Fleisch ohne Tier: So sieht die Frikadelle der Zukunft aus

Fleisch herstellen, ohne dass dafür Tiere sterben müssen – das ist das Ziel von Memphis Meats. Doch bis es soweit ist, muss das US-Unternehmen noch ein paar Forschungshürden überwinden.

Memphis Meats plant nicht weniger als die Revolution der Fleischindustrie: „Wir wollen für die Fleischwirtschaft das sein, was das Auto für Pferde und Kutschen war“, sagt Firmenchef Uma Valeti. Sein Unternehmen mit Sitz in San Leandro, Kalifornien, stellt künstliches Fleisch her – auf Basis tierischer Stammzellen. Noch sind die Mengen allerdings sehr klein und sehr teuer: Ein Pfund Kunstfleisch kostet 18.000 Dollar.

Der Hunger nach Fleisch in der Welt steigt immer weiter: 455 Millionen Tonnen Fleisch – in Ziffern: 455.000.000 – werden die Menschen im Jahr 2050 produzieren (und verbrauchen), schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Das ist nicht nur deshalb ein Problem, weil Tiere dafür sterben müssen. Je nach Fleischsorte müssen bis zu 16 Kilogramm Getreide verfüttert werden, um ein Kilo Fleisch herzustellen. Dazu kommt der Wasserverbrauch: Bis zu 20.000 Liter seien es pro Kilo Fleisch, heißt es bei der Wasserstiftung.

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Wenn nicht ein Großteil der Menschen auf vegetarische oder vegane Ernährung umstellt, brauchen wir also eine Alternative. Für Kunstfleisch müssten keine Tiere mehr sterben, das Fleisch wäre zudem frei von Antibiotika und Giftstoffen wie Glyphosat. Auch andere Unternehmen versuchen, Fleisch synthetisch herzustellen. 2013 präsentierte ein niederländisches Team ein Burgerpatty auf Basis von Muskelzellen. Die Testesser waren allerdings wenig begeistert.

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Ganz einfach ist es nicht, künstliches Fleisch zu produzieren. Ohne Blutgefäße, die die Zellen mit Nährstoffen versorgen, bleiben die Fleischstreifen in den Petrischalen ziemlich klein. Außerdem entsteht das Laborfleisch immer noch nicht ohne den Tod von Tieren. Denn die Stammzellen schwimmen in einer Nährlösung, die auf fötalem Kälberserum basiert. Die Gewinnung des Serums ist brutal: Den ungeborenen, noch lebenden Kälbern wird eine Nadel ins Herz gestochen und das Blut aus den Tieren herausgesaugt. Nach eigenen Angaben arbeitet Memphis Meats aber an pflanzlichen Alternativen.