Geflüchteter Junge dankt der Bundeskanzlerin unter Tränen

In Heidelberg wollte ein kleiner Junge aus Afghanistan Angela Merkel die Hand geben – nachdem sie stark für ihre Geflüchtetenpolitik kritisiert wurde.

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Der kleine Edris fragte, ob er der Kanzlerin die Hand geben dürfe. © Screenshot | Video | Stern/Reuters

„Ich danke Ihnen, Frau Merkel“, sagt der kleine Edris. Ein freiwilliger Geflüchtetenhelfer aus Illingen verschaffte ihm einen Moment am Mikrofon. Der afghanische Junge freut sich sichtlich darüber, sprechen zu dürfen. Seine Augen erzählen die Geschichte einer Flucht.

Angela Merkel lächelt, lobt Edris für seine Deutschkenntnisse, fragt ihn nach seiner Familie, wie Videomaterial der Nachrichtenagentur Reuters zeigt. Er spreche häufig mit seinem Vater deutsch, seine Mutter sei nicht in Deutschland, sagt er.

Anders als bei dem weinenden geflüchteten Mädchen Reem im vergangenen Jahr, bleibt nach Merkels Reaktion diesmal kein fader Nachgeschmack. Damals wirkte die Kanzlerin sehr unbeholfen, diesmal ist sie souveräner. Als der kleine Junge sie etwa fragt, ob er ihr die Hand geben dürfe, stimmt sie zunächst zu und drückt ihn dann etwas unsicher an sich. Edris jedenfalls ist davon zu Tränen gerührt.

Auf der Regionalkonferenz der CDU in Heidelberg warb die Bundeskanzlerin um Unterstützung der Parteimitglieder an der Basis. Vor Edris‘ Ansprache wurde Angela Merkel dort unter anderem scharf wegen ihrer Geflüchtetenpolitik kritisiert und zum Rücktritt aufgefordert. „Mit ihrer Flüchtlingspolitik haben Sie dem Land eine Hypothek aufgeladen, die es so schnell nicht wieder los wird – und wenn, dann sicher nicht mit Ihnen“, sagte etwa Ulrich Sauer, CDU-Mitglied seit 1960, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Erst kürzlich hatte Angela Merkel angekündigt, sich 2017 erneut als Bundeskanzlerin zur Wahl zu stellen.