Ein Superbowl wie eine US-Wahl: politisch und komplett Gaga

Der Superbowl bestand wie immer aus drei Dingen: Halftime-Show, Werbung und American Football. In dieser Reihenfolge.

Lady Gaga wirbelt während der Halftime-Show durch das Stadion. © Bob Levey/Getty Images


In der Nacht von Sonntag auf Montag fand in Houston, Texas, der 51. Superbowl statt. Im NRG Stadion zankten sich die beiden Finalisten New England Patriots und Atlanta Falcons um den Meisterschaftstitel der nordamerkanischen NFL. Die Patriots konnten sich nach einer Spielverlängerung zum fünften Mal den Titel holen.

Okay, die Fakten sind abgehakt. Jetzt zum spannenden Teil.

1.) Halftime-Show

Dieses Jahr war der Star der Halftime-Show Lady Gaga. Sie begann ihre Show am Dach des NRG Stadions in Houston mit einer Horde fliegender Drohnen als Unterstützung. Insgesamt 300 Stück formierten sich hinter ihr am Himmel. Viele fragten sich im Vorfeld, wie politisch Lady Gaga werden würde. Doch Woody Guthries Text „This land is your land, this land is my land“, mit dem sie die Show eröffnete, blieb das einzige politische Statement ihrer Show, bevor sie sich vom Dach ins Stadion stürzte – sie war an zwei Seilen angehängt – und ihre bekanntesten Lieder zum Besten gab. Der anfängliche Teil der Show mit den Drohnen wurde übrigens im Vorfeld aufgezeichnet, da die US-Bundesluftfahrtbehörde deren Livenutzung verboten hatte. Gagas eigentliche Liveshow begann demnach erst nach dem Sprung durchs Stadiondach.

2.) Werbung

Jedes Jahr stecken Firmen eine Unmenge an Geld in ihre Werbungen, damit die vielen Millionen Zuseher*innen des Superbowls nach ihren Produkten lechzen. Auf die meist ziemlich guten Werbungen freuen sich die Fans jedes Jahr mindestens genauso wie auf die Halftime-Show. Aufgrund der politischen Lage in Trumps USA waren die Werbungen dieses Mal wohl politischer aufgeladen als sonst. Gemeinsames Thema der Clips waren Toleranz, Freiheit und Hoffnung. Botschaften, die die Amerikaner*innen gerade dringend brauchen.

3.) Spannung wie beim Wahlabend

Ein Albtraum für die Falcons Fans, die sich an das furchtbare Wahlbattle zwischen Trump und Hillary im November zurückerinnert fühlten. Denn die Atlanta Falcons waren erst weit, scheinbar uneinholbar, vorne, bevor die Patriots das Game zu aller Überraschung mit 34 zu 28 Punkten gewannen. Selbst die Statistiken sahen sich ähnlich. Einziger Unterschied: Die Patriots können mit ihrem Sieg nicht so viel Schlimmes anrichten, wie es Trump bereits tut.

4.) Trump bringt Unglück

The Donald hielt anfangs zu den New England Patriots. Seine Anhängerschaft geriet aber schnell ins Wanken, als es so aussah, als ob die Patriots verlieren würden. Mashable berichtete, dass Trump seine eigene Viewing-Party verlassen haben soll, weil er nicht mehr an den Sieg seiner Mannschaft glaubte. Sobald er gegangen war, konnten die Patriots mit einer spannenden Aufholjagd das Spiel für sich gewinnen. Und Trump war sofort zur Stelle und gratulierte auf Twitter, so als hätte er das gesamte Spiel gesehen.

Viele gaben Trump außerdem die Schuld für den schlechten Start der Patriots. Das Team sei verflucht gewesen, da auch Trump auf dessen Sieg hoffte. Der Hashtag #trumpjinx trendete während des Spiels.