Eko Fresh rappt für die Bahn und es ist weniger peinlich, als ihr denkt

Freezy does it! Der Rapper macht mit „Rollin“ gelungene Werbung für die Deutsche Bahn.

© Screenshot | Youtube | Deutsche Bahn

"Siehst du die Ladies da hinten am Bahnsteig, wow." © Screenshot | Youtube | Deutsche Bahn

Was haben wir uns in der Vergangenheit schon fremdgeschämt. Für Sido oder Samy Deluxe zum Beispiel. Die zwei Rap-Urgesteine haben eines gemeinsam: Sie haben in furchtbar peinlichen Werbevideos für verschiedene Unternehmen gerappt. Entstanden sind dabei solche Oneliner: „Mein Block, mein Tarif, meine SMS-Flat: nur fünf Euro monatlich.“ Zum Wegrennen.

Eko Fresh zeigt in einem neuen Spot für die Deutsche Bahn, wie’s geht. Das liegt vor allem daran, dass der bayrische Regioteil des Unternehmens ihm offenbar viele Freiheiten ließ. Und dabei etwas wagt, das viele andere sich nicht trauen: Sich selbst mal nicht so bierernst zu nehmen.

Im Video zu „Rollin“ gibt’s Lederhosn und Weißbier – es wird mit dem „Bayern, Oida!“-Spirit gespielt. Der Kölner Rapper untermalt die Bilder mit punktiertem Wortwitz: „Siehst du die Ladies da hinten am Bahnsteig, wow – währenddessen sitzt du auf der Autobahn im Stau.“ Zu sehen sind dazu zwei ältere Damen mit Strohhut und Hündchen, die freundlich winken.

Eko Fresh selbst ist nicht zu sehen, im Video bewegen stattdessen der Schaffner, die Fahrkartenkontrolleur*innen und Mitfahrer*innen die Lippen zu seiner Stimme. Das wirkt angenehm distanziert, der Rapper kann in dem Kontext auch Dinge wie „Spätestens seit diesem Track ist schwarzfahren out“ rappen, ohne peinlich zu wirken.

Man kann also auch gute Musikvideos für einen Betrieb produzieren.

Auch wenn das natürlich kein Rap ist und der Sänger außerhalb der Hauptstadt recht unbekannt: „Is mir egal“ von dem Berliner U-Bahn-Unternehmen BVG ist ein weiteres Positivbeispiel. Der Song hat Kultstatus erreicht, Kazim Akbogas Refrain lässt sich genüsslich mitnuscheln:

An alle Unternehmen: Selbstironie ist eine Tugend! Wenn ihr euch in einigen Bereichen besser nichts von deutschen Verkehrsbetrieben abschauen solltet – an deren Werbevideos könnt ihr euch aber ein Beispiel nehmen. Dann muss sich auch der beteiligte Musiker nicht die Blöße geben.