Gendern: Was ist euer Problem, liebe CDU-ler*innen in Baden-Württemberg?

In Baden-Württemberg regt sich die CDU darüber auf, dass die Grünen in Tweets gendern. Wir empfehlen der CDU, sich diesen konservativen Stock endgültig aus dem Hintern zu ziehen. Ein offener Brief.

Koalition? Yep! Gendern? Nope! Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Thomas Strobl mag das Sternchen nicht so gerne wie wir und wir finden das ziemlich daneben. © dpa

Liebe CDU-ler*innen in Baden-Württemberg,

was ist da los? Die baden-württembergische Landesregierung, der ihr übrigens angehört, twittert: „Im Sinne einer Politik des Gehörtwerdens beziehen wir die Bürger*innen umfassend in die politische Willensbildung ein.“ Und Ihr antwortet so: „Bitte unterlassen Sie die Genderschreibweise in Tweets der Landesregierung!“

Liebe CDU-ler*innen, ihr merkt selbst, dass bei euch was falsch läuft, oder? Ihr brüskiert euch öffentlich über ein kleines Sternchen. Zurecht werdet ihr dafür jetzt kritisiert, vom Landesfrauenrat und euren Kolleg*innen von den Grünen.

Wisst ihr, Gendern ist ganz leicht und tut keinem weh. Das kleine Sternchen steht für eine Position, die absolut zeitgemäß ist: Gleichberechtigung für alle. Es ist dafür gedacht, Menschen jeden Geschlechts und jeder „sexuellen Minderheit“, wie ihr es gerne nennt, endlich, endlich einmal so anzusprechen, wie sie es verdienen: gleich.

Mit einer so kleinen und dennoch so wichtigen Maßnahme wie dem Gendern in Texten könnt ihr diese Position öffentlichkeitswirksam vertreten. Zeit wär’s, denn eure derzeitige Position, liebe CDU-ler*innen in der baden-württembergischen Landesregierung, ist absolut überholt. Googelt mal „Justin Trudeau“, an dem könnt ihr euch ein Vorbild nehmen.

Die Landesregierung in Baden-Würtemberg sollte euren ewiggestrigen Standpunkt ignorieren und genauso weiter twittern wie bisher. Weil das kleine * uns allen immer wieder ins Gedächtnis ruft, dass es vor unserer Haustür viel mehr gibt als nur Männer.

Bussi

Außerdem auf ze.tt