Harvard huldigt dem Hip-Hop: Diese vier Alben landen im Archiv der Elite-Uni

Die US-Universität Harvard gründet ein Hip-Hop-Archiv. Vier herausragende Alben wurden bereits dafür ausgewählt. Darunter auch To Pimp a Butterfly (2015) von Kendrick Lamar.

Hip-Hop hat eine eigene Geschichte Foto: Getty Images | © Frank Micelotta

Hip-Hop und Rap sind elementare Teile schwarzamerikanischer Kultur und Identität. Oder, wie Jay-Z es ausdrückt:

Wherever I go, I bring the culture with me, so that they can understand that it’s attainable. I didn’t do it any other way than through hip-hop.“

Im Hutchins Center for African & African American Research der Harvard University versuchen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen seit 2013, die politische und kulturelle Bedeutung des Hip-Hop zu erforschen und relevante Platten für die Nachwelt zu erhalten. Die Hauptverantwortung für das Programm trägt 9thWonder – selbst erfolgreicher Hip-Hop-Produzent, Grammy-Gewinner und Dozent an der Harvard University. Er hat nun vier Alben ausgesucht, die tatsächlich in die renommierte Harvard Library aufgenommen und somit für immer im Archiv der Universität verbleiben werden. Das sind sie:

A Tribe Called Quest: The Low-End Theory (1991)

The Low-End Theory wurde besonders durch die Verquickung von Hip-Hop und live eingespielten Jazz-Elementen sowie gewagten Samples bekannt, für die unter anderem auch Jimi Hendrix und Miles Davis verwendet wurden. Damit war die Platte anders als alles, was bis dahin im Genre üblich gewesen war und legte zugleich den Grundstein für kommende Generationen von Künstler*innen wie Kanye West und Pharrell Williams. Zudem markierte der Track Scenario den Beginn von Busta Rhymes’ Solo-Karriere.

Nas: Illmatic (1994)

Illmatic war Nas‘ Debüt und orientierte sich vor allem am Stil des Eastcoast-Hip-Hop. Der damals gerade einmal 20-jährige New Yorker nutzte das Album, um mit seinen ausgereiften Rhymes Geschichten aus der Hood zu erzählen. Sein sprachliches Genie wurde zum Vorbild für Rapper und Hip-Hop-Artists wie Eminem, Jay-Z und 50Cent.

Lauryn Hill: The Miseducation of Lauryn Hill (1998)

Nach ihrer Karriere mit den Fugees brachte Lauryn Hill 1998 mit The Miseducation of Lauryn Hill ihr erstes Soloprojekt heraus. Herausragend war vor allem die Mischung aus Soul und Gospel, die Hill nutzte, um nicht nur einen kritischen Blick auf die politische Situation in den USA zu werfen, sondern auch ihre eigene Perspektive – die einer jungen, schwarzen Frau – sicht- und hörbar zu machen. Ihre Platte wurde mit insgesamt fünf Grammys ausgezeichnet.

Kendrick Lamar: To Pimp a Butterfly (2015)

Mit To Pimp a Butterfly schuf Kendrick Lamar ein Album, das nicht nur als Kommentar auf die Hip-Hop-Szene, sondern als Zeugnis zeitgenössischer, schwarzamerikanischer Kultur und Identität selbst zu verstehen ist. Mit seinen Texten zerlegt er Vergangenheit und Gegenwart und vereint sie schließlich in einem Album, das wie ein Roman über die Grenzen der einzelnen Tracks hinausgeht. 43 Preise hat die Platte inzwischen abgeräumt und wird als eines der wichtigsten Werke des zeitgenössischen Hip-Hops gefeiert.

Den bereits ausgewählten Alben werden noch 196 weitere folgen, die über einen Zeitraum von drei Jahren ausgewählt werden, um ein Archiv der Hip-Hop-Kultur zu schaffen. Es bleibt also spannend, wer in den kommenden Monaten noch in die Harvard Library einziehen wird.


Welche Platten sollen deiner Meinung nach in dem Archiv landen?

Schreibt uns Vorschläge für einen Nachfolgeartikel an team@ze.tt oder in die Kommentare.

Außerdem auf ze.tt