In Indonesien kannst du jetzt einer Insel irgendeinen Namen geben – auch deinen eigenen

Indonesien hat ein Inselproblem. Es hat so viele, dass es nicht mehr eigenständig damit klarkommt. Investor*innen sollen jetzt helfen.

Diese soll bitte Kartoffelgulasch heißen, danke. © Torsten Blackwood/AFP/Getty Images

China hat zu viel Smog, Deutschland zu viel Bürokratie und Indonesien: zu viele Inseln. Und die Behörden wissen nicht recht, was sie mit ihnen anfangen sollen. Deswegen sollen Investor*innen aus dem Ausland aushelfen, einige davon zu benennen und zu verwalten.

Luhut Pandjaitan, Minister für Meeresangelegenheiten und Fischerei, erlaubt in Zukunft, dass ausländische Anleger*innen indonesische Inseln pachten und ihnen „jeden Namen geben können, den sie wollen, so lange sie es bei uns melden.“ Die gepachtete Insel bleibt Eigentum des Landes.

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Indonesien kämpft schon länger mit einer Überdosis an Inseln. Es soll immer noch tausende geben, die weder einen Namen haben, noch irgendeiner Administration unterliegen. „Wenn die Inseln für Touristen gedacht ist, ist das okay, solange es Pläne und Vorschriften gibt“, sagt Pandjaitan. Diese kryptische Äußerung klingt so, als ob es ihm tatsächlich relativ egal wäre, welchen Namen eine Insel bekäme.

Die genaue Zahl an Inseln variiert je nach Quelle. Noch im Jahr 2012 registrierte Indonesien fast 13.500 Inseln bei der UNGEGN (Expertengruppe der Vereinten Nationen für geographische Namen). Vier Jahre später, im August 2016, waren es bereits 14.752. Die CIA schätzte die Zahl der Inseln auf 17.508, davon sollen ungefähr 6.000 unbewohnt sein. Laut einer Umfrage des Indonesischen Luft- und Raumfahrtinstituts im Jahr 2002 waren es damals schon mehr als 18.000. Fakt ist: Indonesien hat eine shitload an Inseln.