. Diesem Gefühl widmete Nicole Zepter ein Buch. In „Kunst hassen“ plädiert sie dafür, sich wieder mehr zu trauen. Damit meint sie auch: Kunst scheiße finden zu dürfen und das auch zu sagen. Sich wieder mehr mit Kunst auseinander zu setzen, statt aus Angst auf Abstand zu gehen.