Fröhlich sein beim KZ-Besuch – ein No-Go?

Auf der „Reise nach Polen” besuchen jedes Jahr tausende junger Israelis ehemalige Konzentrationslager und Gedenkstätten. Dürfen sie dabei auch fröhlich sein? Wie fühlst du dich bei dem Thema?

Der Holocaust ist das, was meinem Volk passiert ist. In meinen Augen ist es der Grund, warum wir einen eigenen Staat brauchen. Ich will verstehen, was meine Vorfahren durchgemacht haben. Dadurch kann ich das Leben besser wertschätzen.

– Shlomi Yahav, Schüler

„Ich weiß, dass das heut das schlimmste Lager ist“, sagt Shlomi in die Kamera. Und trotzdem machen die Jugendlichen eine Schneeballschlacht, direkt vorm KZ Majdanek. Viele von ihnen haben nie zuvor Schnee gesehen. Sie lachen, albern rum und vergessen für einen kurzen Moment, dass hier viele ihrer Vorfahren ermordet wurden.

„Mal sehen, ob sie in den nächsten drei Stunden noch lachen werden“, sagt er danach. Wie verhält man sich richtig, wenn man ein Konzentrationslager besucht? Oder überhaupt, wenn man über den Holocaust redet?

Shlomi und seine Mitschülerinnen versuchen, den Schmerz nachzuempfinden, den manche Insassen im Winter empfunden haben müssen. Sie setzen sich auf ein stillgelegtes Gleis und ziehen ihre Klamotten aus. Eine Minute lang, bei fünf Grad.

Welches Verhalten ist beim KZ-Besuch ein No-Go? Gib uns deine Antwort auf www.uploading-holocaust.com

Eine Woche lang sind Avishag, Shlomi, Ron und ihre Mitschüler*innen auf den Spuren ihrer Vorfahren, die in Polen durch das Nazi-Regime ums Leben kamen. Sieben Tage, vier Konzentrationslager, drei Massengräber, zwei Gettos, 14 Gedenk-Zeremonien, 200 Teenager in einem Hotel.

In einer fünfteiligen Reihe zeigen wir diese besondere Klassenfahrt, die als Suche jedes Einzelnen nach Spuren seiner Familiengeschichte beginnt, doch mehr und mehr zu einer Art gemeinsamer Pilgerfahrt wird, die es den Teilnehmern ermöglicht, den Verlust und das Leid ihrer Vorfahren nachzuvollziehen. Alle Videos dieser Reihe bestehen ausschließlich aus Youtube-Material von israelischen Jugendlichen.


#uploading_holocaust ist eine gebrueder beetz filmproduktion, in Koproduktion mit udiVsagi production, BR und rbb, gefördert durch das Medienboard Berlin-Brandenburg, Nationalfonds Österreich, Zukunftsfonds Österreich und der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildung.