Gibt es Plattdeutsch bald als Abitur-Fach?

Sabbel nich, dat geit! So könnten Lehrer*innen in Meck-Pomm auf faule Ausreden antworten. Ab kommenden Schuljahr soll zusätzlich zu Französisch, Russisch und Latein Plattdeutsch auf dem Stundenplan stehen.

bowandhummingbird/Instagram

Isso. bowandhummingbird/Instagram

An de Eck steiht ´n Jung mit´n Tüddelband
in de anner Hand ´n Bodderbrood mit Keeswenn he blots nich mit de Been in´n Tüddel kümmt
un dor liggt he ok all lang op de Nees
un he rasselt mit´n Dassel op´n Kantsteen
un he bitt sick ganz geheurig op de Tung,
as he opsteiht, seggt he: hett nich weeh doon,
ischa ´n Klacks för ´n Hamborger Jung.

Wer es nicht besser weiß, tut diese Worte als „Hambuger Schnack“ ab. Doch Plattdeutsch ist eine eigene Sprache, die mittlerweile vom Aussterben bedroht ist. Um das zu verhindern, sollen Schüler*innen in Mecklenburg-Vorpommern Niederdeutsch, wie es auch heißt, bald wieder in der Schule lernen können.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) setzt sich dafür ein. Schon im Juni sollen die ersten Schulen ausgewählt werden, an denen auf Plattdütsch geschnackt werden darf. Anstelle der zweiten Fremdsprache sollen Schüler*innen ab der 7. Klasse das Fach freiwillig belegen und sogar die Abitur-Prüfung darin ablegen können.

Das neue Schulfach ist Schwerpunkt des 6,5 Millionen Euro schweren Landesprogramms „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“, berichtet die Ostsee-Zeitung. Jungen Mecklenburger*innen sollen durch das Programm ein „modernes Heimatgefühl“ entwickeln: „Heimatpflege muss entstaubt werden und dann bin ich überzeugt, dass wir junge Leute begeistern können“, sagte der Minister in einer Pressemeldung.

Vorerst werden vier Schulen das Zusatzfach auf dem Lernplan haben. Nicht alle Parteien sind vom neuen Entwurf begeistert, Die Linke wehrt den Vorschlag ab. „Zuallererst müssen die Kinder und Jugendlichen Deutsch lernen“, sagt die bildungspolitische Sprecherin Simone Oldenburg.