Ein neues Fahrradschloss bringt Diebe zum Kotzen

Wenn dein Fahrrad nach Mageninhalt riecht, dann hast du Glück gehabt.

Screenshot: Youtube

Hände weg oder du kotzt! Screenshot: Youtube

Wut und Hilflosigkeit machen sich breit, wenn man fassungslos auf den verlassenen Stellplatz schaut. Der Platz, auf dem normalerweise das Fahrrad steht, und der jetzt leer ist.

Professionelle Fahrraddiebe sprechen über Schlösser und Räder oft nur in Sekunden-Metaphern: ein 15-Sekunden-Fahrrad, ein 20-Sekunden-Fahrrad. So lange würden sie brauchen, um es zu knacken. Und mit dem richtigen Werkzeug kommt ein Fahrraddieb wohl durch jedes Schloss.

Für Herstellerfirmen ist es daher nicht mehr das Wichtigste, die Fahrradschlösser dicker zu machen, sondern den Dieb zu verscheuchen – oder ihn zum Kotzen zu bringen. Ein neue Art von Schloss macht genau das. Bei dem Versuch, es zu knacken, strömt das so genannte Skunklock (dt.: Stinktierschloss) einen dermaßen widerlichen Duft aus, dass sich der Bösewicht vor lauter Ekel übergeben muss.

Die Idee kam Daniel Idzkowski aus San Francisco, als er mit einem Freund vom Mittagessen zum Fahrrad-Abstellplatz zurückkam. Jemand hatte das Fahrrad seines Freundes, das mit zwei teuren Schlössern gesichert war, gestohlen. Seine Wut und der Wunsch, der Dieb hätte sich beim Durchsägen hoffentlich verletzt, setzten den Grundstein für das Kotz-Schloss.

Daniel Idzkowski und sein Geschäftspartner Yves Perrenoud kreierten also ein Bügelschloss aus Eisen und Stahl mit einer hohlen Kammer. Darin befindet sich ein selbst gemischtes Druckgas. Sobald der Dieb ungefähr 30 Prozent des Schloßrahmens durchgesägt hat, schießt das Gas aus dem Schlitz. „Es führt quasi schlagartig zu Brechreiz und zu Atembeschwerden, ähnlich wie bei Pfefferspray“, erzählt Idzkowski dem Guardian.

http://oi65.tinypic.com/nvoz2s.jpg
© Youtube

Getestet haben es die Erfinder bis jetzt nur an sich selbst und an Freiwilligen, die „echten“ Diebe blieben bislang verschont. Je näher man dem Schloss käme, desto verheerender sei die Wirkung, so die Erfinder. Bei einer Distanz von 60 Zentimetern hätten sich 99 Prozent der Testpersonen übergeben, bei eineinhalb Metern war der Duft noch immer so eklig, dass die Testpersonen fliehen mussten, bei drei Metern zumindest noch sehr unangenehm.

Der Duft setzt sich an Haut und Kleidung fest. „Es ist so, als würdest du dich selbst vollkotzen“, sagt Idzkowski. Ihm sei allerdings bewusst, dass manche Profis auch in der Lage seien, ein Fahrradschloss über das kleine Schlüsselloch zu knacken, statt es aufzusägen. In dem Fall würde kein Gas ausströmen.

Aber der Gedanke an einen kotzenden Fahrraddieb ist trotzdem zumindest irgendwie tröstlich.