Diese Frau soll in den Männer-Knast

Tara hieß früher Aaron. Nach einem Zwischenfall in einer Bar in Bath wurde sie zu zwölf Wochen Haft verurteilt, die sie jetzt in einem Männergefängnis in Bristol absitzen soll. Die LGBT-Community versucht nun alles, um das zu verhindern.

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Tara Hudson change.org

Tara Hudson ist 26 Jahre alt, kommt aus Bath in England und ist eine Transgender-Frau. Über sechs Jahre lang hat sie sich mehreren Wiederherstellungs-OPs unterzogen und ihr gesamtes Erwachsenenalter als Frau gelebt. Letzten Freitag wurde sie wegen eines unsittlichen Angriffs auf einen Barbesucher am Boxing Day 2014 zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Wochen verurteilt – in einem reinen Männergefängnis in Bristol.

Eine Gruppe von Menschen, die sich mit Tara und ihrer Familie solidarisch erklärt, hat nun eine Petition ins Leben gerufen. Sie fordern gegenüber der britische Rechtssprechung eine Umlegung des Strafvollzugs in ein reines Frauengefängnis, da von männlichen Insassen Misshandlungen und sexuelle Gewalt zu erwarten seien. Die ursprüngliche Strafe würde eine Verletzung der Menschenrechte darstellen.

Tara ist aus medizinischer Sicht eine vollwertige Frau – das bestätigt auch ihr Arzt. Ihre Mutter, die maßgeblich an der Petition beteiligt ist, meint, dass an Tara nichts Männliches mehr zu sehen sei. Ähnlichkeit zu Aaron gäbe es keine mehr. „Sie sieht aus wie eine Frau. Sie ist wunderschön.“

Der Grund, warum sie einem Männergefängnis zugeteilt wurde, ist ihr Pass. Da steht beim Punkt „Gender“ immer noch ein winziges M für männlich. Ein Sprecher der britischen Strafvollzugsbehörde erklärte der Bath Chronicle, dass es seit vielen Jahren die Bestimmung gäbe, Straftäter in Gefängnissen entsprechend ihres rechtlich anerkannten Geschlechts unterzubringen. Ferner würden strenge Regeln sicherstellen, dass transsexuelle Insassen sicher und rechtskonform behandelt werden.

Dagegen halten die Petitions-Initiatoren, dass Transgender-Personen in Männergefängnissen 13 mal wahrscheinlicher Opfer von sexuellen Übergriffen sein würden und somit der am meisten gefährdeten Personengruppe angehörten. Laut Amnesty International leiden LGBT-Insassen und alle, die von anderen als LGBT-Person wahrgenommen werden, unter einem erhöhten Risiko, schlecht oder gewaltsam behandelt zu werden. Nicht nur von anderen Insassen, auch von den Angestellten des Gefängnis.

Die Petition zählt bereits mehr als 54.000 Unterschriften und steigt minütlich weiter. Unterstützer haben auf Twitter unter #ISeeTara eine Welle an Solidaritätserklärungen losgetreten und sogar einen privaten Kanal eingerichtet, über den persönliche Nachrichten direkt an Tara weitergeleitet werden können.