Eine Uni-Studie findet heraus: Katzenvideos schauen vor allem schüchterne Menschen

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Na, wird dir auch schon warm ums Herz? © Christopher Furlong/Getty Images

Wer hätte gedacht, dass sich jemals eine Universität ernsthaft mit Katzenvideos und ihrem Einfluss auf die menschliche Psyche befasst? Aus dem vermeintlich banalen Gedanken ist Realität geworden: In einer Studie verglich die Indiana University Bloomington den Katzen-Video-Konsum von 7000 Probanden. Die Ergebnisse wurden im wissenschaftlichen Magazin Computers in Human Behavior veröffentlicht.

Die amerikanischen Medienforscher wollten primär herausfinden, ob positive Auswirkungen von Tiertherapien, die zum Beispiel bei psychischen Erkrankungen angewendet werden, und die Wirkung von Katzenvideos übereinstimmen. Außerdem sollte ermittelt werden, ob die Probanden sich schlecht fühlen, weil sie andere Dinge für das Sehen von Katzenvideos vernachlässigen.

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Die Medienwissenschaftlerin und Studienleiterin Jessica Gall Myrick schreibt auf der Uni-Webseite: „Manche Menschen denken vielleicht, dass Katzenvideos nicht ernst genug für wissenschaftliche Untersuchungen sind. Fakt ist aber, dass sie eines der größten medialen Phänomene darstellen. Wenn wir die Einflüsse des Internets auf uns und unsere Gesellschaft besser verstehen wollen, können Wissenschaftler den medialen Cat Content nicht mehr ignorieren.“ Sie selbst hat keine Katzen. Dafür aber einen Mops.

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Die Befragungen ergaben, dass sich die Studienteilnehmer energievoller und positiver fühlten, nachdem sie Katzenvideos geschaut hatten. Sie empfänden weniger Ärger, Angst und Traurigkeit. Interessant ist auch, dass Menschen mit bestimmten Charaktereigenschaften, wie beispielweise Schüchternheit, mehr Katzenvideos konsumieren als andere. Der Spaß, den sie beim Verfolgen der Katzen im Internet haben, überwiege das schlechte Gewissen ihrer Prokrastination.

Berühmter Cat-Content-Fan teilte Studie tausendfach

Es stellt sich die Frage, ob die Studie wirklich repräsentativ ist. Die hohe Anzahl an Teilnehmern verdankt die Universität auch der populären Katze Lil BUB und ihrem Besitzer Mike Bridavsky, der die Studie über Social Media-Kanäle streute. Aktuell hat Lil Bubs Facebook-Seite mehr als 2,6 Millionen Gefällt-mir-Angaben. Die Internet-Suchmaschine Google liefert beim Suchbegriffs „Lil Bub“ etwa 832.000 Treffer. Ob viele der Teilnehmer demnach nicht sowieso Katzenvideo-Liebhaber sind, ist fraglich.