Ein Garten, der sich selbst pflegt

Das herrschende industrielle Agrarsystem hat sie nicht überzeugt. Mitte der 70er-Jahre haben die beiden Australier Bill Mollison und David Holmgren deshalb Ideen zum Aufbau einer langfristig ertragreichen Landwirtschaft entwickelt. Daraus ist auch die Idee für einen Permakultur-Garten entstanden. Wie sieht der aus?

© cc wikimedia

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Permakultur ist Denken im System

Beim Permakultur-Konzept ist ein Systemdenken zentral. Das heißt, es gibt nicht nur einzelne Bausteine, sondern ein zusammenhängendes System, in dem alles miteinander reagiert.

Ein Beispiel: Im Garten wird ein Teich angelegt. In ihm leben unterschiedliche Fischarten. Die Raubfische fressen die anderen Fische, für die es jedoch genügend Nischen gibt, damit sie nicht aussterben. Der Mensch kann daraus ebenfalls gelegentlich Fische fangen, um sie zu essen. Essen kann er aber auch ausgewählte Pflanzen, die an den Rand des Teiches gepflanzt werden. Diese sind nicht nur essbar, sondern verringern aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften den Pflegeaufwand für den Teich.

Dadurch wird ein Ökosystem geschaffen, das sich im dynamischen Gleichgewicht befindet und nachhaltig Erträge sichert.

Nicht mehr so oft in den Supermarkt

Solche Systeme legen Permakultur-Designer wie Nino Dario Lettrari an. Er will dem Menschen damit die Autonomie bei der Nahrungsmittelproduktion zurückgeben. Also wandelt er Grünflächen in Nutzgärten um, damit seine Kunden weniger im Supermarkt einkaufen müssen.

Einige denken, einen Permakultur-Garten anlegen, das ist so ein bisschen Salat einsäen. In Wirklichkeit ist das harte körperliche Arbeit. – Nino Dario Lettrari ist Permakultur-Designer und Landschaftsgärtner.

Nach einer Ausbildung zum Landschaftsgärtner hat er ein Studium an der Permakultur-Akademie in Berlin absolviert und bietet als einer der wenigen Designer für Permakultur in Deutschland seit 2011 seine Dienstleistung an. detektor.fm-Reporterin Insa van den Berg hat den Berliner für das Green Radio getroffen.