Gebärdensprache: Signily ist eine App für Gehörlose

Wenn ihr euch fragt, welche Sprache ihr lernen sollt: Gebärdensprache. Für die Kommunikation damit gibt’s jetzt auch eine App. 

signily.com

Eine App für Gebärdensprache signily.com

Gehörlose konnten bisher mit ihrem Mobiltelefon bereits schriftlich oder per Video-Chat kommunizieren. Die App „Signily“ holt nun außerdem die Gebärden auf’s Display. Für 0,99 Euro kommt eine Emoji-Tastatur in Amerikanischer Gebärdensprache (ASL) auf alle Apple-Geräte mit iOS. Eine Version für Android soll schon in Arbeit sein.

So sieht das dann aus: Die Gebärden-Symbole werden per Copy+Paste in verschiedene Apps eingefügt, zum Beispiel Mail oder iMessage.

Die Signily-Tastatur auf einem iPhone. Screenshot: Sebastian Horn/Ze.tt
Die Signily-Tastatur auf einem iPhone. Screenshot: Sebastian Horn/Ze.tt
Die Gesten gibt es in verschiedenen Hautfarben. signily.com
Die Gesten gibt es in verschiedenen Hautfarben. signily.com

Rund 80.000 Menschen sollen in Deutschland gehörlos sein, schreibt der Deutsche Gehörlosen-Bund. Etwa 16 Millionen sind schwerhörig, von ihnen hören 140.000 so wenig, dass sie auf die Gebärdensprache angewiesen sind.

Von der Webseite erfahren wir auch, dass Gebärdensprache nicht international ist. Weltweit soll es etwas 200 verschiedene geben. Die App verwendet die Amerikanische. Dennoch verstünden sich Gehörlose auch international ganz gut – da haben sie Hörenden also etwas voraus.

Hinter der App steckt die Firma ASLized. In den USA ist sie als non-profit-Organisaiton registriert, das bringt Steuervorteile. Gründerin Elsie Stecker erzählt im Video von der neuen Software – und warum Gehörlose sie tatsächlich brauchen, obwohl sie doch per Textnachricht kommunizieren könnten. Die Worte der Schriftsprache entsprächen nicht mehr ihren Kommunikationsgewohnheiten; im Alltag tauschen sie sich mit Gebärden aus.

Die Sache mit dem Datenschutz

Einen möglichen Haken hat die Sache aber: Wie andere Tastaturen von Drittentwicklern auch, kann Signily mitloggen, was ihr schreibt, und diese Informationen an die Entwickler der App übermitteln. Ein entsprechender Hinweis erscheint, wenn ihr die App auf eurem Gerät einrichtet.

Auf seiner Website schreibt der Anbieter von Signily, die App würde trotz der Zugriffsrechte keine persönlichen Informationen auf den Server der Organisation hochladen. Die Privatsphäre der Nutzer würde jederzeit wertgeschätzt.

Was die App über euch wissen will? Naja. Alles. Screenshot: Sebastian Horn/Ze.tt
Was die App über euch wissen will? Naja. Alles. Screenshot: Sebastian Horn/Ze.tt