Ein toter Hai wird mitten auf der Straße gefunden und das Internet schreit: Sharknado!

„Der Sturm lässt nach.“
„Woher willst du das wissen?“
„Es fliegen gerade nicht so viele Haie herum.“

Zitat aus Sharknado – Genug gesagt! (2013)

Der Bullenhai ist ein Opfer des Wirbelsturms Debbie. © Queensland Fire and Emergency Services/Facebook

Der Journalist Philip Calder war vergangenen Mittwoch in Ayr im Norden des australischen Bundesstaats Queensland unterwegs, um die Folgen von Debbie festzuhalten. Debbie war der Zyklon, der am Tag davor mit Spitzengeschwindigkeiten von 270 Stundenkilometern über das Land fegte und einiges an Verwüstung anrichtete. Der Sturm war so stark, dass er auch einen Bullenhai aus dem Wasser hob und mitten auf die Straße schleuderte. Laut The Guardian war Calder der erste, der den Hai entdeckte.

Bullenhaie können sowohl in Salz- als auch in Süßwasser leben. Vermutet wird, dass er aus einem nahe gelegenen Fluss stammt, in dem es eine Haipopulation gibt. Die hohen Windgeschwindigkeiten und die Wassermengen trieben den Hai in das Landesinnere, wo er verendete.

© Queensland Fire and Emergency Services/Facebook

Der tote Hai wurde schnell vom Stadtgespräch – viele Bewohner*innen kamen, um ihn zu berühren –  zum Internetphänomen, das immer noch so laut es kann „Sharknado ist echt!“ schreit. Im ersten Teil der US-amerikanischen Katastrophen-Trash-Fernsehfilmserie fegt ein Tornado Unmengen an Wasser und Haien nach Los Angeles, die dann reihenweise Menschen töten und die Stadt zerstören.

In Australien gab es bislang keine menschlichen Todesopfer. Doch die Gebiete südöstlich von Queensland kämpfen nach wie vor mit schlimmen Überschwemmungen, viele Häuser sind ohne Strom. Während die australischen Einsatzkräfte die Leute dazu anhalten, nicht in die Nähe der Wassermassen zu gehen, tauchen immer wieder Fotos und Videos von Anwohner*innen auf, die zeigen, wie sich vor allem Kinder in den gefluteten Straßen nach Vorbeiziehen des Sturms vergnügen. Einige packten sogar ihr Surfboard aus.

Das Bild des toten Hais verbreitete sich mit Hochgeschwindigkeit im Internet, der Hashtag #sharknado trendete auf Twitter. Dass der arme Hai gestorben ist, interessiert allerdings niemanden. Selbst die Macher*innen des Trashfilms meldeten sich mit einem irgendwie unpassenden Blabla zu Wort: „Sharknado kann niemals WIRKLICH passieren, haben sie gesagt. Es ist bloß ein dummer Film, haben sie gesagt.“ Im Sommer kommt der fünfte Teil der Reihe ins Kino. Wie passend.