Fotoprojekt: Menschen in Mosambik zeigen, wie sie der Dürre trotzen

Sie halten zum ersten Mal in ihrem Leben eine Kamera in den Händen und dokumentieren, wie ihr Leben während der schlimmsten Dürre seit 35 Jahren aussieht.

© CARE

Auf dem langen Weg zur Wassersuche in Mosambik. © CARE

Zwei Frauen müssen Wasser aus einer Straßenpfütze schöpfen. Eine andere Möglichkeit, an Wasser zu kommen, gibt es für die beiden nicht. Die meisten Brunnen sind ausgetrocknet oder das Wasser versalzen. Das ist eine Szene aus dem Alltag Mosambiks. Die Menschen in dem südostafrikanischen Land sind Opfer der Trockenheit von El Niño. Diese Wetteranomalie stellt in regelmäßigen Abständen die Wettersituation von drei Viertel der Erde auf den Kopf.

Wegen El Niño haben 2,3 Millionen Menschen in Mosambik nicht ausreichend zu essen, mehr als 100.000 Kinder gelten als akut unterernährt. Die Hilfsorganisation Care ist vor Ort, um den Menschen zu helfen. Sie arbeitet mit mehr als 300 Menschen aus Mosambik zusammen, die selbst unter der Dürre leiden. Sie absolvieren freiwillig Workshops, in denen sie etwa lernen wie wichtig Hygiene trotz Wassermangels ist und wie man Unterernährung bei Kindern misst und was man dagegen tun kann. Sie alle wollen – obwohl sie selbst täglich gegen die extreme Trockenheit ankämpfen müssen – anderen Menschen helfen.

Die Hilfsorganisation beschloss, dieser Dürre ein menschliches Gesicht zu geben – und gab sieben dieser freiwilligen Helfer*innen in Mosambik eine Kamera. Sie sollten jeweils eine Woche lang ihren Alltag dokumentieren. In einer kurzen Schulung lernten sie die Handhabe und die Basics über Belichtung und Perspektive. Schließlich hatten sie noch nie zuvor eine Kamera gesehen oder benutzt. Entgegen den Erwartungen stellte sich eine Woche später heraus: Die Fotos waren richtig gut gelungen. Sie waren kreativ, qualitativ hochwertig und sie alle erzählten einzigartige, persönliche Geschichten. Geschichten, die eindrucksvoll zeigten, wie die Dürre das alltägliche Leben und Arbeiten beeinflusst. ze.tt zeigt eine Auswahl.

João Lambo

„Schritt für Schritt verbessern wir gemeinsam unser Leben.“

João, 50 | © Care
João, 50 | © Care

João ist 50 Jahre alt und unterstützt sechs verschiedene Familien in Mbone in Funhalouro. Mit seinen Fotos möchte er der Außenwelt zeigen, wie hart alle daran arbeiten, das Leben der Menschen in seinem Dorf zu verbessern. In der Vergangenheit wurden beispielsweise viele Kinder krank, weil ihre Familien keine Latrinen hatten. „Sie gingen in den Busch, doch manchmal liefen Tiere durch die Fäkalien und brachten sie zurück ins Dorf – dorthin, wo die Menschen essen und schlafen“, erzählt João. Er würde ihnen nun dabei helfen, Latrinen zu bauen und Löcher für den Müll zu graben. Wenn alle zusammenhelfen, seien sie binnen eines Tages fertig.

Wasser ist aufgrund der Dürre kaum verfügbar. Die Menschen müssten immer größere Strecken zurücklegen, um Wasser zu holen. Hygiene bliebe daher auf der Strecke, schließlich wäre das Trinken immer noch wichtiger. „Manchmal muss ich die Menschen daran erinnern, wie wichtig Hygiene ist. Insbesondere, wenn die Sorgen wegen Dürre und Hunger alles überschatten.“

gdfgf | © João Lambo/Care
Olga ist 15 und Mira ist 14 Jahre alt. Sie haben vor wenigen Wochen ihre Kinder zur Welt gebracht. Die vier leben bei Miras Mutter, die sich um die Neugeborenen kümmert. Olga ist taubstumm, daher verständigt sich João mit ihr durch Gesten. Vor drei Wochen gebar sie ihr Kind in einem Krankenhaus – darauf bestand João. Mira hatte zur bei ihrem Onkel in Südafrika gearbeitet, aber wurde zurückgeschickt, als sie schwanger wurde. | © João Lambo/Care
| © João Lambo
Es ist wichtig, dass sich Eltern und Kinder die Hände waschen, João hat daher kleine Wasserflaschen aufgehängt. Einige Familien haben allerdings nicht genügend Wasser dafür. Wichtig ist es auch, Trinkwasser abzudecken und Schöpfkellen zu benutzen. „Vorher sind Dreck und Blätter ins Wasser geraten. Manchmal tranken auch Tiere vom Wasser, weshalb viele Kinder krank wurden. Veränderung braucht Zeit“, sagt er. | © João Lambo/Care

Rita Mazive

„Wir müssen lernen, wie wir das Beste aus der Situation machen können.“

Rita, 43, is a community volunteer in Mbone since 2014. She was chosen by the community, because they trust her and she is well known for the good advice she can give. “Many older people are now taking care of their grandchildren, because the parents of the children have left to find work in other places. Often children as young as five years have to go to the bushes to help find food, and young girls sell firewood to feed the families or go and fetch water”, she says.
Rita, 43 | © Care

Rita ist 43 Jahre alt und in ihrer Gemeinde Mbone für ihre guten Ratschläge bekannt. Die Bewohner*innen vertrauen ihr. Ihre 18 Jahre alte Tochter Erleia geht noch zur Schule und ist bereits selbst Mutter einer neun Monate alten Tochter. Erleia, ihre Tochter und drei ihrer Geschwister wohnen bei Rita. Ihr Mann hat sie verlassen. Jeden Tag müssen Rita oder Erleia 14 Kilometer weit laufen, um Trinkwasser in einem 20-Liter-Kanister zu holen. 20 Liter Wasser, die sie zum Trinken, Kochen, Duschen und Waschen verwenden. Zum Vergleich: Deutsche verbrauchen mehr als 120 Liter pro Tag. „Der Idealfall von drei Mahlzeiten am Tag ist leider nur in der Theorie möglich“, sagt Rita. „Meine eigene Enkelin weint vor Hunger und wir können ihr einfach nicht genug zu essen geben“.

In ihrer Gemeinde schult sie Frauen in Sachen Gesundheit, Hygiene und Kinderernährung. „Viele ältere Menschen kümmern sich um ihre Enkelkinder, weil die Eltern wegen der Dürre gezwungen sind, an einem anderen Ort Arbeit zu suchen“, erzählt sie. „Oft müssen kleine Kinder aber auch dabei helfen, in der Wildnis nach Essen zu suchen, und junge Mädchen müssen Wasser holen und Feuerholz verkaufen, um ihre Familie zu ernähren.“

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Die 14-jährige Paciência und ihre Freundin stehen jeden Morgen früh auf, um Feuerholz zu sammeln, das sie verkaufen können. Paciência geht noch zur Schule, aber sie schafft es oft nicht pünktlich in den Unterricht. Ihr Vater starb vergangenes Jahr. Seitdem verlässt ihre Mutter oft tagelang das Dorf, um Arbeit und Essen zu suchen. Paciência kümmert sich in dieser Zeit um ihre jüngeren Geschwister und übernimmt die Aufgaben ihrer Mutter. Sie holt Wasser, gibt ihren jüngeren Geschwistern zu essen und putzt das Haus. Viele Frauen und Kinder verkaufen Feuerholz, um ein Einkommen zu haben. Damit verdienen sie aber häufig nur fünf bis zehn Cent am Tag. | © Rita Mazive/Care

„Ich habe noch nie eine Kamera benutzt. Und ich habe mich noch nie auf einem Foto oder in einem Spiegel gesehen.“

– Rita Mazive

Obwohl Rita selbst sehr unter der Nahrungsmittelknappheit und Hunger leidet, hilft sie. „Ältere Frauen und Mädchen brauchen am dringendsten Unterstützung“, sagt Rita. Sie möchte ein gutes Vorbild sein und tut ihr Möglichstes, dass ihre Tochter Erleia weiterhin zur Schule gehen kann.

Zweimal in der Woche besucht Rita Sebastiana. Sie lebt mit ihren Schwiegertöchtern und vier Enkelkindern zusammen. Sebastiana schildert ihre Situation: "Vor Ausbruch der Dürre hatten wir genug zu essen. Wir konnten Gemüse von unseren Feldern ernten. Jetzt laufen wir weite Strecken, um Wasser und Essen zu finden. Wir essen wilde Beeren wie Tindhzulo und die Blätter der Cacana. Wir dachten, die letzten drei Jahre seien schwierig gewesen, aber diese Dürre hat uns noch viel schlimmer getroffen, als die vorherigen." | © CARE
Zweimal in der Woche besucht Rita Sebastiana. Sie lebt mit ihren Schwiegertöchtern und vier Enkelkindern zusammen. Sebastiana schildert ihre Situation: „Vor Ausbruch der Dürre hatten wir genug zu essen. Wir konnten Gemüse von unseren Feldern ernten. Jetzt laufen wir weite Strecken, um Wasser und Essen zu finden. Wir essen wilde Beeren wie Tindhzulo und die Blätter der Cacana. Wir dachten, die letzten drei Jahre seien schwierig gewesen, aber diese Dürre hat uns noch viel schlimmer getroffen, als die vorherigen.“ | © Rita Mazive/Care
Hier öffnet Sebastiana Tindhzulo-Früchte. Sie mischt sie mit Cacana-Blättern und kocht sie. Ihre Familie isst einmal am Tag, meistens um fünf Uhr nachmittags. Wenn Reste übrig bleiben, essen sie die am nächsten Tag zu Mittag. Sie versuchen, so spät wie möglich nach dem Aufstehen zu essen. Rita zeigt den Menschen, wie sie das Essen am besten kochen können, damit die Nährstoffe erhalten bleiben. "Sie haben nicht genug zu essen, aber wenigstens sind die wilden Blätter und Früchte gesund. Im August können die Menschen außerdem Moringa sammeln, eine sehr nahrhafte Pflanze. Wir müssen lernen, wie wir das Beste aus der Situation machen können", sagt Rita.
Hier öffnet Sebastiana Tindhzulo-Früchte. Sie mischt sie mit Cacana-Blättern und kocht sie. Ihre Familie isst einmal am Tag, meistens um fünf Uhr nachmittags. Wenn Reste übrig bleiben, essen sie die am nächsten Tag zu Mittag. Sie versuchen, so spät wie möglich nach dem Aufstehen zu essen. Rita zeigt den Menschen, wie sie das Essen am besten kochen können, damit die Nährstoffe erhalten bleiben. „Sie haben nicht genug zu essen, aber wenigstens sind die wilden Blätter und Früchte gesund. Im August können die Menschen außerdem Moringa sammeln, eine sehr nahrhafte Pflanze“, sagt Rita. | © Rita Mazive/Care

Raulina Filipe

„Kein Wasser, keine Schule“

Raulina, 33 | © CARE
Raulina, 33 | © Care

Raulina ist 33 Jahre alt und Mutter von sechs Kindern. Sie alle leben in dem kleinen Dorf Malave in der Inhambane-Provinz im Süden Mosambiks. Für das Fotoprojekt begleitete sie die 10-jährige Filani auf ihrem langen Weg zu einer Wasserstelle – und hat dabei selbst einen Kübel Wasser auf dem Kopf.  Filani kann manchmal nich zur Schule gehen, weil sie ihrer Familie helfen muss. Die freiwilligen Helfer setzten sich lange dafür ein, dass Eltern ihre Kinder zur Schule schicken können. Das ist mittlerweile kaum mehr möglich. „Durch die Dürre sind wir alle in der gleichen Situation“ sagt Raulina.

Filina ist 10 Jahre alt und geht in die fünfte Klasse. Heute geht sie nicht zur Schule, sonder auf die Suche nach Trinkwasser. Das macht sie oft, denn ihre Mutter ist krank und ihre älteren Geschwister haben das Dorf verlassen, um Arbeit zu finden. Filani hilft auch dabei, das Haus zu putzen, wilde Früchte und Blätter zu finden und den Haushalt zu machen. | © CARE
Filani ist 10 Jahre alt und geht in die fünfte Klasse. Heute geht sie nicht zur Schule, sondern auf die Suche nach Trinkwasser. Das macht sie oft, denn ihre Mutter ist krank und ihre älteren Geschwister haben das Dorf verlassen, um Arbeit zu finden. Filani verlässt das Haus, sobald die Sonne aufgeht. Denn wenn es dunkel ist, kann es für junge Mädchen draußen gefährlich sein. Da es morgens noch kalt ist, trägt sie eine Decke. Ihr Weg zur Wasserstelle dauert eineinhalb Stunden. Da sie keine Schuhe hat, muss sie immer barfuß  laufen. | © Raulina Filipe/Care

20 Liter sind eigentlich zu schwer für ein kleines Mädchen wie Filani. „Sie ist erschöpft und geschwächt, weil sie seit der letzten Nacht nichts gegessen hat“, sagt Raulina. Filani ginge normalerweise mit anderen Mädchen und Frauen aus dem Dorf zur Wasserstelle. Sie versuche, nur ein- oder zweimal Pause zu machen. Denn je früher sie zurück ist, desto wahrscheinlicher kann sie zumindest noch ein paar Stunden in den Schulunterricht gehen.

Als Filani die Wasserstelle erreicht, ist kein Wasser mehr im Brunnen. Sie muss noch einige Stunden warten, bis wieder genug Wasser an die Oberfläche gekommen ist. "Früher sind wir zu einer anderen Quelle gegangen, die nähe ist. Aber wegen der Dürre gibt es dort kein Wasser mehr", erzählt sie. Nachdem Filani mehrere Stunden gewartet hat, kann sie ihren Kanister füllen. Sie muss ihn rund 40 Mal hoch- und runterziehen, bis die 20-Liter voll sind. Die Oberfläche bedeckt sie mit Gras ab, damit das Wasser nicht überläuft. Zu Hause angekommen, hilft ihr eine Nachbarin, den Kanister abzustellen.
Als Filani die Wasserstelle erreicht, ist kein Wasser mehr im Brunnen. Sie muss noch einige Stunden warten, bis wieder genug Wasser an die Oberfläche gekommen ist. „Früher sind wir zu einer anderen Quelle gegangen, die näher ist. Aber wegen der Dürre gibt es dort kein Wasser mehr“, erzählt sie. Nachdem Filani mehrere Stunden gewartet hat, kann sie ihren Kanister füllen. Sie muss ihn rund 40 Mal hoch- und runterziehen, bis die 20-Liter voll sind. Die Oberfläche bedeckt sie mit Gras, damit das Wasser nicht überläuft. Zu Hause angekommen, hilft ihr eine Nachbarin, den Kübel abzustellen.

Artur Tafula

„Es ist so viel Zeit und Arbeit notwendig, um einen weiteren Tag zu überleben.“

Artur, 49 | © CARE
Artur, 49 | © Care

Artur ist 49 Jahre und lebt in der Gemeinde von Malave. Er sagt, dass es schwierig für Menschen in Europa und in den USA ist, sich die Auswirkungen der Dürre vorzustellen. Das möchte er mit seinen Fotos ändern. „Ich möchte zeigen, was die Menschen essen, welche langen Strecken sie dafür auf sich nehmen, wie sie Wildfrüchte und Blätter verarbeiten“, sagt Artur. Er hat Lauras Alltag fotografiert, sie bei der Nahrungssuche begleitet und dabei, wie sie das Essen zubereitet. Laura ist 47 Jahre alt und kümmert sich um ihre Enkelkinder im Alter von zwei bis sechs Jahren. Ihre eigenen Kinder sind gestorben.

Ar | © CARE
Laura muss 18 Kilometer weit laufen, um Essbares zu finden. Vor der Dürre musste sie noch einen Karren benutzen, um das ganze Getreide von den Feldern zurück ins Dorfs zu transportieren. Heute muss eine kleine Schale reichen. Oft dauert es den ganzen Tag, bis sie etwas zu essen gefunden hat. „Jetzt gibt es nichts mehr, das ich ernten kann, weil es seit Monaten nicht mehr geregnet hat. Ich habe selbst großen Hunger und fühle mich schwach, wenn ich diese langen Wege mit so wenig im Magen zurücklege“, sagt Laura. | © Artur Tafula/Care

Am meisten Sorgen mache Artur sich um die Kinder im Dorf. Denn deren kleine Körper würden sich nicht so entwickeln, wie sie sollten. Sie wären sogar zu schwach, um zu spielen. „Ich habe Angst, dass es noch schlimmer wird.“

Wenn Laura nach Hause kommt, sortiert sie die guten von den schlechten Früchten und wäscht sie. Zwei bis vier Mal pro Woche geht sie auf die Suche nach Essen. "An den anderen Tagen hole ich Wasser, putze das Haus oder wasche meine Kinder. Die neue Daueraufgabe der Woche ist es zu überleben", sagt Laura. i trocknet die Tindhzulo-Frucht für zwei bis vier Tage in der Sonne. Normalerweise verarbeitet sie Erdnüsse, doch die gibt es wegen der Dürre nicht mehr. Dann zerkleinert sie die getrockneten Früchte, um sie anschließend zu kochen. "Als nächstes vermenge ich die Cacana-Blätter mit der Tindhzulo-Frucht und gar sie mit etwas Wasser- Cacana sind nicht sehr lecker und die Kinder ögen sie nicht gerne, aber sie sind einfacher zu finden als die Tindhzul."
Wenn Laura nach Hause kommt, sortiert sie die guten von den schlechten Früchten und wäscht sie. Zwei bis vier Mal pro Woche geht sie auf die Suche nach Essen. „An den anderen Tagen hole ich Wasser, putze das Haus oder wasche meine Kinder. Die neue Daueraufgabe der Woche ist es zu überleben“, sagt Laura. Sie trocknet die Tindhzulo-Frucht für zwei bis vier Tage in der Sonne. Normalerweise verarbeitet sie Erdnüsse, doch die gibt es wegen der Dürre nicht mehr. Dann zerkleinert sie die getrockneten Früchte, um sie anschließend zu kochen. „Als nächstes vermenge ich die Cacana-Blätter mit der Tindhzulo-Frucht und gare sie mit etwas Wasser. Cacana sind nicht sehr lecker und die Kinder mögen sie nicht gerne, aber sie sind einfacher zu finden als die Tindhzulo.“ | © Artur Tafula/Care

Hortência Jacinto

„Jeden Tropfen Wasser, den du verbrauchst, musst du auch tragen.“

Hortência, 34
Hortência, 34 | © Care

Hortência lebt mit ihren drei Kindern in Chirucuveta. Sie versucht dabei zu helfen, die negativen Auswirkungen der Dürre auf die Entwicklung der Kinder zu reduzieren. Dafür erklärt sie den Bewohner*innen des Dorfes, wie wichtig Sauberkeit ist. Sie bringt ihnen grundlegende Hygieneregeln bei, denn „andernfalls werden sie krank und die Dürre wird auch für ihre Gesundheit eine Katastrophe“, sagt sie.

Außerdem setzt sich Hortência dafür ein, dass Eltern mehr mit ihren Kindern spielen. Das ist durch die Dürre schwer geworden, da die Eltern den ganzen Tag mit der Suche nach Essen und Wasser beschäftigt sind. Danach wären sie so erschöpft, dass ihre Kinder oft den Eltern bei vielen Aufgaben helfen müssten. Spielen sei dennoch wichtig für die Entwicklung der Kinder. Durch die Bewegung trainieren sie ihre motorischen Fähigkeiten.

Hortência half der Familei von Diana dabei, eine Latrine zu bauen | © CARE
Hortência half der Familie von Diana dabei, eine Latrine zu bauen und erklärte ihr, dass es wichtig sei, sich selbst und das Haus immer sauber zu halten. Diana wäscht sich hier gerade die Hände in Seifenwasser, nachdem sie zur Toilette gegangen ist. Ihre Mutter füllt außerdem den Müll in ein Loch und verbrennt ihn. | © Hortência Jacinto/Care

„Wir können es nicht riskieren, eine gesamte Generation an die Dürre zu verlieren.“

– Tereza Titosse, Mutter von sechs Kindern

Die Kinder spielen hier ein Spiel namens "Chique, chique Banane".
Viele Kinder gehen nicht in den Kindergarten oder in die Schule. Bei so viel Arbeit ist es für die Eltern schwierig, die nötige Kraft aufzuwenden und den Kindern Aufmerksamkeit zu schenken. Trotzdem ist Spielen wichtig, da Bewegung ihre motorischen Fähigkeiten trainiert. Die Kinder spielen hier ein Spiel namens „Chique, chique Banane“. | © Hortência Jacinto/Care