Grippewelle: Haut ab mit euren Viren!

Rotz! Hust! Keuch! Wer sich krank ins Büro schleppt, ist kein*e Held*in. Sondern eine rücksichtslose Virenschleuder. Ein Plädoyer fürs zu Hause bleiben.

Grippe

Wer krank ist, bleibt zu Hause. Klar soweit? © Nadine Platzek / Photocase

Es schnoddert wieder in deutschen Büros. Laut Robert-Koch-Institut befindet sich die Republik fest im Griff der Grippe, seit dem Jahreswechsel gebe es „einen sehr deutlichen, kontinuierlichen Anstieg“. Der aktuelle Wert der Atemwegserkrankungen sei der höchste dieser Saison.

Influenza ist sehr ansteckend und überträgt sich beispielsweise beim Niesen, Husten oder Sprechen durch winzige Tröpfchen über die Luft und das Einatmen, aber auch über Hände oder virenbehaftete Türklinken beispielsweise im Büro und Haltegriffe in Bus und Bahn. „Die Erkrankten können bereits am Tag vor Beginn der Beschwerden und bis ca. eine Woche nach Auftreten der ersten Krankheitszeichen ansteckend sein“, heißt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Besonders für Kleinkinder, Schwangere und ältere Menschen kann Grippe gefährlich werden und mitunter sogar tödlich enden.

[Außerdem bei ze.tt: So wäschst du dir richtig die Hände]

Ziemlich einleuchtende Gründe dafür brav daheim zu bleiben und unter wachsenden Taschentuchbergen einsam vor sich hin zu siechen, wie es sich gehört, oder?

Tja. Denkste.

Offenbar hält sich – geschätzt seit der Industrialisierung vor rund 170 Jahren – das ungesunde Mantra: „Wer nicht tot ist, kann noch arbeiten.“ So quälen sich Scharen von Grippeverseuchten in Anflügen falsch verstandenen Pflichtbewusstseins und Held*innenmuts krächzend und ächzend ins Büro und verbreiten ihre Viren heiter weiter. Das Robert-Koch-Institut schreibt: „Die Grippewelle in Deutschland hält bei steigender Influenza-Aktivität an.“

Und eine muss es ja mal sagen: Das ist eure Schuld, ihr triefnasigen Workaholics!

Krank zum Job ist nicht nur ungesund und äußerst unklug, sondern in Wahrheit auch egoistisch und sogar schädlich. Denn selbst wenn man idiotischerweise auf die eigene Gesundheit pfeift und sich in einem preußischen Arbeitsethos unterwirft: Eine vergrippte Arbeitskraft lässt sich womöglich noch auffangen, wenn aber die ganze Belegschaft danieder liegt, dann geht irgendwann gar nichts mehr. Darum sollten auch Vorgesetzte ihre Mitarbeiter*innen bei Anzeichen von Grippe nicht etwa für ihren Einsatz loben, sondern schnurstracks aufs Sofa verbannen.

Als mich Mitte Dezember die Grippe erwischte, konnte ich meine innere Antreiberin und mein schlechtes Gewissen bändigen und legte mich hin, bis es vorbei war. Genau das empfiehlt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: „Bleiben Sie in der akuten Krankheitsphase zu Hause und halten Sie Bettruhe ein.“

Ist doch gar nicht so schwer. Und jetzt ab in die Kiste!

Außerdem auf ze.tt