In 40 Tagen durch Burger-Deutschland

Wo es den besten Burger gibt, ist ein nie enden wollendes Gesprächsthema. Auch die Mittzwanziger Benedikt Groß, Anne-Sophie Ebert und Josua Stäbler können der Diskussion kein Ende setzen. Aber immerhin wissen sie nach einem 40-tägigen Burger-Trip durch Deutschland, wo es am ehesten die schönsten, leckersten und abgedrehtesten Burger zu speisen gibt.

© Burgerliebe

Benedikt Groß, Anne-Sophie Ebert und Josua Stäbler haben Deutschlands Burger getestet. © Burgerliebe

6000 Kilometer hat das Trio zurückgelegt und Diners, Imbisse und Restaurants in 45 Städten abgeklappert. Aus dem kulinarischen Abenteuer soll nun ein Bildband werden, für dessen Herstellung Bene, Anso und Josua zurzeit mit einer Crowdfunding-Kampagne Kohle sammeln. Bevor ihr das gute Stück ab Dezember selbst in Händen halten und euch den Mund wässrig lesen könnt, haben die drei uns ein paar Tipps aus ihren Aufzeichnungen zukommen lassen.

Bob & Mary, Düsseldorf

Alleine mit den Augen kann man sich in den bis ins Detail durchgestylten Laden Bob & Mary verlieben. Sogar die Lätzchen sehen schick aus, natürlich binden wir sie uns um und warten ungeduldig auf die Burger, die für uns frisch in der offenen Küche zubereitet werden. Grobgehacktes Beef wird uns kurze Zeit später in einem wunderschönen Briochemantel zugetragen. Die Toppings sind perfekt abgestimmt auf den Fleischgeschmack und geben ein rundes Bild ab. Lecker.

Holy Burger, München

In der Landeshauptstadt Bayerns werden wir kurz mal eines Besseren belehrt: Buns werden hier zu Semmeln. Also bestellen wir uns frisches Beef im Semmel. Das Fleisch kommt von den Herrmannsdorfer Landwerkstätten, wird im Laden zweimal täglich frisch gewolft und schön medium serviert. Noch ein zerlaufener Käse dazu: fertig ist der leckere Cheeseburger. Auf jeden Fall sollte man bei Holy Burger die selbst gemachten Onion Rings probieren. Diese feine Panade – unglaublich! Wie die meisten unserer 100 Läden auf der Tour ist auch der Holy Burger ein Design-Projekt in sich. Schaut euch um. Genießt das Design und träumt von eurem eigenen Laden. Das haben wir zumindest immer gemacht.

Dampfschwein, Dresden

 

Mitten in Dresden-Neustadt liegt der hübsche, upgecycelte Laden Dampfschwein. Hier gibt es keinen Cheeseburger, hier gibt es Gezupftes vom Pork und Beef. Pulled Pork heißt diese Barbecue-Köstlichkeit aus den Staaten, bei der das Fleisch stundenlang im Smoker gegart wird, bis man das Fleisch einfach von den Knochen abzupfen kann. Im Dampfschwein hat man sich darauf spezialisiert. Man kann zwischen verschiedenen Brötchen und Fleischsorten wählen, ansonsten sind die Toppings immer gleich: Sauerkrautsalat, Apfelscheiben und eine süße BBQ-Sauce.

The Ladies Diner, Esslingen am Neckar

The Ladies ist von innen ein waschechter Traum für jeden 50er-Jahre-Fan. Doch der Fan sollte besser ein wenig Zeit mitbringen, denn hier kann man nicht reservieren, sondern darf sich in ein schickes Wartebuch eintragen. Aber wenn man sich erst in die original Diner-Sitzbänke fallen gelassen und einen Milchshake vor sich stehen hat, ist man restlos glücklich.

Die Burgerei, Saarbrücken

In der Burgerei ist alles handgemacht. Sogar die Pommes, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Anso entdeckt hier auch noch ihren ab-so-lu-ten Lieblingsburger: Brie mit Preiselbeeren auf saftigem Rind, welch ein Hochgenuss. Dazu kommt noch das wunderschöne, rustikale Ambiente. Ein rundum tolles Schlemm-Paradies.

Loui & Jules Grillboutique, Bremen

In der Grillboutique erwarten uns am Platz drei geschmacklich verschiedene Olivenöle und drei dazugehörige Pfannen. Der Kellner serviert uns dazu Brot. Das dippen wir vorsichtig in die Öle und probieren uns durch die Geschmäcker. So kann man sich auch das Warten auf die leckeren Burger vertreiben. Das Oliven-Thema zieht sich hier durch das ganze Restaurant. In der Küche werden unsere Burger nicht wie gewohnt auf einer Grillplatte oder einem Lavagrill angebraten, sondern kommen in den Ofen. Dieser traditionelle Grill-Ofen wird im Loui & Jules mit Olivenholzkohle angefeuert. Gleichmäßige Hitze von allen Seiten und feine rauchige Aromen sind das Ergebnis. Die Inhaber nennen das auch ‚geadeltes Street Food‘.

Shiso Burger, Berlin

Shiso Burger zeigt uns einmal mehr, welche Vielfalt an Burgerarten es in Deutschland gibt. Hier ist Asiatisch angesagt! Der Laden ist auch komplett besetzt, wir dürfen uns erst mal vor der Tür bei Minusgraden die Beine vertreten. Solange haben wir Zeit zu googeln, was Shiso denn bedeutet: Shiso, auch Perilla, Sesamblatt oder Schwarznessel, ist ein Lippenblütler, dessen Blätter als Gewürz genutzt werden. Natürlich muss es dann im Shiso Burger auch einen gleichnamigen Burger mit diesem Gewürz geben – und klar haben wir den auch bestellt. Auf dem Burger finden sich außer dem Gewürzblatt ein marinierter Tuna, Koriander, Chilli-Mayo und Terriyaki-Soße. Für uns ein komplett neues Burgererlebnis.

Zwanzig12, Rostock

 

1792 ist das Gebäude gebaut worden, in dem heute das Zwanzig12 residiert. Eine edle Burgerlounge mit erlesenen Getränken erwartet uns. Während wir auf unser Essen warten, bestaunen wir das tolle Fachwerk. Schon beim Abstellen der Burger verlieben wir uns in den Cheeseburger. Ein hübsches, klassisches Sesambun, viel verschmolzener Käse und ein großes Stück Beef. Zum Anbeißen. Nach den Burgern nehmen wir uns die Gin-Karte vor. Leider schaffen wir nur einen Bruchteil und müssen auf jeden Fall noch einmal dort vorbei.


Wo gibt es eurer Meinung nach die leckersten Burger? Schickt mir eure Empfehlungen an mark.heywinkel@ze.tt.