Geschichten über alkoholische Getränke, mit denen du auf Partys punkten kannst

Die Prohibition kennt ja fast jeder. Aber wusstest du, dass die Familie Bacardi bei der kubanischen Revolution mitwirkte? Sieben spannende Geschichten über Drinks, die wir lieben.

© Jeff Mitchell/Getty Images

Prost! © Jeff Mitchell/Getty Images

Endlich hat die Zeit begonnen, in der wir im Park oder vor Kiosken herumsitzen, grillen und Bier trinken. Passend dazu gibt es hier ein paar Fakten und Geschichten rund um Bier, Wein und Schnaps, die du garantiert noch nicht gehört hast und mit denen du in jedem Gespräch punkten kannst:

Limetten und Drogen

In den USA und in Mexiko kam es im Jahre 2014 zu einer Limettenknappheit, die Preise für die grünen Zitrusfrüchte schnellten raketenartig in die Höhe. Für viele Barbesitzer und Barkeeper eine schwierige Situation, denn Margaritas mit Zitronensaft schmecken nun mal nicht. Als Grund für den Limettenmangel wurden zunächst Schädlinge und das schlechte Wetter ausgemacht, in Wahrheit sorgten aber auch Drogenkartelle für eine künstliche Verknappung der wichtigen Zitrusfrucht. Diese hatten erkannt, wie viel Geld sich mit dem Handel verdienen lässt, versuchten Schutzgelder zu erpressen und vernichteten Ernten.

Wodka und Flucht

Die Ursprünge der bekannten Wodkamarke „Gorbatschow“ liegen in Berlin und der Name hat nichts mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Gorbatschow zu tun. Nach Berlin zog es nämlich Leo Leontowitsch Gorbatschow, einen russischen Schnapsbrenner, der im Zuge der Oktoberrevolution aus St. Petersburg fliehen musste. Im Frühling 1921 bekam er von den Autoritäten die Erlaubnis, eine Schnapsbrennerei zu eröffnen. Wodka Gorbatschow wurde zunächst hauptsächlich von anderen russischen Flüchtlingen getrunken, es dauerte ein paar Jahre, bis auch die übrige deutsche Bevölkerung überzeugt war.

Eine politische Familie

Die Firma Bacardi wirbt mit tropischem Inselfeeling und entspannter Atmosphäre für ihre zahlreichen Rumgetränke. Der Familienclan Bacardi allerdings, der bis heute Inhaber der Weltmarke ist, ist höchst politisch. Die Marke kommt ursprünglich aus Cuba, wo sie 1862 von einem katalanischen Einwanderer gegründet wurde. Der Sohn des Firmengründers kämpfte gegen die spanischen Besatzer und die Firma unterstützte die kubanische Revolution, wurde dann aber von den Kommunisten enteignet. Der Familienclan floh, verlegte seinen Firmensitz auf die Bermuda-Insel und unterstützte fortan die kubanische Exilregierung in Miami. Es spricht sich herum, dass das US-Handelsembargo gegen Cuba, welches erst seit kurzem langsam aufgeweicht wird, vorallem der Lobbyarbeit des Barcardi-Clans zu verdanken ist.

„Nur ein Drink heute.“ © GIPHY

Die Gin-Krise

Im England des 19. Jahrhunderts wurde so viel schwarz gebrannter, minderwertiger Gin getrunken, dass es in London zu erheblichen gesundheitlichen und sozialen Problemen kam. Gin war teilweise billiger als Brot, weswegen sich die Armen zum Teil davon ernährten. Die Regierung versuchte verzweifelt, der Lage Herr zu werden, weswegen sie sowohl eine Gin-Steuer als auch die verpflichtende Schanklizenz einführte. In der Folge dieser Maßnahmen wurde Gin teurer und qualitativ besser – plötzlich war es die Londoner Oberschicht, die dem Gin-Genuss frönte.

Alkohol, die Wiege der Menschheit

Archäologen haben Tontafeln der alten Babylonier gefunden, die schon vor über 6000 Jahren Rezepte zur Herstellung von Bier für ihre Nachfahren festhielten. Wahrscheinlich trinken die Menschen schon so lange Alkohol, wie sie in organisierten Gesellschaften leben. Auch im alten Griechenland und im antiken Rom wurde fleißig gebechert. Es ist überliefert, dass im Mittelmeerraum schon vor über 4000 Jahren Wein getrunken wurde. In vielen westlichen Kulturkreisen war es bis in die Neuzeit hinein üblich, bei Bier und Brot in den Tag zu starten.

Whisk(e)y

Whiskey oder Whisky? Die Iren rühmen sich, den Whiskey erfunden zu haben. Irischer Whiskey wird im Gegensatz zum schottischen Whisky mit zweitem Vokal geschrieben. Viele amerikanische Destillen wurden von Iren gegründet, deswegen schreibt sich auch der amerikanische Whiskey ebenfalls mit „e“. Dem irischen Whiskey kam allerdings die jüngere Geschichte des Landes in die Quere. Schlimme Hungersnöte, die dadurch bedingte Massenauswanderung in das Gebiet der heutigen USA und die Unabhängigkeit von England brachten die kleinen Destillen in schweres Fahrwasser. Den vorläufigen Todesstoß versetzte ihnen die Prohibition in den USA, der wichtigste Absatzmarkt brach plötzlich weg. Erst vor einiger Zeit wurde er wieder entdeckt – heute steigt der Absatz wieder.

Besoffen oder tot

Bis in die Neuzeit hinein trank man Alkohol buchstäblich wie Wasser. Da es noch kein gefiltertes und sauberes Trinkwasser gab, war es sogar deutlich gesünder, Wein, Bier oder Met zu trinken, als auf das verschmutzte Wasser zurückzugreifen. Auch auf längeren Schiffsreisen war es ein Ding der Unmöglichkeit, an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Christoph Columbus hatte deshalb auf seinen Entdeckungsreisen einige Fässer Wein dabei. Man kann also davon ausgehen, dass viele Geistliche, Gelehrte und andere, die es sich leisten konnten, ihr Leben im Dauerrausch verbrachten.


Leben, lernen, Leute betrunken machen, aber kritisch. Die Autorin hielt auf der diesjährigen re:publica auch einen Vortrag mit dem Titel „Bildungstrinken“: