Auswandern? Hier sind 5 Vorschläge!

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Sachen packen und los. Aber wohin? © Bild: Pixabay

Wenn die Situation scheinbar immer schlimmer wird, ist Abhauen eine naheliegende Lösung. Nur: wohin?

Machen wir uns nichts vor: Das politische Klima wird zunehmend spannungsgeladen und unangenehm, wie beispielsweise gerade die Wahlergebnisse in Hessen gezeigt haben.

Darum fangen gefühlt immer mehr Menschen an, Witze übers Auswandern zu machen; einige von ihnen denken vielleicht auch ernsthaft darüber nach.

Aber dieses Phänomen gibt es derzeit nicht nur bei uns in Deutschland. In den USA feiert der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump mit seinem wahnsinnigen Populismus tatsächlich Erfolge und macht viele Amerikaner fassungslos. Nach dem Super Tuesday gab es in den USA einen explosionsartigen Anstieg der Google-Suchanfragen zu „move to Canada“.

Und die in Berlin lebende Amerikanerin Tia Hardy Robinson veröffentlichte just eine Anleitung für US-Amerikaner, die trumpbedingt nach Deutschland ziehen wollen.

Weg? Na gut – aber wohin?

Das wirft die Frage auf: Wo auf dieser Welt kann man den überhaupt gut, sicher und einigermaßen zufrieden leben?

Zum Glück gibt es da ein paar Erhebungen. Die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) erstellt beispielsweise seit 2011 den Better Life Index und guckt dabei unter anderem auf Gesundheit, Bildung, Einkommen, Lebenszufriedenheit. Auch die UNO gibt seit 2012 den World Happiness Report heraus. Die wichtigsten Kriterien darin sind die Unterschiede in sozialer Unterstützung, Einkommen, Gesundheit und Lebensdauer. Logisches Ergebnis: In beiden Untersuchungen stehen die gleichen Länder auf ähnlichen Positionen. Also.

In diese 5 Länder lohnt sich das Auswandern:

1. Dänemark

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Zuweilen recht romantisch bei Dänen. Gif: Giphy.com

Vorteile: Bei unseren Nachbarn ist vor allem die Work-Life-Balance vorbildlich – die Dänen haben ganze fünf Wochen Jahresurlaub und dadurch jede Menge Freizeit. Außerdem dürfen schon seit 2012 gleichgeschlechtliche Paare in Dänemark heiraten. Ach ja, und Lego.

Nachteile: Dänemark könnte im Zuge des Klimawandels eines Tages unter Wasser liegen. Ungünstig könnte sich gegebenenfalls auch die unmittelbare Nähe zu Deutschland auswirken. Aber so weit muss es ja nicht kommen.

Für wen: Menschen, die keine allzu großen geografischen Veränderungen und knallfarbene Würstchen mögen.

2. Schweiz

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Das mächtige Matterhorn. Gif: Giphy.com

Vorteile: Das kleine, wohlhabende Neutrum besticht – Überraschung! – durch hohes Einkommensniveau, einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn und eine überdurchschnittliche Lebenserwartung. Laut „World Happiness Report“ sind die Schweizer das allerglücklichste Völkchen der Welt. Und: Die Schweizer haben grad in einer Volksabstimmung Rechtspopulisten den Stinkefinger gezeigt.

Nachteile: Unter Umständen die Lage in der Mitte des zunehmend angespannten Europas. Und eventuell das sehr schwierige Schwiizerdütsch.

Für wen: Zum Beispiel Snowboarder und andere Wintersportler, die außerdem großen Wert auf Käse und fantastische Schokolade legen.

3. Finnland

Wenn die Sonne in Finnland scheint, ist es sehr schön.
Wenn die Sonne in Finnland scheint, ist es sehr schön.

Vorteile: In Sachen Bildung hält Finnland seit Jahren die Spitzenposition. Außerdem gibt es auch in Finnland ein starkes Gemeinschaftsgefühl – laut OECD kennen 95 Prozent aller Finnen jemanden, der ihnen im Notfall beistünde. Außerdem ist Finnland Sauna-Land!

Nachteile: Wirklich. Wenig. Licht.

Für wen: Menschen mit schulpflichtigen Kindern, die Elche mögen und kein Problem mit Kälte und Dunkelheit haben.

4. Kanada

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Kanadas Premier Justin Trudeau. Gif: Giphy.com

Vorteile: Ein beliebtes Auswanderungsziel. Inzwischen auch und vor allem wegen der liberalen Politik von Premier Justin Trudeau (#trudeaumania). Aber auch die Sicherheit und Gesundheit in Kanada liegen über dem OECD-Durchschnitt. Nicht zu vergessen: heiße Holzfäller, atemberaubende Natur und nahezu unendliche Weiten.

Nachteil: Die Nähe zu den USA.

Für wen: Leute mit dicker Winterjacke, die gern einen großen Abstand zwischen sich und ihre europäische Heimat bringen wollen, denen Geschlechter-Gleichheit am Herzen liegt und die zumindest über Grundkenntnisse in Französisch verfügen.

5. Australien

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Koalas sind sehr niedlich und ausnahmsweise nicht giftig. Gif: Giphy.com

Vorteile: Die australische Hauptstadt Canberra (es ist wirklich nicht Sydney) ist laut OECD der beste Ort zum Leben weltweit. Aber auch insgesamt schneidet Australien in beiden Untersuchungen gut ab, weil u.a. Gesundheit, Sicherheit, Einkommen, Bildung und Wohlbefinden stimmen. Zudem tun sich die Australier durch enorm hohes Zivil-Engagement hervor. Außerdem gibt es auf diesem Kontinent jede Menge Platz. Und Koalas, Schnabeltiere und Kängurus!

Nachteile: Der Umstand, dass beinahe jedes Tier dich dort töten will. Und kann.

Für wen: Menschen, die keine Angst vor Spinnen, Schlangen und anderem giftigen Getier haben.

Aber? Aber!

Ganz so einfach ist das mit dem Auswandern natürlich nicht – schließlich hat jedes Land seine eigenen Einwanderungsbedingungen, und die sind mitunter recht kompliziert; übersichtliche Infos für Interessierte gibt’s hier.

Doch mal Hand aufs Herz: Auswandern kann nicht wirklich die beste Lösung sein. Unsere Welt ist heute ohnehin stärker vernetzt und miteinander verbunden als je zuvor in der Geschichte der Menschheit, nicht nur wirtschaftlich.

Außerdem gilt sowieso immer:

[Update 14. März 2016: Danke für die zahlreichen Kommentare und das viele Feedback! Als Grundlage für die Liste dienten – wie oben beschrieben – ausschließlich die Erhebungen von OECD und UNO. Demnach steht, was Lebenszufriedenheit angeht, z.B. Dänemark an der Spitze. Allerdings hätte ich mit dem Überschriften-Schwerpunkt AfD das politische Klima in den jeweiligen Ländern stärker berücksichtigen sollen. Ich persönlich würde ja am ehesten nach Brasilien auswandern, aber wie ich ebenfalls schrieb: Auswandern kann keine ernsthafte Lösung sein.]