Trink lieber Kakerlaken- statt Kuh-Milch – sie gibt dir mehr Energie

Schnecken, Frösche und Insekten stehen in feinen Restaurants längst auf der Speisekarte. Möglicherweise verwöhnen wir unsere Körper künftig auch mit Kakerlaken-Milch. Die sei sehr gesund, sagen Forscher*innen.

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Milch von Kakarlaken könnte in Zukunft der neue Superdrink sein. Pexels/CC0

Wenn du gerade gegessen hast, lies besser diesen Artikel über köstliches Regenbogen-Essen zum Nachtisch. Alle anderen stellen sich bitte folgende Situation vor: Party, Trinkspiel, ihr verliert – und jetzt sollt ihr ein wenig Milch kosten. Diese kommt aber nicht von der Kuh, das wäre ja langweilig. Sie kommt von einer Kakerlake. Wie sieht’s aus: Kippt ihr das Zeug runter?

Ein Kollege von Subramanian Ramaswamy sei in diese schräge Situation gekommen, berichtete der Biochemiker der Washington Post. Und der Forscher zog’s durch. „Er sagte, es würde nach nichts Besonderem schmecken“, berichtet Ramaswamy, der mit dem Kollegen am Institut für Stammzellenbiologie und regenerative Medizin in Bangalore an der Kakerlaken-Milch forscht.

Vier mal so energiereich wie Kuhmilch

Wer die Vorstellung von Kakerlaken-Milch eklig findet, muss sich auf was gefasst machen: Die ungewöhnliche Flüssigkeit könnte künftig als neuer Superdrink im Regal stehen oder zumindest als Zutat in Protein-Shakes landen. Immerhin hat die Milch den vierfachen Nährstoffgehalt von Kuhmilch, stellten Ramaswamy und sein Team kürzlich fest.

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Die Kakerlaken-Milch ist im Grunde keine Milch, es handelt sich um verflüssigte Kristalle. Nur eine bestimmte Kakarlaken-Art, die Diploptera punctata, eignet sich als Lieferant dafür. Die Diploptera, auf Englisch Pacific Beetle Cockroach („Pazifische Käfer-Kakerlake“), hat ein weites Verbreitungsgebiet von Asien bis zum amerikanischen Kontinent.

Die Insekten werden bis zu 25 Millimeter groß und legen im Gegensatz zu allen anderen ihrer Artgenossen keine Eier. Stattdessen tragen die Mutter-Kakerlaken ihre Babys über ein paar Wochen aus und bringen sie lebend zur Welt. Vor ihrer Geburt werden die Nachkommen mit einem proteinreichen Sekret genährt, das im Mitteldarm der Babys ohne Verlust der Inhaltsstoffe zu Kristallen verarbeitet wird. In dieser Form können die Forscher*innen sie entnehmen, untersuchen und weiterverarbeiten.

Alles drin, was man braucht

„Wir haben nicht geglaubt, dass diese Kristalle wirklich Protein-Kristalle sind“, erklärte Ramaswamy. Doch die Forscher*innen wurden eines Besseren belehrt: „Sie beinhalten alles, was man braucht: Proteine, wichtige Aminosäuren, Lipide und Zucker.“ Ramaswamy kann sich gut vorstellen, dass die Kristalle in Zukunft als Zutat in Gesundheitsdrinks zum Einsatz kommen.

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Noch sei es aber sehr kompliziert, die Protein-Kristalle zu gewinnen. Bisher müssten sie mühselig einzeln aus den Kakerlaken-Baby-Därmen entnommen werden. Ramasawamy und sein Team hoffen, dass sie die Kristalle bald synthetisch herstellen können, sobald sie deren Zusammensetzung verstanden haben. Bevor Kakerlaken-Milch in die Massenproduktion geht, gilt es aber noch die Frage zu beantworten, ob der Kakerlaken-Stoff giftig für den Menschen ist.