Im Jahr 2050 ist die Hälfte der Weltbevölkerung kurzsichtig

In der Zukunft leiden mehr als fünf Milliarden Menschen unter einer Form von Kurzsichtigkeit. Die gute Nachricht: Dem ließe sich womöglich durch weniger Arbeit entgegenwirken.

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2050 wird alles unscharf. © Bernd Vonau Photocase

In Deutschland leiden etwa 25 Prozent der Bevölkerung unter Kurzsichtigkeit (Myopie) – Tendenz steigend. Laut einer neuen Studie im Opthalmology Journal werden im Jahr 2050 weltweit fast fünf Milliarden von uns darunter leiden.

Im Rahmen der Studie argumentiert die Forschungsgruppe rund um Brian A. Holden vom Brian Holden Vision Institute in Sydney, dass sich unsere Augen aufgrund von geänderten Umweltfaktoren rasant verschlechtern werden. Wir verbringen immer weniger Zeit draußen und mehr Zeit mit arbeitsrelevanten Tätigkeiten. Vor allem in den asiatischen Ländern mit einem Hochdruck-Bildungswesen, das Kinder dazu erzieht, schon mit sehr jungen Jahren drinnen zu lernen, wird Kurzsichtigkeit zukünftig eine große Rolle spielen – genauso wie das ständige Glotzen auf Bildschirme.

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Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Zahl an Myopie-Erkrankten zwischen 2000 und 2050 verdoppeln wird. Die pathologische Myopie, das ist die besonders starke Kurzsichtigkeit (Brillenstärken ab -6 Dioptrien), wird sich im selben Zeitraum verfünffacht haben – alles aufgrund einer Kombination von genetischen und umweltbedingten Faktoren.

Für die meisten ist Kurzsichtigkeit eine schlichte Unannehmlichkeit, die sich leicht mit Brillen oder Kontaktlinsen beheben lässt. Doch für die eine Milliarde Menschen, die pathologische Myopie entwickeln werden, bedeutet das auch ein erhöhtes Risiko für andere Augenerkrankungen: Makuladegeneration, Netzhautablösung, Trübung der Augenlinse, oder grüner Star, der unter Umständen zu Blindheit führen kann. Diese Entwicklung ist laut den Wissenschaftlern der Studie sehr besorgniserregend. Kurzsichtigkeit wäre bis zum Jahr 2050 der Hauptgrund für den Verlust der Sehkraft.