Fang an, dich so zu zeigen, wie du bist

Wir verstellen uns, weil wir glauben, dass ein bestimmtes Verhalten von anderen belohnt wird. Doch langfristig schadet es, sich nicht so zu zeigen, wie man ist. Ein Appell für mehr Authentizität.

Es ist unheimlich befreiend, man selbst zu sein. Foto: Pexels | CC0 Lizenz

Der Preis der Maskerade

Vor Kurzem habe ich einen Blogbeitrag geschrieben. Er begann mit folgendem Geständnis. „Ich habe dich und auch mich belogen. Und das tut mir in der Seele leid.“ Warum? Weil ich mich nicht vollständig so gezeigt habe, wie ich bin. Weil ich das, was ich sage und tue, sehr stark daraufhin geprüft habe, ob es korrekt ist, anstatt mich so zu nehmen und zu zeigen, wie ich bin. Dafür habe ich einen hohen emotionalen Preis gezahlt.

Die Wahrheit ist: Ich lache laut – ja, manchmal sehr laut. Ich nutze krasse Bilder und liebe es, Klartext zu sprechen. Mir ist es wichtig, nicht nur Geld zu verdienen, sondern meine Kund*innen richtig nach vorne zu bringen. Ich ertappe mich dabei, dass ich versuche, perfekt zu sein – unangreifbar, geliebt, gemocht.

Wer möchte nicht so geliebt werden, wie er ist? Aber ist das überhaupt möglich, wenn du dich nicht so zeigst, wie du bist? Hör auf, dich für jemanden oder etwas anderes auszugeben, als du bist. Denn du bist perfekt so, wie du bist. Jeder Mensch ist es, wenn er mit seinem inneren Kern gut verbunden ist. Halte nichts zurück und zeige dich. Die Welt braucht dich.

Was von dir versteckst du?

Menschen, die bereit sind, sich mutig zu zeigen, sind Vorreiter, die uns nach vorne bringen. Diejenigen, die sich nicht davor scheuen, sich auch mal zum Affen zu machen und in der Lage sind, über sich selbst zu lachen. Wann haben wir eigentlich gelernt, uns so davor zu fürchten?

Die Frage ist also: Wo versteckst du dich? Welchen Teil von dir möchtest du am liebsten keinem zeigen? Schreib es auf, es ist befreiend, ich verspreche es dir. Beginne gerade diesen Teil zu lieben. Liebe ihn ohne Kompromisse. Sei bereit, der Welt zu zeigen, was du am liebsten unter den Teppich kehren möchtest.

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass darin der größte Frieden liegt, den du dir vorstellen kannst. Es gibt kein schöneres Gefühl, als mit dir im Reinen zu sein. Zu wissen, dass du gut bist und zu wissen, dass du auch gemein, fies, hinterhältig, berechnend und unangemessen sein kannst. Wie wir alle. Ich glaube daran, dass jeder Mensch alle Eigenschaften besitzt. Wir sind es alle, keiner möchte es zeigen. Steh dazu. Vor dir selbst. Erkenne, dass auch diese Eigenschaften dazu dienen, dich zu schützen, wenngleich die Folgen für dich und andere verheerend sein können. Wenn du anfängst, diese unliebsamen Anteile von dir liebevoll anzuerkennen, dürfen sie transformieren. Darunter liegen Diamanten. Der Weg dorthin heißt Selbstakzeptanz.

Nimm diese Eigenschaften an dir wahr und entscheide dich, wer du sein möchtest. Handle nur nach den Eigenschaften, die mit deiner Beschreibung deines Selbst in Einklang stehen.

Die große Angst vor Kritik

Wenn du erfolgreich sein möchtest, ist es entscheidend, dass du dich der Welt zeigst. Auf allen Ebenen. Ich erlebe es häufig gerade im Zusammenhang mit Social Media, dass Menschen sich zurückhalten. Dass sie Sorge davor haben, disliked zu werden, kritische Kommentare zu ernten oder sich einfach nur lächerlich zu machen.

Wichtig ist, dass du Folgendes verstehst: Wenn du diese Ängste zum Anlass nimmst, nicht nach außen zu gehen, dann geht es um dein Ego, nicht um deinen Beitrag. Ich glaube daran, dass jeder Mensch einen Beitrag zu leisten hat. Wenn du deinen Befindlichkeiten und Emotionen erlaubst, das Ruder zu übernehmen, ist das selbstverliebt. Denn es geht um dich. Du schützt dich, hältst dich zurück und verhinderst somit, deinen Beitrag in die Welt zu bringen. Du verhinderst, dass Menschen, die Tiere oder die Natur durch deinen Beitrag wachsen können. Du hältst sie klein. Das alles nur, weil dein Ego dir wichtiger ist.

Wenn ich davon spreche, sich zu zeigen, meine ich nicht damit, dass du Fotos vom Zahnarzt öffentlich postest. Es ist klug und weise, dir im Vorfeld zu überlegen, wie viel von deinem Privatleben du öffentlich zeigen möchtest. Es geht aber nicht um dein Privatleben, sondern darum, das, was du der Welt zu sagen hast, zu sagen. Ungefiltert, ungeschönt, dich in deiner vollen Größe zu zeigen. Den Menschen zu ermöglichen, mit dir in Kontakt zu treten, nicht mit einem aufpolierten Image, das du dir aufgebaut hast. Denn so wirst du nie den Wert der wahren Begegnung spüren. Du wirst dich nie gesehen und angenommen fühlen, wenn du nicht bereit bist, als die Person zu erscheinen, die du bist. Damit verhinderst du, eines der wertvollsten Geschenke – das eines wahren Kontaktes, in dein Leben einzuladen.


Von Nina Stromann auf EDITION F.

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