Google Earth zeigt, wie es an Syriens Grenzen wirklich aussieht

Autofriedhöfe und Landminen im Norden, wachsende Zeltlager im Süden: Für syrische Flüchtlinge sind die Ländergrenzen am gefährlichsten. Google-Earth-Bilder zeigen, wie es dort gerade aussieht.

Screenshot: © 2015 Google Earth

Verlassene Autos nahe der syrischen Stadt Kobane, an der Grenze zur Türkei Screenshot: © 2015 Google Earth

Mehr als vier Millionen Syrer sind seit 2012 aus ihrem Heimatland geflüchtet. Nicht alle dürfen in die Nachbarländer einreisen: Derzeit harren 12.000 Menschen im Flüchtlingscamp Rukban an der Grenze zu Jordanien aus. Das Königreich verweigert den Übertritt. Im November waren es noch 4000 Wartende, teilten die Vereinten Nationen mit. The New York Times zeigt auf einem Satellitenbild, wie das Lager im Süden des Landes innerhalb weniger Wochen auf 1450 Zelte angewachsen ist.

© Screenshot: The New York Times
Das Satellitenbild zeigt, wie sich das Flüchtlingslager Rukban an der Grenze zu Jordanien vergrößert hat (aufgenommen Dezember 2015). © Screenshot: The New York Times

Der Norden zeigt ein anderes Bild, aufgenommen im November 2014: Nordöstlich der Stadt Kobane reihen sich Autos, die auf dem Weg in die Türkei stehen gelassen wurden. Nachdem die Flüchtenden ihre Fahrzeuge verlassen haben, laufen sie zu Fuß über die Grenze.

Die helle Fläche in der Mitte ist ein Krater, der von einer Mine in den Boden gerissen wurde. Das türkische Militär hatte zwischen 1957 und 1998 600.000 Landminen gelegt, um illegale Einreisen zu verhindern. Der Tel Shair Korridor – so wird das Minenfeld entlang der syrisch-türkischen Grenze genannt – hält die Menschen allerdings nicht vom Flüchten ab, sondern fordert immer wieder Leben.

Auf diesem Bild sieht man einen Parkplatz, der extra für die Flüchtlinge eingerichtet wurde. Familien, die ihr Hab und Gut nicht zurücklassen wollen, leben dort in Autos und warten auf die offizielle Einreise in die Türkei.