„Ich will nur, dass Donald Trump sich schnell aus unserer Stadt verpisst“

Der Hamburger Rapper Samy Deluxe sprach während eines Gigs beim G20-Protest vielen aus der Seele.

"Ich hab' da ein schlechtes Bauchgefühl", sagte er während des Protestzugs. Archivbild © dpa

In Hamburg wird gerade gefühlt rund um die Uhr protestiert. Wasserschlacht, Massencornern, Großdemos, Hunderte Zombies: Jeden Tag starten neue Aktionen gegen den G20-Gipfel, der am morgigen Freitag beginnt. Die Kritik am Wirtschafts- und Finanztreffen ist immens.

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Die Rapper der Beginner und Samy Deluxe schlossen sich in der Nacht zum Donnerstag einem Protestzug durch die Straßen des Karoviertels an. Auf einem Boxen-Wagen sorgten die Hamburger Künstler bei der Lieber tanz ich als G20-Demo für den passenden Sound. Etwa 10.000 Menschen nahmen daran teil. Die Hip-Hop-Musiker sangen unter anderem „Empört euch, engagiert euch“. Zwischendurch trug Deluxe a cappella ein etwa zweiminütiges kritisches Gedicht vor.

Videos von diesem Auftritt geistern gerade durchs Netz, Deluxe traf offenbar einen Nerv: Besonders viele der jungen Menschen Hamburgs haben schlicht keinen Bock auf den neuen US-Präsidenten in ihrer Stadt (hier das Gedicht komplett).

Wieso sich die Teilnehmer*innen der Konferenz von allen Orten dieser Welt ausgerechnet das Karoviertel aussuchten, fragte Deluxe in die Menge. „Wollen die nach ihrer Konferenz etwa zum St.-Pauli-Spiel? Ich hab bei der ganzen Sache gar kein gutes Bauchgefühl.“ Er wolle keinen Stress, sagte er weiter. „Ich bin Pazifist. Ich will nur, dass Donald Trump sich schnell aus unserer Stadt verpisst.“ Tosender Applaus der Hamburger*innen.

Trump sei ein „gottverdammter Nazi“, er und seine Gleichgesinnten würden hier in Hamburg nicht geduldet. Das A-cappella-Gedicht zeigte Deluxe vorher bereits den Gästen einer Lesung beim Literaturfestival Lesen ohne Atomstrom.

Der Hamburger gab den Protestierenden abschließend mit auf den Weg, dass sie nicht stillhalten sollten und die Demonstrationen am Leben erhalten. „Das ist alles, was wir tun können.“

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